Prager Frühling, Magazin für Freiheit und Sozialismus (www.prager-fruehling-magazin.de)

Ein neues gegenhegemoniales Projekt

Plädoyer für eine neue soziale Grundnorm

Michael Hirsch

Beim Versuch, nach 30 Jahren neoliberaler Hegemonie einen neuen progressiven Abschnitt der Moderne zu eröffnen, steht das fortschrittliche Lager vor zwei Problemen. Zum einen ist da die Verstrickung der Regierungslinken aller Länder in die neoliberale Restrukturierung von Staat und Gesellschaft. Zum anderen scheint nicht einmal annähernd eine fortschrittliche gesellschaftspolitische Agenda in Sicht, mit der sich nicht nur progressive Parteien, Bewegungen und Kultureliten, sondern auch die Massen der Bevölkerung begeistern ließen. Die klassische Formel „Soziale Gerechtigkeit“, die im Wahlkampf 2017 eine größere Rolle spielen wird als mittlerweile in Misskredit gefallenen Formeln wie Modernisierung, Wachstum und Beschäftigung, wird dafür nicht ausreichen. Zu sehr ist sie implizit auf die Wiederherstellung vergangener Sicherheiten und Normalitätsvorstellungen bezogen. Viele spüren, dass es an einem zusammenhängenden linken Narrativ über eine bessere Zukunft fehlt. Denn es geht ja nicht nur darum, möglicherweise einmal wieder Wahlen zu gewinnen. Es geht auch darum, die Macht im Falle des Erfolgs für ein fortschrittliches Gesellschaftsprojekt zu benutzen.

Dazu möchte ich einen Teilvorschlag unterbreiten. Er beruht vor allem auf der Wiederbelebung einer arbeitszeitpolitischen Offensive, und operiert mit fortschrittlichen Begriffen von Zeitsouveränität, radikaler Arbeitszeitverkürzung und der Teilbarkeit aller Arbeitspositionen. Er zielt letztlich auf einen anderen Arbeitsbegriff und ein anderes Gesellschafts- und Lebensmodell ab. Meine These ist, dass eine der Schlüsselfragen der Gesellschaft im Zusammenhang von sozialer Frage und Geschlechterfrage liegt. Mein Vorschlag lautet, dass die Änderung der herrschenden Arbeitszeitnormen, die radikale Verkürzung der geltenden Normalarbeitszeiten perspektivisch auf 32, 30, 28, 25 Stunden, ein wichtiges Element der Lösung dieser Schlüsselfrage sein könnte. Auf der organisationspolitischen Ebene ginge es hier um ein Bündnis von Arbeiter- und Frauenbewegung – die viel zu lange getrennt voneinander, ja gegeneinander operiert haben, und in jüngerer Zeit beide von Kapital und neoliberalem Staat vereinnahmt wurden im Rahmen des aktuellen Gesellschaftsprojekts von ‚Wachstum und Beschäftigung’. Im Rahmen dieses Projekts spielte die Steigerung der weiblichen Erwerbsquote eine herausragende Rolle.

Eine Politik der radikalen Arbeitszeitverkürzung hingegen wäre in ein ganz anderes Gesellschaftsprojekt eingespannt. Sozialpolitisch und kulturell segelt es unter der Flagge „Weniger arbeiten, damit alle arbeiten, und besser leben können“ (André Gorz). Entscheidend an diesem Programm ist die exakte Verknüpfung von sozialpolitischen und gleichstellungspolitischen Forderungen: Es geht nicht nur darum, durch eine Verkürzung der Normalarbeitszeiten eine Umverteilung der Erwerbsarbeit zu erreichen, und damit mehr Menschen in reguläre und auskömmliche Beschäftigung zu bringen (mehr soziale Gerechtigkeit). Es geht auch nicht nur darum, dadurch ein besseres Leben für alle, mit mehr freier Zeit, Zeitsouveränität, Muße und kulturellen Sinnpotentialen zu ermöglichen (mehr Lebensqualität). Es geht auch darum, die unbezahlte Arbeit im Rahmen von Haushalten und Familien in Zukunft gerecht zwischen allen Gesellschaftsmitgliedern, allen Männern und Frauen zu verteilen (mehr Geschlechtergerechtigkeit).

Genug ist genug

Emanzipatorische Politik beschränkt sich nie auf materielle Umverteilungen von Beteiligungsrechten und Einkommen. Sie greift immer auch in kulturelle Werte, Anerkennungsmuster und gesellschaftliche Rollenverteilungen ein. War die bisherige Gesellschaft ganz wesentlich auf die unterstellte Normalität des Lebens des männlichen Vollzeiterwerbstätigen zugeschnitten, welcher von unbezahlten Aufgaben im Rahmen von Haushalts-, Erziehungs- und Sorgearbeit wesentlich freigestellt ist, so wird die zukünftige Gesellschaft auf der prinzipiellen Zuständigkeit aller Gesellschaftsmitglieder für sowohl Erwerbs- wie Haus- und Familienarbeit gegründet. Für diese neue Etappe der Geschlechtergleichheit gilt das Motto: Die Frauenfrage ist eine Männerfrage.

Geschlechtergerechtigkeit durch Verringerung männlicher Erwerbsbeteiligung

Dies würde bedeuten, dass es in Zukunft nicht mehr um spezielle Ausnahmen und Sonderrechte für Frauen, allgemeiner, für Menschen mit eingeschränkter Verwendbarkeit ihrer Arbeitskraft aufgrund familiärer Betreuungsaufgaben gehen kann. Vielmehr greifen wir die Institution geschlechtsspezifischer Arbeitsteilung als ganze an: Gender als Strukturprinzip der sozialen Organisation. Sämtliche Arbeitspositionen (auch die qualifizierten!) müssten dann prinzipiell mit dauerhaften Arbeitsverpflichtungen in Haushalt und Familie vereinbar, das heißt mit erheblich reduzierten Arbeitszeiten verbunden sein. Geschlechtergleichheit wird es in Zukunft nicht mehr durch die Steigerung der weiblichen Erwerbsbeteiligung geben können, sondern nur noch durch die Verringerung der männlichen.

Es handelt sich bei diesem Reformvorschlag um einen Eingriff nicht nur in die bestehenden (staatlichen wie privatwirtschaftlichen) Tarifnormen, sowie in die staatlichen Sozialversicherungssysteme (welche heute noch diejenigen, die nicht Vollzeit arbeiten, zur Altersarmut verdammen). Es handelt sich auch um einen Eingriff in die symbolische Ordnung der Gesellschaft: in die Normalitätskonstruktionen des Lebens. Anders gesagt, es handelt sich um eine folgenschwere Rekonfiguration des Normalen. Es ist dies die Eigenart sozialer Normen in ihrer nicht nur allgemeinen symbolischen Bedeutung, sondern auch in ihrer Gewalt der zeitlichen Strukturierung des Lebens: dass sie letztlich über die konkreten Formen der Organisation des Alltags entscheiden, und damit zugleich über soziale Rollen- und Anerkennungsmuster. Die Selbstverständlichkeit, mit der unsere Gesellschaft aller Aufklärung und allen Lippenbekenntnissen zum Trotz den Begriff Arbeit immer noch primär mit bezahlter Erwerbsarbeit verbindet, deutet darauf hin. Das emanzipatorische Projekt, das hier skizziert wird, visiert insofern zugleich eine umfassende Restrukturierung des Alltags und eine Umwertung aller Werte. Im Rahmen dieses Programms verlieren auch die traditionell als „weiblich“ konnotierten Arbeiten den inferioren, der Reproduktion der Arbeitskraft bloß dienenden Charakter.

Eine neue soziale Grundnnorm

Mit der Forderung einer radikalen Verkürzung der Normalarbeitszeit richten wir eine neue soziale Grundnorm auf. Sie strahlt ebensosehr in die tariflichen Auseinandersetzungen der Gewerkschaften ab (in der Privatwirtschaft ebenso wie im Öffentlichen Dienst), wie in die konkreten Lebensformen aller Einzelnen. Die durch solche Arbeitszeitreduktionen gewonnene freie Zeit stünde dann allen, Männern wie Frauen, zur Verfügung, um ihre Lebensverhältnisse frei zu gestalten und die in ihrem Rahmen anfallenden Arbeiten fair aufzuteilen. Die Lohnarbeit würde dann ihre kulturelle Hegemonie verlieren, ihren kulturell herausragenden Stellenwert – eine Hypothese, vor welcher der gegenwärtig dominierende rechte Flügel der Arbeiterbewegung ebenso zurückschreckt wie der liberale, in den Staatsapparaten bislang dominierende Teil der Frauen- und Gleichstellungsbewegung: Beide sind der maskulinen Bedeutungsökonomie zutiefst verhaftet. Die einen, weil es sich um ihr angestammtes Revier handelt; die anderen, weil sie davon träumen, in dieses Revier einzubrechen. Insofern ist es eine der Schlüsselfragen progressiver linker Politik, ob die fortschrittlichen Teile der Arbeiter- und Frauenbewegung wieder an Stärke gewinnen, und sich im Namen eines gemeinsamen Emanzipationsprojekts miteinander verbünden können. Aus meiner Sicht läge hier der Schwerpunkt einer neuen linken Erzählung.

Eine emanzipatorische Rekonfiguration des Normalen zielt auf eine radikale Reorganisation des Alltags ab. Sie bricht mit der maskulinen Bedeutungsökonomie und ihrem  Glauben an den symbolischen Vorrang der Lohnarbeit vor anderen sozialen Tätigkeiten. Sie zielt auf ein ganz anderes Leben ab; eines, das nicht mehr den Erfordernissen des Arbeitsmarktes und der Reproduktion der Arbeitskraft auf immer höheren Stufen unterworfen wäre. Sie bricht damit aber auch mit dem industriegesellschaftlichen Dual von Lohnarbeit und Familie. Es wäre nur die Hälfte der Emanzipation, wenn die durch allgemeine Arbeitszeitverkürzung gewonnene freie Zeit mehr oder weniger komplett für Haushalt und Familie verausgabt werden müsste. Die Erkämpfung neuer, emanzipierter Rollenmodelle in Geschlechter- und Paarbeziehungen steht immer in der Gefahr, einer spießigen Ideologie der Familie als nützlicher sozialer, demografischer und moralischer Funktion der Gesellschaft zum Opfer zu fallen. Die andere Hälfte der Befreiung ist daher die Befreiung des Lebens insgesamt aus seiner der gesellschaftlichen Produktion und Reproduktion dienenden Rolle. Es geht also nicht nur darum, dass soziale Gleichheit und Geschlechtergleichheit verwirklicht werden. Sondern es geht darum, dass wir alle in die Lage kommen, ein anderes, freies Leben zu führen.

Dr. phil. habil Michael Hirsch (*1966) ist Philosoph und Politikwissenschaftler. Er lehrt Politische Theorie und Ideengeschichte an der Universität Siegen und lebt als freier Autor in München. Zuletzt veröffentlichte er die Bücher „Symbolische Gewalt. Politik, Macht und Staat bei Pierre Bourdieu" (2017, herausgegeben zusammen mit R. Voigt) und „Die Überwindung der Arbeitsgesellschaft. Eine politische Philosophie der Arbeit" (2016).

  • Mögen

  • Versenden
  • Ausdrucken

Artikel versenden

Absender

Empfänger

Nutzungsbedingungen*

Ich verpflichte mich zur wahrheitsgemäßen Angabe meiner Daten. Ich weiß sicher, dass der/die Empfänger/in mit dem Empfang der E-Mail einverstanden ist. Ich übernehme die Verantwortung, wenn dies nicht der Fall ist. Zur Entlastung des Websitebetreibers gestatte ich, dass Datum, Uhrzeit, beide E-Mail-Adressen und meine IP-Adresse gespeichert werden. Nicht gespeichert wird die Nachricht an den Empfänger.

Schließen
Artikel aus der Ausgabe April 2017
Prager Frühling April 2017

Kommentar abgeben

Versteckte Gemeinsamkeit

Sie hassen und sie brauchen sich. Die völkische Rechte nutzt islamistischen Terror und neo-salafistische Ideologie zur Selbstermächtigung und zur geistigen Aufrüstung beim Kampf um die Straße. Unsere Autor*innen gehen der Frage nach, woher sich diese „autoritären Revolten” speisen, wie ihnen zu begegnen ist und welche Rolle eine emanzipatorische Linke dabei spielen sollte.

Bevor die nächste Blase platzt

In EU und Euroraum erleben wir wie der neoliberale, finanzgetriebene Kapitalismus einfach so weitermacht wie bisher. Was eine linke Antwort ist, kann als umstritten gelten: Rückzug in den nationalstaatlich organisierten Kapitalismus oder eine solidarische und demokratisierte Wirtschaftsordnung in Europa?

Wer ist das Volk?

Populismus als Kommunikationsform und Strategie

Wer ist das Volk in „Wir sind das Volk“? — Wir haben uns in Europa und den Amerikas auf die Suche nach dem Volk der rechten Wutbürger und dem Volk des Linkspopulismus begeben. Gefunden haben unsere AutorInnen populistische Elemente in der repräsentativen Demokratie und einen radikaldemokratische Impetus des Linkspopulismus. In den Beiträgen werden Fragen nach der (Un)Möglichkeit des Pluralismus innerhalb linkspopulistischer Strategien und nach der Realpolitik des Populismus an der Macht gestellt.

Angst essen Seele auf

Terror, Gewalt, Kriminalität — SicherheitspolitikerInnen behaupten darauf eine Antwort zu haben. Aber was war eigentlich noch mal die Frage? Unsere AutorInnen haben versucht herauszufinden, was das eigentlich ist: Sicherheit. Sie haben sich an Antworten darauf versucht, ob es eine linke und emanzipatorische Sicherheitspolitik geben kann und worin diese eigentlich bestehen sollte.

This is a movement

Die Neuaushandlung von Bewegungsfreiheit und Grenzregimen

Niemand hat die Absicht eine Mauer zu bauen. … oder höchstens eine ganz kleine vielleicht oder einen Zaun aus Natodraht. Die selektive Abschottung des „Raums der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts“ nach außen ist in seiner bisherigen Form gescheitert. Unsere AutorInnen intervenieren in diese Neuaushandlung zentraler Fragen von Nationalstaatlichkeit, globalen Rechten und Demokratie ...

Krieg und Frieden

Weltinnenpolitik und die Zukunft ziviler Konfliktbearbeitung

Putinversteherin und Faschistenfreund – in Diskussionen über den Umgang mit bewaffneten Konflikten, wird schnell auch rhetorisch scharf geschossen. In seiner neuen Ausgabe fragt prager frühling wie eigentlich linke Weltinnenpolitik geht und wie eine Neuerfindung des politischen Pazifismus ins Werk zu setzen wäre.

So nicht!

Demokratie als Praxis

Griechenland hat die Austeritätspolitik abgewählt - durchgesetzt hat dies eine linke soziale Bewegung auf den Straßen und Plätzen. Ohne die enge Verzahnung mit Syriza als parlamentarischer Verlängerung wäre dies nicht möglich gewesen. In Dresden hingegen marschiert mit Pegida eine neue APO von rechts und mit der AfD rückt eine neue Rechtspartei in die Parlamente ein. Genügend Gründe also sich mit den Formatierungen parlamentarischer Demokratie zu beschäftigen. Spielräume für emanzipatorische Kämpfe zu ergründen und Beschränkungen einer Politik im Zählverein zu analysieren.

No Future?!

Not this Future!

Elendig lange scheint es her, dass Francis Fukuyama en passant mit dem Ende der Geschichte auch das Ende des Zukunftsdenkens ausgerufen hat. Elendig ist das gegenwärtige Zukunftsdenken auch nach dem Ende dieses „Endes der Geschichte“. In Politik, Wissenschaft und Literatur ist der Bedeutungshorizont von Zukunft auf die Begrifflichkeiten der Versicherungsmathematik zusammengeschrumpft. Der Versuch einer Rettung

Common Sense?!

Von Sinn und Eigensinn der Commons

Emanzipatorische Alternative jenseits von Markt und Staat oder nur Lückenbüßer für vormals staatlich organisierte Aufgaben? Unsere Autor*innen haben sich auf die Suche nach heutigen Commons gemacht. Im ersten Teil der Ausgabe haben sie die Kontaktzonen zum Markt, Staat und Care-Ökonomien besichtigt und theoretisch vermessen. Im zweiten Teil der Ausgabe haben sie Gemeinschaftsgärten durchstreift sowie an „Energietischen“ gesessen, um Kämpfe um Commons zu dokumentieren.

Feiern, wie sie fallen?!?

Über das Verhältnis von Opponieren, Regieren und Protestieren

Die heilige Dreifaltigkeit der Linken ist die Trinität aus Protestieren, Opponieren, Mitregieren. Bei der Frage, in welcher Beziehung die drei stehen, gerät die Gemeinde oft ins Stammeln und die politischen Theologen antworten mit dürren Dogmen. Unsere AutorInnen haben zunächst gefragt, wo er ist, der ominöse Ort der Macht und sind ihm dann mit steilen Thesen auf den Leib gerückt.

Wo Strom ist, ist Widerstand

Digitaler Protest und elektronische Demokratie

Unsere AutorInnen fragen sich, ob die Schwarmintelligenz den Cybersexismus überwinden kann und wo genau die Grenzen des digitalen Medienbaukastens verlaufen. Kai van Eikels analysiert die Ideologie des „Nerds“ und Mathias Schindler erklärt, wie es mit Wikipedia weitergeht. In den Feminismen gibt Dr. Lady Bitch Ray dem Feminismus der ersten Welle einen fetten Zungenkuss, während Stefan Gerbing in der ersten Hurenzeitung der Weimarer Republik geblättert hat.

Burn-out den Verhältnissen

… oder die Revolution kommt immer zu spät

Nein, ihr habt’s wieder falsch verstanden! Entschleunigung heißt nicht Breitbandrossel, liebe Telekom. Und Du, Frankfurter Polizei: Die Entdeckung der Langsamkeit meint nicht, zehn Stunden Zwangsentschleunigung im Kessel. In der Stress-Ausgabe prager frühling geht’s, darum wie man es richtig macht.

Essen und gegessen werden

Erst so ein Fressen und dann auch noch Moral!

Der Realsozialismus ist auch auf der Speisekarte gescheitert: Als Diktatur des schlechten Geschmacks. Die Verhältnisse an kapitalistischen Tafel sind nicht weniger ungenießbar. Tausch von ökonomischem und sozialem Kapital geht vor. Wenn Renate Künast eine Flasche fairen Bio-Orangensaft kauft, geht locker das Tagesbudget eines Hartz-IV beziehenden Kindes über die Theke ...

Battlen statt Betteln.

prager frühling entwickelt die neue soziale Idee!

Die neue Ausgabe des prager frühling erscheint am 26.10.2012 und kann hier bestellt werden.Im Schwerpunkt geht es diesmal um die „Neue soziale Idee“ und damit die Frage nach emanzipatorischen Potentialen, aber auch den Grenzen einer linken Sozialpolitik.

Autoritäres Krisenregime

Deutsche Euros rollen wieder …

Und in Berlin singen die Ultras von der FDP gemeinsam mit den Polithools vom rechten Rand: „Protektorat statt Europarat!“ Wird in Griechenland bald mehr als nur Deutsch gesprochen? Unsere AutorInnen stellen sich dem Einmarsch entgegen. Lucas Oberndorfer analysiert den autoritären Wettbewerbsetatismus als Krisenbearbeitungsstrategie ...

Sex! Sex! Sex!

Über die schönsten Nebenwidersprüche der Welt

Von wegen „schönste Nebensache“ der Welt. Sex ist diesmal der Schwerpunkt unseres Heftes. Während uns die Starsoziologin Eva Illouz über den Zusammenhang von Kapitalismus und Partnerwahl aufklärt, analysiert Kathy Meßmer Intimchirurgie als widersprüchliche Praxis. Außerdem im Schwerpunkt: ...

Affentanz um Nahost

Nichts sehen, nichts hören, laut brüllen — geht die Linke über den Jordan?

Ach diese Linken! Sie wissen genau, wie es Frieden zwischen Ramallah und Tel Aviv geben kann und sie brüllen es heraus – in Düsseldorf und Frankfurt. Während die Einen schreien: „Straßenschlacht in Ramallah, die Panzer sind die Antifa“, brüllen die Anderen: „Intifada bis zum Sieg ...

Reinheitsverbot

Parallel sind immer die Anderen!

prager frühling stößt an: ein Prosit den Parallelgesellschaften! Schon klar, Integration fordert immer die Anderen. Deshalben sagen wir: "Erst wenn Efes sich ins deutsche Biersortiment eingegliedert hat und ein Hefeweizen anbietet, werdet ihr merken, dass man so etwas nicht trinken kann." Wie aber geht sozialistischer Antirassismus? Etienne Balibar, Nichi Vendola und viele andere versuchen sich in Antworten ...

Im Zweifel Dagegen!

Schwerpunktheft Dissidenz und ziviler Ungehorsam

Dissidenz und ziviler Ungehorsam sind die Hefe linker Politik. Kann Sie auch Schmiermittel des Kapitalismus sein? Wo schlägt Subversion in unpolitischen Abweichungsfetisch um? Unsere Autor_innen schauen nach, diskutieren und polemisieren.

com.munismus. komm!

Auf dem Weg zum Wissenskommunismus

Ist geistiges Eigentum Diebstahl? Stellen Raubkopien das Ergebnis von Aneignung oder eine besonders perfide Ausbeutung des Kreativproletariats dar? Darüber diskutieren in unserem Heft u.a. Michael Hardt, Cornelia Koppetsch, Sabine Nuss und Stefan Meretz. Digital Natives diskutieren die Implikationen der Digitalisierung von Demokratie ...

Crossover

Gegenmacht oder gegen Macht?

„Crossover“ ist der Versuch, eine Diskussion über politische Kooperation von sozialistischen, grünen und sozialdemokratischen Positionen in Gang zu setzen, deren Ergebnis hegemoniefähige progressive Reformprojekte werden sollen. So nahe liegend dies angesichts des Niedergangs der neoliberalen Ära ist, so blockiert ist diese Perspektive dennoch ...

Klimawandel und Gesellschaftsveränderung

System change not climate change!

Den politischen Gemütszustand unserer Welt beschreibt nichts besser als der alte Kalauer: „Öko? Logisch.“ Niemand schmunzelt mehr drüber, aber alle nehmen den Schenkelklopfer für sich in Anspruch. Dass alles irgendwie auch „öko“ sein müsse, also die Sache mit der Umwelt halt ein Problem sei, ist – logisch – Allgemeinplatz geworden ...

Die Linke und die Nation.

Hattu Nation, muttu entgrenzen

Die Linke und die Nation ist der Schwerpunkt der fünften Ausgabe des prager frühlings. Außerdem beschäftigen wir uns unter dem Motto "balkan beats" mit der Linken in Post-Jugoslawien. Mit dabei sind Thomas Seibert, Julia Bonk, Klaus Höpcke, Michel Albert, Christin Löchner, Lothar Bisky, Ringo Bischoff, Katja Kipping, Andreas Fischer-Lescano und die Band Ego-Tronic ...

Her mit dem schönen Leben!

Infrastruktursozialismus statt Hartz IV

Original sanktionsfrei: Weg mit Hartz IV! Her mit dem schönen Leben! Neben vielen investigativen und weniger investigativen Beiträgen zum Hartz IV-Regime, wollen wir Euch in dieser Ausgabe auch unseren Vorschlag vorstellen, dem Hartz IV-Regime die Forderung nach einem Infrastruktursozialismus entgegen zu setzen ...

Democracy against the machine

Radikaldemokratie statt FdGO

Februar 2009 erschien die dritte Ausgabe des prager frühling. Das Schwerpunktthema ist "Demokratie und Herrschaft" mit Beiträgen und Artikeln von Chantal Mouffe (University of Westminster, London), Jürgen Peters (IG Metall), Colin Crouch, Franziska Drohsel (Juso-Vorsitzende), die Gruppe Soziale Kämpfe, Sonja Buckel (Universität Frankfurt) und viele andere mehr ...

Auf der Suche nach der Ästhetik des Widerstandes

Alles Politur? Zum Verhältnis von Politik und Kultur

Mitte Oktober 2008 kam die zweite Ausgabe von prager frühling, dem neuem Magazin für Freiheit und Sozialismus. Das nächste Heft widmet sich schwerpunktmäßig dem Verhältnis von Politik und Kultur. Ziel der Redaktion ist es, politisches Engagement und Kultur einander näher zu bringen. Dabei geht es nicht um eine Kolonisierung des einen Bereichs durch den anderen ...

Neue Linke: Alles beim Alten?

NeuBegründung als Bruch nach vorn

Der Schwerpunkt der ersten Ausgabe des Magazins prager frühling heißt "Refound: NeuBegründung". Unsere Autorinnen erklären was der "Bruch nach vorn" ist. Mit dabei Frigga Haug, Thomas Seibert, Hans Jürgen Urban, Daniela Dahn und Michel Friedmann.

Sprungmarken: Zum Seitenanfang, Zur Navigation, Zum Inhalt.