Prager Frühling - Magazin für Freiheit und Sozialismus

Die Linke und die Nation.

Die Linke und die Nation ist der Schwerpunkt der fünften Ausgabe des prager frühlings. Außerdem beschäftigen wir uns unter dem Motto "balkan beats" mit der Linken in Post-Jugoslawien. Mit dabei sind Thomas Seibert, Julia Bonk, Klaus Höpcke, Michel Albert, Christin Löchner, Lothar Bisky, Ringo Bischoff, Katja Kipping, Andreas Fischer-Lescano und die Band Ego-Tronic.

Editorial
Liebe Leserinnen und Leser,
Frage an Radio Eriwan: Stimmt es, dass die Linke international ist? Antwort: Im Prinzip ja. Weltweit kämpft sie im eigenen Land ums Überleben. Der Rest stimmt. Text lesen
Von Die Redaktion
Inhaltsverzeichnis
Gegen die Nation und für die Linke schreiben ...

Schwerpunkt

für vaterlandslosigkeit
Thesen der Redaktion zu Nation und Nationalismus
Von Die Redaktion
krampflösendes scrabble
Der Schaarschmidt-Kommentar zum entkrampften Verhältnis zur Nation
Blendet man einmal alle negativen Dinge aus, lässt sich über Deutschland im Prinzip nur Positives berichten. Hält man es umgekehrt, finden sich genügend Anlässe für ein herzhaftes Bäuerchen. Da dies mit Sicherheit für jedes andere Land der Welt gilt, kann man auch gleich dortbleiben, wo man gerade ist. Kann man – macht man aber nicht, beispielsweise im Urlaub. Text lesen
Von Uwe Schaarschmidt
anschlussfähig für antidemokrat_innen
Warum es keinen „gesunden“ Patriotismus geben kann
Während der WM 2006 haben wir es erlebt: Massenhaft warfen sich die Menschen eine Deutschlandfahne über die Schultern, malten das Gesicht schwarz-rot-gold an und betranken sich auf der Fanmeile, um ein „schönes Fußballfest“ zu erleben. Leider hat der inflationäre Gebrauch von Accessoires in Nationalfarben kaum nachgelassen. Text lesen
Von Katja Kipping und Lena Kreck
germany: zero points
Nationale Befindlichkeiten beim Eurovision Song Contest
Alle Jahre wieder wird der Eurovision Song Contest ausgetragen. Er ist eines der großen TV-Pflichtereignisse, lassen sich doch nationale Befindlichkeiten und Vorurteile selten auf so amüsante Weise wie hier beobachten. Text lesen
Von Christiane Graf
„hier ist die rose, hier tanze!“
Radikaldemokratische Rechtspolitik für Europa
Die europäische Idee ist diskreditiert. Ein breites gesellschaftliches Bündnis sieht Europa als Hort des Neoliberalismus, des Militarismus, des Bürokratismus. Und in der Tat: Im Namen Europas zieht die Bundeswehr in den Krieg; im Namen Europas baut die Grenzschutzagentur Frontex an einer Festung, in deren Folge tausende Menschen im Mittelmeer ertrinken; im Namen Europas hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) den Anwendungsvorrang eines supranationalen Rechts begründet, dessen Zustandekommen demokratischen Vorstellungen widerspricht und dessen Inhalt Grundsätze des Gerechtigkeitsempfindens verletzt: Der effet utile europäischen Rechts ist längst auch ein effet neoliberal. Text lesen
Von Andreas Fischer-Lescano
offensiv statt defensiv
Für eine transnationale Linke
Als sich 1846 die Progressiven Europas zum „Fest der Nationen“ in London trafen, war für den jungen Friedrich Engels die Sachlage klar (1): Die „Proletarier“ würden anfangen unter „dem Banner der kommunistischen Demokratie“ über die Grenzen hinweg „zu fraternisieren“. Text lesen
Von Kolja Möller
mostly a place where people vent outrage
Interview with Michael Albert about the WSF and “reimaging society”
Interview mit Michael Albert über das WSF und das Projekt "Reimagining Society". Englische Originalfassung des Beitrags "Ein Ort, um Unmut auszudrücken" im Magazin prager frühling Nr. 05. Text lesen
Von Michael Albert
Perspektive global
Über das Konzept der Globalen Sozialen Rechte
Der Begriff Globale Soziale Rechte (GSR) soll eine Vorstellung der Bedingungen eines menschenwürdigen Lebens für alle geben. Das „Recht Rechte zu haben“ (Hannah Arendt) ist eine bedingungslose Voraussetzung hierfür. Text lesen
Von Brigitte Oehrlein

Europa

risse in der erfolgsgeschichte der neuen nation
Soziale Bewegungen in Slowenien
In Slowenien gibt es seit zehn Jahren so etwas wie Bewegungspolitik. Sie besteht aus vielfältigen Initiativen, die mit neuer Organisierung experimentieren und die auf die Krise der historischen Linken und der post-jugoslawischen Version des Endes der Geschichte antwortet. Eins der zentralen Projekte dieser Bewegungen ist die seit dreieinhalb Jahren besetzte ehemalige Fahrradfabrik Rog, in der ein autonomer Raum für soziale und kulturelle Produktion entstanden ist. Text lesen
Von Andrej Kurnik

Feminismus

Welcher Feminismus-Typ bist Du?
Der große prager-frühling-Test

Leckerbissen

bewegt euch!
In neuen Büchern rennen Gorz und Negri der Linken mal wieder voran
Dass, so André Gorz, „die Scheiße, in der wir heute stecken“, mit Demokratie nur noch sehr entfernt etwas zu tun hat, ist für beide großen alten Männer der europäischen Linken in ihren aktuellen Veröffentlichungen ausgemacht. Und wer Toni Negri schon einmal live erleben konnte, kann sich gut vorstellen, wie es geklungen hat, als es im Interview aus ihm herausbrach: „... doch dafür braucht es Demokratie, Demokratie, Demokratie.“ Text lesen
Von Robert Zion

LeserInnenbriefe

Replik auf Andreas Fischer-Lescano
Andreas Fischer-Lescano hat Unrecht. In seinem Beitrag “hier ist die rose, hier tanze” unterstellt er der LINKEN, sie führe ein nationales Abwehrgefecht gegen den Vertrag von Lissabon Der Jubel über das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Vertrag von Lissabon sei unangebracht. Die Bestätigung des Parlamentsvorbehalts bei Militäreinsätzen etwa, verhindere noch keinen völkerrechtswidrigen Krieg. Der Beitrag ist angesichts der Qualitäten von Andreas Fischer-Lescano enttäuschend. Text lesen
Von Fabio De Masi
Hattu Nation? Muttu entgrenzen!