Torsun: Ich war damals 15 Jahre alt, hing allerdings schon mit Autonomen rum. Von daher hab ich nicht gefeiert.
Torsun: Was ich genau tun werde, kann ich natürlich nicht sagen. Fest steht nur, dass ich auch dieses Jahr nicht feiern werde.
Torsun: Seit einigen Jahren ist meine Haarfarbe natürlich und nicht mehr künstlich verändert. Frisurmäßig hat sich sonst nicht unbedingt viel verändert, da ich immer noch so gut wie nie zum Friseur gehe, sondern wenn möglich sie von Freunden schneiden lasse. Ansonsten sind mit den Jahren die Geheimratsecken etwas größer geworden, was man Dank meinem recht dichten Haarwuchs allerdings kaum sieht.
Torsun: Ich glaube nicht, dass sich Punkrock selbst so sehr verändert hat, er ist mittlerweile einfach alt und mit ihm sind auch viele Punks gealtert! Leute, die immer noch nur diese Musik mögen, sind zumindest musikalisch stock-konservativ, wie es unsere Eltern eben auch waren. Die Kids wollen heute einfach einen anderen, frischeren Sound und dazu ausrasten und tanzen. Trotzdem gibt es natürlich nach wie vor junge Leute, die sich darüber freuen, wenn jemand ihr – wenn auch diffuses – Unbehagen formuliert. Bei mir bot genau das der Punkrock. Heute braucht es ein anderes musikalisches Gewand.
Torsun: Wenn ich an meine Großeltern denke, ist Abwehr von Schuld mit allen Mitteln typisch deutsch. Keiner hat wirklich was gewusst.
Torsun: Ich stand schon immer total auf Großstädte, weshalb Berlin für mich der schönste Ort Deutschlands ist, wenn auch nicht in allen Teilen.
Torsun: Woher soll ich das wissen? Was ich allerdings weiß, ist, dass es abgeschafft gehört.
Torsun: Nun, in erster Linie mache ich Musik. Politische Texte schreibe ich nur deshalb, weil ich mich dafür interessiere. Über was sollte man sonst schreiben, wenn nicht über seine Interessen? Glücklicherweise bin ich mit Egotronic mittlerweile in der Position, Projekte, die wir unterstützenswert finden, auch unterstützen zu können, da bei unseren Konzerten derzeit einfach immer eine ganze Menge Leute kommen. Bei Soli-Shows zahlt sich das natürlich aus. Das macht mich nichtsdestotrotz noch lange nicht zum Politiker.
Torsun: Insofern schon, als dass man auch gut gelaunt, sinnvolle Dinge unterstützen kann.
Torsun: Die Gegendemo zum großen Naziaufmarsch in Dresden in diesem Jahr.
Torsun: Garantiert nicht. Neulich spielten wir unsere bisher größte Indoor-Show vor 2000 begeisterten Leuten. Beim Omas Teich Festival waren es fast 6000. Ein vermutlich nur sehr kleiner Teil der Anwesenden dort wird mit mir politisch einer Meinung sein. Des Weiteren erzählte mir zum Beispiel mal jemand, dass der Vorsitzende der Jungen Union seiner Gegend Egotronic-Fan sei. Also für diese Frage ein klares Nein.
Torsun: Selbst wenn strikt das Realitätsprinzip regiert, dürfte das auf Kosten anderer gehen, was meinst Du?
Torsun: Ach ja, das viel beschworene Nicht-abhängig-sein-Wollen. Hast Du sie gefragt, womit sie ihre Brötchen verdienen? Ich für meinen Teil mache genau die Musik, die ich machen will. Dass es derzeit so gut läuft, dass ich davon leben kann, find ich auf jeden Fall tausendmal geiler als sonst irgendeiner geregelten Arbeit nachzugehen.
Torsun: Wie gesagt, ich bin kein Politiker. Wenn allerdings junge Leute meine Musik hören und das Gefühl haben, dass da jemand ihr Unbehagen formuliert, ist doch schon einiges gewonnen. Mich hat so damals Punkrock zumindest anpolitisiert.
Torsun: Das nächste Album ist für April 2010 geplant, da ich dieses Jahr einfach wahnsinnig viele Shows spiele und deshalb wenig dazu komme, Neues zu machen. So lange werdet Ihr Euch noch gedulden müssen.
Torsun ist Mitglied der Elektropunkband Egotronic. Auf seinem Blog torsun.blogsport.de findet ihr einiges an Musik zum Runterladen. Besser ist natürlich Albenkaufen. Alle!