Prager Frühling - Magazin für Freiheit und Sozialismus

Neue Linke: Alles beim Alten?

Prager Frühling 01

Die Ausgabe 01 des Magazins prager frühling steht unter dem Schwerpunkt "Refound: NeuBegründung".

Normalerweise werden wir die Artikel jenseits einer kleinen Auswahl erst dann online stellen, wenn die Folgeausgabe erscheint. Nun machen wir aber direkt zu Beginn eine Ausnahme. Der Vorrat der Printausgabe hat sich nämlich mittlerweile erschöpft. Uns freut das! Wer hätte nämlich gedacht, dass der prager frühling so gut ankommt?!

Es tut uns aber auch sehr leid, wenn nicht alle ein Heft der ersten Ausgabe ergattern konnten. Wir empfehlen deshalb: Abos abschließen! So verpasst man nichts und wir können nebenbei die Auflage besser kalkulieren.

editorial
Liebe Leserinnen und Leser,
wir sind gewarnt worden. Der Titel dieses Magazins sei „mutig“, führe zu falschen Zuordnungen, wecke unterschwellig Abwehr und Antipathie. Zugegeben: prager frühling ist nicht nur ein meteorologischer Verweis auf den Erscheinungsmonat Mai. prager frühling ist unser Verweis auf einen überfälligen Perspektivenwechsel — ökonomisch, demokratisch wie kulturell. Text lesen

Gretchenfrage

sag mir, wie hälst du es mit ... dem prager frühling
Personen aus Politik, Wissenschaft und Kultur antworten

Schwerpunkt

vom bruch nach vorne
Die Redaktion im Gespräch über die NeuBegründung der LINKEN
Jörg Schindler: Mal ganz ehrlich: Die Etablierung der LINKEN kann nicht über ihre Ratlosigkeit hinwegtäuschen. Linke Politik ist heute ein großes „Irgendwie“: Irgendwie mehr soziale Gerechtigkeit und Demokratie, irgendwie Frieden, keine Nazis, keine Studiengebühren. Aber Patchwork ist kein Programm. Eine halbwegs kohärente und belastbare Strategie haben wir bisher nicht zu bieten. Text lesen
nicht wie das veilchen im moose...
Sieben Thesen für ein feministisches Profil der LINKEN
Auf dem Gründungsparteitag der Partei DIE LINKE fragte mich eine Journalistin, ob es nicht ein Widerspruch sei, dass ich als Feministin in diese Männerpartei eingetreten sei? „Um dies zu ändern“, antwortete ich in Aufbruchsstimmung. Text lesen
Von Frigga Haug
prekäre als stars der berlinale
Interview mit Incrediboy, einem prekären Super-Helden
die mobilisierung des gemeinsamen
Eine Zwischenbilanz aus der Interventionistischen Linken
Die „Strömung“ der Interventionistischen Linken (IL) wurde formell zum Jahreswechsel 2005 gegründet und war 2007 eine der tragenden Kräfte der Anti-G8- Mobilisierung. Sie war mitverantwortlich für die bisweilen quälende, letztlich aber tragende Bündniskonstellation, für den schwarzen Block des 2. Juni und die fulminanten Blockaden. Text lesen
Von Thomas Seibert
die idee ist tot, es lebe die idee
Eine neue Bildungsexpansion als Basis für linke Universitätspolitik in der Post-Exzellenz-Ära
Die deutschen Universitäten waren Ende der 90er Jahre zwischen stecken gebliebenen linksliberalen Bildungsreformen und dem Beharrungsvermögen des konservativen ProfessorInnenstandes eingeklemmt. Text lesen
Von Tobias Schulze
prekäre als stars der berlinale
Interview mit Incrediboy, einem prekären Super-Helden
prager frühling: Bei der Berlinale traten Super-Prekäre mit der Losung „Mir reicht’s nicht, nur Statist in meinem Leben zu sein“ auf. Seid ihr auf eine Starrolle scharf? Text lesen
konstruktive veto-spieler?
Die Gewerkschaften und die neue Mosaik-Linke
Dass mitglieder- und durchsetzungsstarke Gewerkschaften einen wichtigen Baustein des traditionellen Wohlfahrtsstaates darstellten, dürfte ebenso unbestritten sein, wie die Einschätzung, dass es um eben diesen Wohlfahrtsstaat nicht gut bestellt ist. Text lesen
Von Hans-Jürgen Urban
will i ever be free?
Rosemarie Will, die Vorsitzende der Humanistischen Union, im Interview
prager frühling: Gibt es Ihrer Meinung nach einen Zusammenhang zwischen Freiheit, Demokratie und Bürgerrechten auf der einen und Wirtschafts- und Gesellschaftssystemen auf der anderen Seite? Text lesen
geistige kofferträger
Der Kommentar zum Thema Nachwuchspolitiker
Wo sind sie - die auffälligen, unkonventionellen, unangepassten Nachwuchspolitiker? Wo sind die jungen, engagierten – ich wage den Begriff, auch wenn er altmodisch klingt - Idealisten, die für ihre Inhalte kämpfen und anecken. Wer ist daran schuld, dass in allen Parteien kaum noch Nachwuchs vorhanden ist und die Jugendorganisationen implodieren? Text lesen
Von Michel Friedman
bringschuld einlösen
DIE LINKE muss Theorie und Praxis einer sozialistischen Bürgerrechtspartei neu begründen
DIE LINKE will sozialistische Bürgerrechtspartei sein — ein hehrer Anspruch! Ob bei G8-Protesten, Vorratsdatenspeicherung oder der Datensammelwut der Hartz- IV-Behörden: Man möchte Ansprechpartnerin für diejenigen sein, die sich mit staatlichen Repressionen und Überwachung nicht abfinden wollen. Text lesen
Von Lena Kreck und Jörg Schindler

Europa

ex oriente lux?
Die Europäische Linke in Mittel- und Osteuropa
Die spezifischen Rahmenbedingungen linker Bewegungen in den Staaten des ehemaligen Ostblocks stellen für die europäische Linke nach nunmehr achtzehn Jahren postkommunistischer Systemtransformation weiterhin eine Herausforderung dar. Fausto Bertinotti, der ehemalige Vorsitzende der Europäischen Linken (EL), forderte in seinen „15 Thesen für eine europäische Linke“, dass die Partei der Europäischen Linken ein eigenes politisches Subjekt werden solle. Text lesen
Von Juliane Nagel
Sinistra europea?
Zum Regenbogen und den Eckpunkte einer linke Europapolitik
Die italienische Linke stellt sich aktuell einer historischen Herausforderung: Die Rifondazione Comunista, die Grünen, die Partei der italienischen Kommunisten und die Demokratie Linke – der linke Flügel der Linksdemokraten, der sich nicht an der Gründung der zentristischen Demokratischen Partei beteiligt hat – verständigten sich auf die Wahlallianz Sinistra, l’Arcobaleno (Die Linke - Der Regenbogen) und traten im April zu den Wahlen an. Text lesen
Von Fabio Amato
ablösung der kalten dekade
Über die Hoffnung auf ein Ende des neoliberalen Winters
Es ist nicht einfach über Ereignisse zu spekulieren, selbst wenn man versucht hat, seine biologische Abstinenz mit inhaltlicher Beschäftigung zu überdecken. Ich will also zur Situation heute kommen und zu den gegenwärtigen Botschaften eines „Prager Frühlings“, die in einer langen und turbulenten Periode, dem neoliberalen Winter, entwickelt wurden. Text lesen
Von Yiannis Bournous

Geschichte

die welt nicht ihrem lauf überlassen
Robert Misik interviewt Rossana Rossanda
geschichte ist etwas unerbittliches
Daniela Dahn über das Einmischen damals und heute
Von Daniela Dahn
Mitgelaufen – Mitgewonnen
1968 in der BRD
Biographien werden wesentlich von Zufällen bestimmt. Ein solcher war, dass ich 1966, also in der Zeit, in der die Studentenbewegung anfing, mein Studium begonnen habe. Damit fiel mein Studium in eine Zeit, die von einer wachen Atmosphäre geprägt war, der sich kaum einer entziehen konnte. Auch ich nicht. Wenn ich heute vor Studierenden von jener Zeit berichte, geht es letztlich immer um zwei Fragen: Was hat die 68er Studentenbewegung erreicht? Was hat sie bei mir selbst verändert? Text lesen
Von Matthias Kreck
ein fensterchen hoffnung
Kafka Rezeptionen im Umfeld des Prager Frühlings
Kafkas Werke gehören zu den undurchdringlichsten, ja surrealsten Motiven der Weltliteratur, darunter groteske, unheimliche Fabeln wie die des Landvermessers Herr K. Gerade diese haben dazu beigetragen, dass ihr Autor zum „geistigen Verdun des Ost-West-Konflikts“ und schließlich sogar „zur Initialzündung des Sozialismus mit menschlichem Antlitz“ wurde, wie der Germanist und Prager Reformer Eduard Goldstücker später bilanzierte. Text lesen
Von Susanne Götze
Drei mögliche Schlussfolgerungen
1968 in der DDR
Aus dem Prager Frühling und dem Einmarsch im August waren für einen sozialistischen Oppositionellen drei mögliche Schlussfolgerungen zu ziehen. Lassen wir außen vor, welche Schlüsse die Parteioberen daraus gezogen haben mögen. Die erste Schlussfolgerung war die, man müsse, da die Entwicklung in Prag von der Partei ausgegangen war, selber in die Partei eintreten, um sie von innen heraus zu verändern, und in ihr auf eine der Prager Entwicklung vergleichbare Veränderung hinwirken. Text lesen
Von Florian Havemann
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Foto: Norbert Schepers