Prager Frühling, Magazin für Freiheit und Sozialismus (www.prager-fruehling-magazin.de)

Emanzipation unter Bedingungen der imperialen Lebensweise

Ulrich Brand und Markus Wissen

Der Begriff der imperialen Lebensweise will darauf hinweisen, dass die Menschen (vor allem des globalen Nordens) in ihrem Alltag systematisch auf die billige Arbeitskraft und Natur der Welt zurückgreifen, um sich selbst zu reproduzieren. Die imperiale Lebensweise ermöglicht, sich auf eine bestimmte Art und Weise fortzubewegen, zu kommunizieren, zu essen und sich zu kleiden. Sie erhöht – abhängig vom Einkommen, aber auch von öffentlichen und sozialen Infrastrukturen – die Handlungsfähigkeit und -reichweite von Menschen. Die relativ besseren materiellen Lebensbedingungen ermöglichen eine höhere Lebensqualität.

Die Reproduktion der imperialen Lebensweise hat zuvorderst mit kapitalistischen Profitinteressen und Akkumulationsimperativen zu tun, mit geopolitischen und ökonomischen Strategien als Teil eines neo-kolonialen Weltsystems. Es sind tief verankerte Macht- und Herrschaftsverhältnisse entlang unterschiedlicher Spaltungslinien, die zur imperialen Lebensweise führen und von dieser reproduziert werden. Die imperiale Lebensweise ist konstitutiv mit ausdifferenzierten Klassen-, Geschlechter- und rassisierten Verhältnissen verbunden.

Doch der globale Zugriff auf Arbeitskraft und Natur ist ebenso in die Alltagspraxen der Menschen tief eingelassen, er hat sich zu Routinen verfestigt, wird also meist unbewusst vollzogen. Dabei gibt es natürlich große Unterschiede, die vor allem vom Einkommen abhängen. Aber insgesamt leben die allermeisten Menschen hierzulande auf Kosten anderer Weltregionen in Europa oder im globalen Süden. Wichtig ist dabei: Die imperiale Lebensweise ist auch ein Zwang, denn die Menschen können in der Regel nicht frei entscheiden, unter welchen Bedingungen sie leben. Individuelle und gesellschaftliche Alternativen zu entwickeln, ist deshalb nicht einfach.

Zuspitzung der globalen sozialen Frage

Die globale soziale Frage stellt sich in den letzten Jahren verstärkt. Zum einen haben sich – nicht zuletzt als Folge der imperialen Lebensweise des globalen Nordens – für viele Menschen die Lebensverhältnisse in anderen Weltregionen deutlich verschlechtert. Bisweilen sind sie so untragbar geworden, dass sich die Betroffenen – oft unter größten Risiken – aufmachen, um unter den sozialen, politischen und ökonomischen Verhältnissen zu leben, wie sie die imperiale Lebensweise den Menschen im globalen Norden gewährt. Zum anderen tritt die Widersprüchlichkeit der imperialen Lebensweise in der Ausbreitung ressourcen- und emissionsintensiver Produktions- und Konsummuster in den aufstrebenden Ländern des globalen Südens zutage. Denn damit vergrößert sich der Bedarf an Rohstoffen, an (landwirtschaftlichen) Flächen, an Schadstoffsenken und an Arbeitskräften, die die Rohstoffe extrahieren und billige Lebensmittel produzieren.

Die imperiale Lebensweise beruht auf Exklusivität, also darauf, dass nicht alle an ihr teilhaben. Gleichzeitig entfaltet sie eine starke Anziehungskraft auf all jene, denen die Teilhabe an ihr bislang verwehrt war bzw. die vor allem ihre Kosten zu tragen hatten. Indem sie sich aber verallgemeinert, geht sie ihrer eigenen Existenzgrundlage verlustig: Das Außen, auf das sie aufgrund ihrer überproportionalen Inanspruchnahme von Natur und Arbeitskraft angewiesen ist, schrumpft im selben Maße, wie Teile des globalen Südens sich die imperiale Lebensweise zu eigen machen und dadurch nicht nur als Außen des globalen Nordens wegfallen, sondern selbst von einem Außen abhängig werden, auf das sie ihre Kosten verlagern können. In der Konsequenz verschärfen sich öko-imperiale Spannungen innerhalb des globalen Nordens ebenso wie zwischen diesem und dem globalen Süden.

Zwischen Nivellierung und Hierarchisierung von Ungleichheit

Aus emanzipatorischer Perspektive liegt die Krux darin, dass für die mitunter durch erbitterte Kämpfe erreichte Verbesserung der Lebensverhältnisse breiter Bevölkerungsschichten in den Metropolen unter Bedingungen von Kapitalismus und Imperialismus stattfindet. Klassenpolitik von unten oder „neue Klassenpolitik“ in einem Land wie Deutschland oder in Europa, welche ökologische, feministische, anti-rassistische und andere Fragen aufnimmt, steht deshalb zunächst einmal in einem Spannungsverhältnis zur imperialen Lebensweise, die immer auch eine Produktionsweise ist.

Klassenpolitisch bedeutsam ist aus unserer Sicht, dass der in die kapitalistische Gesellschaft eingelassene Zwang zur imperialen Lebensweise nicht notwendigerweise als solcher empfunden wird. Wie gesagt, er geht durchaus einher etwa mit Arbeitserleichterungen, mehr Komfort und einer größeren Mobilität. Vor allem die sich mit dem fordistischen Klassenkompromiss durchsetzende erdölbasierte Konsumnorm verhalf den Lohnabhängigen zu einem bis dahin unbekannten Lebensstandard. Große Teile der Arbeiterklasse des globalen Nordens profitierten davon, und zwar zu Lasten der Natur und der Lohnabhängigen im globalen Süden – sowie basierend auf schlecht entlohnter migrantischer Arbeit und der unentgeltlichen Aneignung der von Frauen geleisteten Reproduktionsarbeit im globalen Norden selbst.

Wirkt attraktiv, ist aber nicht verallgemeinerbar. Das westliche Modell des Konsumkapitalismus

Die Wohlstandszuwächse, die der Fordismus den Lohnabhängigen bescherte, hoben den Klassengegensatz natürlich nicht auf. Vielmehr wurden die nivellierenden Tendenzen der fordistischen Entwicklungsweise von einer Kontinuität gesellschaftlicher Hierarchien überlagert. Am Tatbestand der Ausbeutung der Lohnabhängigen im globalen Norden ändern Nivellierungstendenzen nichts Grundlegendes.

Die gesellschaftliche Hierarchisierung stachelte etwa den Konsum zu symbolischen Zwecken an. Hierarchisierung geht Hand in Hand mit Statuskonsum: Die Reichen vergewissern sich ihrer sozialen Stellung, indem sie die jeweils neueste Version eines Luxusguts zur Schau tragen. Damit konkurrieren sie untereinander und setzen gleichzeitig die Standards, denen die weniger Begüterten nacheifern. Der materielle Gebrauchswert der Ware spielt dabei eine ihrem symbolischen Wert untergeordnete Rolle.

Seit der Krise des Fordismus in den 1970er Jahren – und beschleunigt durch die Krise und die Krisenpolitiken nach 2008 – ist die gesellschaftliche Entwicklung im globalen Norden durch eine (wieder) zunehmende gesellschaftliche Hierarchisierung geprägt, die die Segnungen der imperialen Lebensweise für eine größer werdende Zahl von Menschen in weite Ferne rücken lässt. Branchenübergreifend haben sich die Arbeitsbedingungen in jüngerer Zeit verschlechtert.

Dazu kommen die Verschärfung der ökologischen Krise und die Zunahme von geopolitischen Spannungen, die auch in der gesellschaftlichen Mitte die diffuse Ahnung nähren, dass die lange Zeit vorherrschende ungleiche Verteilung von Kosten und Nutzen der imperialen Lebensweise nicht von Dauer sein könnte. Allem Anschein nach erodieren also die sozial-ökologischen Voraussetzungen der klassenübergreifenden Wohlstandszuwächse und der Bearbeitung des Klassengegensatzes im globalen Norden, und zwar umso mehr, je stärker andere (etwa die Schwellenländer) auch von diesen Voraussetzungen abhängig werden und je aggressiver die Eliten des globalen Nordens – mit starker Zustimmung nicht unerheblicher Teile der Bevölkerung – die Exklusivität der imperialen Lebensweise zu verteidigen versuchen.

Die alltägliche, habitualisierte, ganz praktisch und meist unbewusst vollzogene Produktions- und Lebensweise führt nicht nur zu ökologischer Zerstörung und Ausbeutung im globalen Süden. Sie verschärft – gerade wegen ihrer globalen Attraktivität und Verallgemeinerung – auch die sozial-ökologischen Widersprüche im globalen Norden selbst. Das ist eine zentrale Herausforderung für aktuelle emanzipatorische Politik und das ist das falsche Versprechen von Rechtsaußen: Die diffuse Ahnung von der Unhaltbarkeit dieser Lebensweise wird umgearbeitet in ein Versprechen, dass es mit Hilfe von Abschottung, aggressiv-nationalistischer Wirtschaftspolitik und Neo-Kolonialismus doch so weitergehen könne wie bisher.

Repolitisierung der Klassenfrage: aber wie?

Aus unserer wissenschaftlichen wie politischen Strategie, die internationalen Voraussetzungen und negativen Konsequenzen der imperialen Lebensweise und die dieser zugrundeliegenden Mechanismen sichtbar zu machen und damit die Bedingungen eines zu schaffenden Modells für Wohlstand und Lebensqualität für alle zu formulieren, ergibt sich: Eine linke Perspektive und damit eine neue Klassenpolitik muss internationalistisch sein. Sie kann sich also nicht auf das Zusammendenken verschiedener Herrschaftsverhältnisse innerhalb eines Landes beschränken, sondern muss auch räumlich über die nationalstaatliche Ebene hinausgehen. Das ist bereits in Europa deutlich, wenn die Institutionen, Kräfteverhältnisse und Politiken in der EU systematisch das bundesdeutsche Exportmodell favorisieren und Alternativen blockieren.

Damit bleibt es nicht bei der notwendigen Bekundung und Praxis internationaler Solidarität, insbesondere über das Sichtbarmachen und die Unterstützung von Arbeitskämpfen in Ländern des globalen Südens, die in vielen Fällen für Auseinandersetzungen hierzulande motivierend sind. Vielmehr geht es vor allem darum, den Umbau der Produktions- und Lebensweise in einem Land wie Deutschland konsequent international und internationalistisch zu denken. Dies impliziert eine völlige Restrukturierung von Weltmarkt, internationaler Arbeitsteilung und den entsprechenden Regeln und Kräfteverhältnissen.

Doch anzufangen wäre „zu Hause“, nämlich in Deutschland und in der EU. Politiken einer solidarischen Produktions- und Lebensweise müssten die sozialen und ökologischen Implikationen hierzulande und international berücksichtigen. Sie würden in den Blick nehmen, dass das exportgetriebene Wachstumsmodell vordergründig materiellen Wohlstand für relevante Teile der Bevölkerung schafft, aber um den Preis eines absurden Reichtums der Eliten, der Akzeptanz bestehender Macht- und Herrschaftsverhältnisse, der Abhängigkeit von Wohl und Wehe von Investitionsentscheidungen und des kapitalistischen Weltmarkts und eben auch vieler sozialer Ausschlüsse und ökologischer Zerstörungen.

Der Begriff der imperialen Lebensweise weist vor dem Hintergrund sich zuspitzender globaler sozialer Fragen und einer Repolitisierung der Klassenfrage in den materiell wohlhabenden Gesellschaften auf das Dilemma hin, dass viele Lohnabhängige im globalen Norden materiell im Zuge emanzipatorischer sozial-ökologischer Politik durchaus etwas zu verlieren haben, aber im Umbau der Produktions- und Lebensweise hin zu einer solidarischen eben auch einiges zu gewinnen: mittelfristig bessere und stabilere Lebensbedingungen und Selbstbestimmung und ein erfülltes Leben statt Fixierung auf Disziplin, Erwerbsarbeit und Konsumismus.

Eine ausführliche Version dieses Artikels erscheint in der Ausgabe 1/2018 der Zeitschrift „LuXemburg“.

 

Literatur

Brand, Ulrich/Wissen, Markus (2017): Imperiale Lebensweise. Zur Ausbeutung von Mensch und Natur im globalen Kapitalismus, München.

  • Mögen

  • Versenden
  • Ausdrucken

Artikel versenden

Absender

Empfänger

Nutzungsbedingungen*

Ich verpflichte mich zur wahrheitsgemäßen Angabe meiner Daten. Ich weiß sicher, dass der/die Empfänger/in mit dem Empfang der E-Mail einverstanden ist. Ich übernehme die Verantwortung, wenn dies nicht der Fall ist. Zur Entlastung des Websitebetreibers gestatte ich, dass Datum, Uhrzeit, beide E-Mail-Adressen und meine IP-Adresse gespeichert werden. Nicht gespeichert wird die Nachricht an den Empfänger.

Schließen
Artikel aus der Ausgabe März 2018
Prager Frühling März 2018

Kommentar abgeben

Klasse mit Gedöns!

Die politische Linke habe sich die letzten Jahrzehnte zu viel mit Gedöns und zu wenig mit Klassenpolitik beschäftigt, so ist im politischen Feuilleton derzeit häufiger zu lesen. Nur: Stimmt das überhaupt? Und was hieße Klassenpolitik auf der Höhe der Zeit?

Tod der alten Dame?

Ob PASOK in Griechenland oder die Parti Socialiste in Frankreich, in vielen Ländern sind die Sozialdemokraten zu Kleinstparteien geworden. Auch hierzulande geht’s der SPD alles andere als gut. Was bedeutet die Schwäche der SPD für die Linke? Was für eine sozialistische Europapolitik? Eine Ausgabe über Glanz und Elend der realexistierenden Sozialdemokratie.

Versteckte Gemeinsamkeit

Sie hassen und sie brauchen sich. Die völkische Rechte nutzt islamistischen Terror und neo-salafistische Ideologie zur Selbstermächtigung und zur geistigen Aufrüstung beim Kampf um die Straße. Unsere Autor*innen gehen der Frage nach, woher sich diese „autoritären Revolten” speisen, wie ihnen zu begegnen ist und welche Rolle eine emanzipatorische Linke dabei spielen sollte.

Bevor die nächste Blase platzt

In EU und Euroraum erleben wir wie der neoliberale, finanzgetriebene Kapitalismus einfach so weitermacht wie bisher. Was eine linke Antwort ist, kann als umstritten gelten: Rückzug in den nationalstaatlich organisierten Kapitalismus oder eine solidarische und demokratisierte Wirtschaftsordnung in Europa?

Wer ist das Volk?

Populismus als Kommunikationsform und Strategie

Wer ist das Volk in „Wir sind das Volk“? — Wir haben uns in Europa und den Amerikas auf die Suche nach dem Volk der rechten Wutbürger und dem Volk des Linkspopulismus begeben. Gefunden haben unsere AutorInnen populistische Elemente in der repräsentativen Demokratie und einen radikaldemokratische Impetus des Linkspopulismus. In den Beiträgen werden Fragen nach der (Un)Möglichkeit des Pluralismus innerhalb linkspopulistischer Strategien und nach der Realpolitik des Populismus an der Macht gestellt.

Angst essen Seele auf

Terror, Gewalt, Kriminalität — SicherheitspolitikerInnen behaupten darauf eine Antwort zu haben. Aber was war eigentlich noch mal die Frage? Unsere AutorInnen haben versucht herauszufinden, was das eigentlich ist: Sicherheit. Sie haben sich an Antworten darauf versucht, ob es eine linke und emanzipatorische Sicherheitspolitik geben kann und worin diese eigentlich bestehen sollte.

This is a movement

Die Neuaushandlung von Bewegungsfreiheit und Grenzregimen

Niemand hat die Absicht eine Mauer zu bauen. … oder höchstens eine ganz kleine vielleicht oder einen Zaun aus Natodraht. Die selektive Abschottung des „Raums der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts“ nach außen ist in seiner bisherigen Form gescheitert. Unsere AutorInnen intervenieren in diese Neuaushandlung zentraler Fragen von Nationalstaatlichkeit, globalen Rechten und Demokratie ...

Krieg und Frieden

Weltinnenpolitik und die Zukunft ziviler Konfliktbearbeitung

Putinversteherin und Faschistenfreund – in Diskussionen über den Umgang mit bewaffneten Konflikten, wird schnell auch rhetorisch scharf geschossen. In seiner neuen Ausgabe fragt prager frühling wie eigentlich linke Weltinnenpolitik geht und wie eine Neuerfindung des politischen Pazifismus ins Werk zu setzen wäre.

So nicht!

Demokratie als Praxis

Griechenland hat die Austeritätspolitik abgewählt - durchgesetzt hat dies eine linke soziale Bewegung auf den Straßen und Plätzen. Ohne die enge Verzahnung mit Syriza als parlamentarischer Verlängerung wäre dies nicht möglich gewesen. In Dresden hingegen marschiert mit Pegida eine neue APO von rechts und mit der AfD rückt eine neue Rechtspartei in die Parlamente ein. Genügend Gründe also sich mit den Formatierungen parlamentarischer Demokratie zu beschäftigen. Spielräume für emanzipatorische Kämpfe zu ergründen und Beschränkungen einer Politik im Zählverein zu analysieren.

No Future?!

Not this Future!

Elendig lange scheint es her, dass Francis Fukuyama en passant mit dem Ende der Geschichte auch das Ende des Zukunftsdenkens ausgerufen hat. Elendig ist das gegenwärtige Zukunftsdenken auch nach dem Ende dieses „Endes der Geschichte“. In Politik, Wissenschaft und Literatur ist der Bedeutungshorizont von Zukunft auf die Begrifflichkeiten der Versicherungsmathematik zusammengeschrumpft. Der Versuch einer Rettung

Common Sense?!

Von Sinn und Eigensinn der Commons

Emanzipatorische Alternative jenseits von Markt und Staat oder nur Lückenbüßer für vormals staatlich organisierte Aufgaben? Unsere Autor*innen haben sich auf die Suche nach heutigen Commons gemacht. Im ersten Teil der Ausgabe haben sie die Kontaktzonen zum Markt, Staat und Care-Ökonomien besichtigt und theoretisch vermessen. Im zweiten Teil der Ausgabe haben sie Gemeinschaftsgärten durchstreift sowie an „Energietischen“ gesessen, um Kämpfe um Commons zu dokumentieren.

Feiern, wie sie fallen?!?

Über das Verhältnis von Opponieren, Regieren und Protestieren

Die heilige Dreifaltigkeit der Linken ist die Trinität aus Protestieren, Opponieren, Mitregieren. Bei der Frage, in welcher Beziehung die drei stehen, gerät die Gemeinde oft ins Stammeln und die politischen Theologen antworten mit dürren Dogmen. Unsere AutorInnen haben zunächst gefragt, wo er ist, der ominöse Ort der Macht und sind ihm dann mit steilen Thesen auf den Leib gerückt.

Wo Strom ist, ist Widerstand

Digitaler Protest und elektronische Demokratie

Unsere AutorInnen fragen sich, ob die Schwarmintelligenz den Cybersexismus überwinden kann und wo genau die Grenzen des digitalen Medienbaukastens verlaufen. Kai van Eikels analysiert die Ideologie des „Nerds“ und Mathias Schindler erklärt, wie es mit Wikipedia weitergeht. In den Feminismen gibt Dr. Lady Bitch Ray dem Feminismus der ersten Welle einen fetten Zungenkuss, während Stefan Gerbing in der ersten Hurenzeitung der Weimarer Republik geblättert hat.

Burn-out den Verhältnissen

… oder die Revolution kommt immer zu spät

Nein, ihr habt’s wieder falsch verstanden! Entschleunigung heißt nicht Breitbandrossel, liebe Telekom. Und Du, Frankfurter Polizei: Die Entdeckung der Langsamkeit meint nicht, zehn Stunden Zwangsentschleunigung im Kessel. In der Stress-Ausgabe prager frühling geht’s, darum wie man es richtig macht.

Essen und gegessen werden

Erst so ein Fressen und dann auch noch Moral!

Der Realsozialismus ist auch auf der Speisekarte gescheitert: Als Diktatur des schlechten Geschmacks. Die Verhältnisse an kapitalistischen Tafel sind nicht weniger ungenießbar. Tausch von ökonomischem und sozialem Kapital geht vor. Wenn Renate Künast eine Flasche fairen Bio-Orangensaft kauft, geht locker das Tagesbudget eines Hartz-IV beziehenden Kindes über die Theke ...

Battlen statt Betteln.

prager frühling entwickelt die neue soziale Idee!

Die neue Ausgabe des prager frühling erscheint am 26.10.2012 und kann hier bestellt werden.Im Schwerpunkt geht es diesmal um die „Neue soziale Idee“ und damit die Frage nach emanzipatorischen Potentialen, aber auch den Grenzen einer linken Sozialpolitik.

Autoritäres Krisenregime

Deutsche Euros rollen wieder …

Und in Berlin singen die Ultras von der FDP gemeinsam mit den Polithools vom rechten Rand: „Protektorat statt Europarat!“ Wird in Griechenland bald mehr als nur Deutsch gesprochen? Unsere AutorInnen stellen sich dem Einmarsch entgegen. Lucas Oberndorfer analysiert den autoritären Wettbewerbsetatismus als Krisenbearbeitungsstrategie ...

Sex! Sex! Sex!

Über die schönsten Nebenwidersprüche der Welt

Von wegen „schönste Nebensache“ der Welt. Sex ist diesmal der Schwerpunkt unseres Heftes. Während uns die Starsoziologin Eva Illouz über den Zusammenhang von Kapitalismus und Partnerwahl aufklärt, analysiert Kathy Meßmer Intimchirurgie als widersprüchliche Praxis. Außerdem im Schwerpunkt: ...

Affentanz um Nahost

Nichts sehen, nichts hören, laut brüllen — geht die Linke über den Jordan?

Ach diese Linken! Sie wissen genau, wie es Frieden zwischen Ramallah und Tel Aviv geben kann und sie brüllen es heraus – in Düsseldorf und Frankfurt. Während die Einen schreien: „Straßenschlacht in Ramallah, die Panzer sind die Antifa“, brüllen die Anderen: „Intifada bis zum Sieg ...

Reinheitsverbot

Parallel sind immer die Anderen!

prager frühling stößt an: ein Prosit den Parallelgesellschaften! Schon klar, Integration fordert immer die Anderen. Deshalben sagen wir: "Erst wenn Efes sich ins deutsche Biersortiment eingegliedert hat und ein Hefeweizen anbietet, werdet ihr merken, dass man so etwas nicht trinken kann." Wie aber geht sozialistischer Antirassismus? Etienne Balibar, Nichi Vendola und viele andere versuchen sich in Antworten ...

Im Zweifel Dagegen!

Schwerpunktheft Dissidenz und ziviler Ungehorsam

Dissidenz und ziviler Ungehorsam sind die Hefe linker Politik. Kann Sie auch Schmiermittel des Kapitalismus sein? Wo schlägt Subversion in unpolitischen Abweichungsfetisch um? Unsere Autor_innen schauen nach, diskutieren und polemisieren.

com.munismus. komm!

Auf dem Weg zum Wissenskommunismus

Ist geistiges Eigentum Diebstahl? Stellen Raubkopien das Ergebnis von Aneignung oder eine besonders perfide Ausbeutung des Kreativproletariats dar? Darüber diskutieren in unserem Heft u.a. Michael Hardt, Cornelia Koppetsch, Sabine Nuss und Stefan Meretz. Digital Natives diskutieren die Implikationen der Digitalisierung von Demokratie ...

Crossover

Gegenmacht oder gegen Macht?

„Crossover“ ist der Versuch, eine Diskussion über politische Kooperation von sozialistischen, grünen und sozialdemokratischen Positionen in Gang zu setzen, deren Ergebnis hegemoniefähige progressive Reformprojekte werden sollen. So nahe liegend dies angesichts des Niedergangs der neoliberalen Ära ist, so blockiert ist diese Perspektive dennoch ...

Klimawandel und Gesellschaftsveränderung

System change not climate change!

Den politischen Gemütszustand unserer Welt beschreibt nichts besser als der alte Kalauer: „Öko? Logisch.“ Niemand schmunzelt mehr drüber, aber alle nehmen den Schenkelklopfer für sich in Anspruch. Dass alles irgendwie auch „öko“ sein müsse, also die Sache mit der Umwelt halt ein Problem sei, ist – logisch – Allgemeinplatz geworden ...

Die Linke und die Nation.

Hattu Nation, muttu entgrenzen

Die Linke und die Nation ist der Schwerpunkt der fünften Ausgabe des prager frühlings. Außerdem beschäftigen wir uns unter dem Motto "balkan beats" mit der Linken in Post-Jugoslawien. Mit dabei sind Thomas Seibert, Julia Bonk, Klaus Höpcke, Michel Albert, Christin Löchner, Lothar Bisky, Ringo Bischoff, Katja Kipping, Andreas Fischer-Lescano und die Band Ego-Tronic ...

Her mit dem schönen Leben!

Infrastruktursozialismus statt Hartz IV

Original sanktionsfrei: Weg mit Hartz IV! Her mit dem schönen Leben! Neben vielen investigativen und weniger investigativen Beiträgen zum Hartz IV-Regime, wollen wir Euch in dieser Ausgabe auch unseren Vorschlag vorstellen, dem Hartz IV-Regime die Forderung nach einem Infrastruktursozialismus entgegen zu setzen ...

Democracy against the machine

Radikaldemokratie statt FdGO

Februar 2009 erschien die dritte Ausgabe des prager frühling. Das Schwerpunktthema ist "Demokratie und Herrschaft" mit Beiträgen und Artikeln von Chantal Mouffe (University of Westminster, London), Jürgen Peters (IG Metall), Colin Crouch, Franziska Drohsel (Juso-Vorsitzende), die Gruppe Soziale Kämpfe, Sonja Buckel (Universität Frankfurt) und viele andere mehr ...

Auf der Suche nach der Ästhetik des Widerstandes

Alles Politur? Zum Verhältnis von Politik und Kultur

Mitte Oktober 2008 kam die zweite Ausgabe von prager frühling, dem neuem Magazin für Freiheit und Sozialismus. Das nächste Heft widmet sich schwerpunktmäßig dem Verhältnis von Politik und Kultur. Ziel der Redaktion ist es, politisches Engagement und Kultur einander näher zu bringen. Dabei geht es nicht um eine Kolonisierung des einen Bereichs durch den anderen ...

Neue Linke: Alles beim Alten?

NeuBegründung als Bruch nach vorn

Der Schwerpunkt der ersten Ausgabe des Magazins prager frühling heißt "Refound: NeuBegründung". Unsere Autorinnen erklären was der "Bruch nach vorn" ist. Mit dabei Frigga Haug, Thomas Seibert, Hans Jürgen Urban, Daniela Dahn und Michel Friedmann.

Sprungmarken: Zum Seitenanfang, Zur Navigation, Zum Inhalt.