Prager Frühling, Magazin für Freiheit und Sozialismus (www.prager-fruehling-magazin.de)

Future Shock und Cyberpunk

Als unsere Welt noch Zukunft war

Jöran Klatt

Wir leben im digitalen Kapitalismus. Technologie ist allgegenwärtig, durchdringt den Alltag, Wege wie wir kommunizieren, arbeiten und denken. Frank Schirrmacher hat dies in seinem Buch Ego dargestellt.[1] Wohin uns diese Verbindung von Gesellschaft und Maschinen noch führen wird, ist indes ungewiss. Denn die Zukunft vorherzusagen, einschließlich der Dinge, die wir noch tun, sagen oder erfinden werden, ist nicht möglich. Karl Popper schrieb hierzu: „Wenn es so etwas wie ein wachsendes menschliches Wissen gibt, dann können wir nicht heute das vorwegnehmen, was wir erst morgen wissen werden.“[2]Im Denken über die Zukunft erfahren wir mehr über die jeweilige Gegenwart, als über das, was tatsächlich nach ihr kommt. In der historischen Zukunftsforschung beschäftigt man sich daher gerne mit den Fragen nach den vergangenen Zukünften.[3] Sie ist ein lohnender Blick zurück nach vorn. Dieser Blick erscheint, für den Zeitraum der 1970er bis Ende der 1980er Jahre besonders reizvoll. Denn die Zeit in der wir jetzt leben wurde damals von den einen gefürchtet und von den anderen herbeigesehnt.

Generell schien in dieser Zeit die Relevanz der Zukunft zu wachsen. Mit der Futurologie entstand eine eigene Disziplin, die sich dem Studium der Zukunft annahm. Dieser Trend war verbunden mit einem Gefühl des Unbehagens gegenüber der Zukunft. So schrieb der Vertreter der Futurologie Alvin Toffler in seinem Bestseller über dieses Gefühl gar von „danger of a new and powerfully upsetting psychological disease. This new disease can be called ‚future shock‘“.[4] Der Soziologe Daniel Bell hatte von einem Wandel der Industrie- zur Informationsgesellschaft geschrieben.[5] Hierauf bezog sich John Naisbitt, der im Grundtenor zwar weniger pessimistisch als Toffler war, aber dennoch mahnte: „Die Trends kommen von unten, die Versager von oben.“[6] Es sei der technologische Fortschritt, von dem ein radikaler Wandel der Lebenswelt ausginge. Die modernen Kommunikationstechnologien zögen das Tempo des Daseins an. Oskar Lafontaine kritisierte: „Der technische Fortschritt ist an die Grenzen der Freiheit gestoßen. Wo wir sie überschreiten, droht uns neue Ohnmacht.“[7] Und auch Jürgen Habermas sah das „ungelöste Problem“ der „Kolonisierung der Lebenswelt durch Imperative verselbstständigter wirtschaftlicher und administrativer Handlungssysteme.“[8]

He is a Cyborg, but that's okay

Dieser Zeitgeist des Unbehagens drückte sich auch in der Literatur aus. Der sogenannte „Cyberpunk“ kam auf, ein Subgenre der Science-Fiction, das entschieden versuchte die Stimmungslage seiner Gegenwart aufzunehmen und das Zukunftsgefühl zu verarbeiten. Als „postmoderne Science-Fiction“, wie der Cyberpunk-Autor (und auch der als Erfinder des Genres gefeierte) William Gibson sie nannte, kombinierte sie die Stilmittel klassischer Science-Fiction mit anderen, etwa denen des Film Noir. Dabei wird oft ein urbaner Techno-Kapitalismus gezeichnet, der sich durch die Omnipräsenz von Technologien, virtuellen Realitäten, neon-grünen bis violetten Displays, sich rhizomatisch durch die Lebenswelten der Menschen hangelnden Kabelgeflechten und digitalen Kontrollsystemen auszeichnet. Der Cyberpunk prägte die Figur des Cyborg, einem Mensch-Technologie-Mischwesen, das die natürlichen Grenzen des Menschen erweitert (Enhancement). Cyberpunk ist ein Kind der nächsten (amerikanischen) Generation nach 1968: Anstelle der Bewußtseinserweiterung trat Technologie.

Der Begriff setzt sich dabei zum einen aus cyber zusammen, das sich von cybernetics ableitet, dem Studium von komplexen Systemen. Zum anderen ist da das Wort punk, das sich auf die 1970er-Rock-Terminologie bezieht, die für das Junge, das Neue, das Aggressive, Verfremdete und eine Anti-Establishment-Stimmung steht.[9] Indes nicht zum ersten Mal in diesem Genre, versuchten so einige Autoren, die sich als Bewegung bezeichneten[10], die Science-Fiction aus dem Weltraum wieder auf die Erde zu holen.[11] Es ging auch weniger um die Zukunft, als um die Fragen, welche die Gegenwart an diese stellte. So „[…] bezeichnete Cyberpunk bald die literarische Speerspitze der künstlerischen Auseinandersetzung mit Schlüsselphänomenen des Zeitalters der Postmoderne.“[12]

Cyberpunk wird nicht selten als dystopische Literatur beschrieben. Doch dies liegt, wie so oft, im Auge der Betrachtenden. Es mag stimmen, dass die düsteren radikal kapitalisierten Welten auf den ersten Blick erschreckend wirken, doch liegt auch in diesen ein utopischer Kern. Denn Cyberpunk war eben auch punk, eine Kunst, die die BewahrerInnen einer alten Welt zu provozieren versuchte und damit äußerst erfolgreich war. Ob in Richtung des Konservativsmus, der entstehenden ökologischen Bewegung oder der politischen Linken interessierte dabei nicht. Sie alle wirkten als Erzählungen überholt. An die Stelle großer gesellschaftlicher Entwürfe trat das Individuum und die Selbsterfahrung. Punk, Postmoderne und Pop schmiegten sich mehr und mehr aneinander und prägten das Zeitalter der Lifestyles, in dem wir heute leben. Cyberpunk steht hier auch für eine „neoliberale Wende“[13], auch wenn die Urteile auseinandergehen: von AutorIn zu AutorIn wird sich hiermit mal kritisch, mal ironisch und mal affirmativ auseinandergesetzt.

Das System ist im Cyberpunk nicht mehr Gegner, sondern eine Arena, in der es zu bestehen gilt. JedeR ist dabei seines/ihres eigenen Glückes SchmiedIn. Die HeldenInnen sind Getriebene: In Gibsons Roman „Neuromancer“ wird neben den Cyborgs mit der Hauptfigur Case ein Hacker dargestellt. Case lebt in einer Zukunft des alternativlosen Kapitalismus. Seine Fähigkeiten des Manipulierens digitaler Systeme sind für verschiedenste Akteure (Großkonzerne, künstliche Intelligenzen, mafiöse Organisationen) äußerst wertvoll. Seine existenzielle Wahl besteht allerdings lediglich in jener zwischen dem Dasein als Yuppie oder Outlaw. Case will erfolgreich sein und funktionieren, keinen Aufstand gegen die Ordnung und schon gar keinen Klassenkampf.

Die wahren Hacker standen dem in nichts nach. Sie entsprangen zwar der amerikanischen Gegenkultur der Hippies, doch ihre Biographien zeigen ihre Ambivalenz. Besonderns die Begründer der „Youth International Party“, Abbie Hoffman und Jerry Rubin zeigen dies: Hoffmans Weg führte ihn in den Untergrund, Rubins Weg an die Wall Street.[14] Aus dem gleichen Milieu kamen auch Steve Jobs und Steve Wozniak, die Begründer von Apple.[15] Sie hatten wie Case die Fähigkeit digitale Systeme zu manipulieren und zu kreieren. Sie schufen später mit ihren Lifestyle-Technologien (den I-Technologien) eine ästhetische Variante des Enhancement, das auch weniger bedrohlich wirkte als die Variante in den Cyberpunk-Romanen. So deuteten sie es einfach um: Aus dem Fremdkörper Technologie wurde etwas Begehrenswertes und Schönes und letztendlich wollten alle freiwillig zu Cyborgs werden. Das Motto der Firma Apple „think different“ war dann zumindest auch eine Antwort an diejenigen, die sich noch von Technologien bedroht fühlen. Die Retrospektive zeigt, dass in diesem Denken von einst ein gutes Gespür lag: Und wenn wir auch die Zukunft vielleicht nicht vorhersagen können, so bleibt uns zumindest festzustellen, dass wir diese vergangene Zukunft aktuell unsere Gegenwart nennen.

Jöran Klatt, geb. 1986 in Wolfenbüttel, studierte Geschichte und Germanistik in Göttingen und arbeitet am dortigen Institut für Demokratieforschung. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören Utopien, Wissenschaftsgeschichte und die historische Zukunftsforschung.

Literatur:

[1] Frank Schirrmacher, Ego. Das Spiel des Lebens, München 2013.

[2]Karl R. Popper, Das Elend des Historizismus, Tübingen 1987, S. xii.

[3]Reinhart Koselleck, Vergangene Zukunft. Zur Semantik geschichtlicher Zeiten, Frankfurt am Main 11989.

[4]Alvin Toffler, Future Shock, New York 1972, S. 10.

[5]Daniel Bell, Die nachindustrielle Gesellschaft [1975], in: Wolfgang Welsch u. Jean Baudrillard (Hg.), Wege aus der Moderne. Schlüsseltexte der Postmoderne-Diskussion, Berlin 21994, S. 144–152.

[6]John Naisbitt, Megatrends. 10 Perspektiven, die unser Leben verändern werden, München 1985, S. 13.

7]Oskar Lafontaine, Die Gesellschaft der Zukunft. Reformpolitik in einer veränderten Welt, Hamburg 11988, S. 45.

[8]Jürgen Habermas, Die neue Unübersichtlichkeit, Frankfurt am Main 19851, S. 28.

[9]Edward James, Science-fiction in the 20th century, Oxford, New York 1994, S. 193.

[10]Dass die Cyberpunk-Autoren sich als Bewegung bezeichneten, war indes wohl mehr der Versuch eine zu kreieren, als tatsächlich eine zutreffende Bezeichnung dessen, was man war. Ebd., S. 194.

[11] Bereits ab den 1950er Jahren gab es mit der „New Wave“ einen Versuch die Science-Fiction zu erden. Der New-Wave Autor James Ballard forderte: "Science fiction should turn its back on space, on interstellar travel, extra-terrestrial life forms, galactic wars and the overlap of these ideas that spreads across the margins of nine-tenth of magazine s-f. Great writer though he was, I'm convinced that H.G. Wells has had a disastrous influence on the subsequent course of science fiction. […] Simirarly, I think, science fiction must jettison its present narrative forms and plots. […] The biggest developments of the immediate future will take place not on the Moon or Mars, but on Earth, and it is inner space, not outer, that needs to be explored. The only truly alien planet is Earth." J. G. Ballard, 'Which Way to Inner Space?', in: New Worlds, 118 (1962), S. 2-3.

[12]Jiré Emine Gözen, Cyberpunk Science Fiction. Literarische Fiktionen und Medientheorie, Bielefeld 12011, S. 9.

[13] Günter Hack, Wir brauchen eine neue Science-Fiction, in: FAZ, 17.02.14, S. 27.

[14]Bruce Sterling: The Hacker Crackdown. Law and Disorder on the Electronic Frontier, New York, 1992, S. 43.

[15]Ebd. S. 47ff.

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Artikel aus der Ausgabe Oktober 2014
Prager Frühling Oktober 2014

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