Prager Frühling - Magazin für Freiheit und Sozialismus

System change not climate change!

Den politischen Gemütszustand unserer Welt beschreibt nichts besser als der alte Kalauer: „Öko? Logisch.“ Niemand schmunzelt mehr drüber, aber alle nehmen den Schenkelklopfer für sich in Anspruch. Dass alles irgendwie auch „öko“ sein müsse, also die Sache mit der Umwelt halt ein Problem sei, ist – logisch – Allgemeinplatz geworden. Trotzdem stellen sich tausend Fragen, und zwar sowohl bei denen „da unten“ wie auch jenen „da oben“.Antworten versuchen Hermann Scheer, Nicole Maisch, Ulrich Beck, Eva Bulling-Schröter, Mona Bricke, Mario Candeias, Bärbel Höhn und Ilka Schröder.

Editorial
Liebe Leserinnen und Leser,
Von eurer Redaktion
Inhaltsverzeichnis
für ein besseres Klima schreiben ...

Schwerpunkt

hoffnungsträgerin unserer zeit
Thesen der Redaktion zu Klimagerechtigkeit
gegenmacht-ressource nicht-kaufen
Pro: Politisch bewusster Konsum
Als vor einigen Jahren deutsche Banken und Versicherungen den Bau von Atomkraftwerken in Bulgarien finanziell unterstützen wollten, gründete sich ein Netzwerk, welches nicht nur gegen den bulgarischen Staat, sondern auch gegen die deutschen Banken protestierte. Diese hatten so große Angst vor einem Verlust an Ansehen in der deutschen Öffentlichkeit, dass sie ihre Kredite wieder zurücknahmen. Das zeigt nicht nur, wie gewitzt NGOs inzwischen vorgehen, sondern auch wie angreifbar Großkonzerne sind. Die Riesen zittern. Text lesen
Von Prof. Ulrich Beck
klima-killer falscher konsum?
Contra: Bewusster Konsum ist kein Heilsbringer.
Würden alle Leute Strom aus erneuerbaren Energien beziehen, im Bioladen einkaufen und höchstens einmal die Woche Fleisch essen, kurz: würde niemand mehr Produkte kaufen, die zur Erhöhung des CO2-Ausstoßes oder anderweitig zur Klimaverschlechterung beitragen, dann, ja dann, würde die Sonne wieder scheinen – aber eben nicht zu stark. Stimmt. Zumindest ein bisschen. Text lesen
Von Ilka Schröder
lieber red als new
Plädoyer der Redaktion für einen Red Green Deal
Der Kapitalismus neigt dazu, seine eigenen Lebensgrundlagen zu zerstören. Er ist sowohl maßlos gegenüber der Arbeit, Schöpfer seines Lebenselixiers, des Profits, als auch gegenüber der Umwelt, die die Gebrauchswerte bereit stellt, ohne die kein Tauschwert sein kann. Seine Prinzipien, die auf Wachstum und Kolonialisierung aller Weltregionen und Lebensbereiche ausgerichtet sind, werden für die Menschen lebensbedrohlich. In den 1940er Jahren wurde mit dem New Deal seine Maßlosigkeit gegenüber der Arbeit gebändigt. Text lesen
zentralisiert fördern
Hermann Scheer über Energiekriege, die Kohle-Lobby sowie Bürgerkraftwerke
Hermann ist tot. In seinem Andenken veröffentlichen wir an dieser Stelle ein Interview, dass wir in der Ausgabe #6 des prager frühling mit ihm geführt haben Text lesen
Von Katja Kipping

Feminismus

kämpfe um geschlechtliche selbstbestimmung
Zweigeschlechtlichkeit in der Kritik
„Für die Würde intersexueller Menschen – gegen Geschlechtsnormierungen im medizinischen Bereich!“ Unter diesem Motto fand am 21. Februar 1998 an der Berliner Charité eine Protestkundgebung mit Redebeiträgen, Geschlechterquiz für die Besucher/innen und einer Besichtigung der Innenräume statt. Anlass dieses Protestes war das Treffen der deutschsprachigen Kinder- und Jugendgynäkolog/innen, die sich zum dritten Mal zusammengefunden hatten, um sich über die Definition, Prävention und Behandlung geschlechtlicher Normabweichungen bei Kindern und Jugendlichen zu verständigen. Text lesen
Von Corinna Genschel

Europa

linke krise in skandinavien
Über das Dilemma parlamentarischer Stärke
Im Jahr 2005 wurde eine rot-rot-grüne Regierungskoalition in Oslo gebildet. Eine Sensation, zum einen weil Norwegens Arbeiterpartei (DNA) schon vor der Stortingswahl dazu gezwungen wurde, eine Koalition zu bilden, zum anderen weil die Sozialistische Linkspartei (SV) zum ersten Mal in eine Koalition einbezogen wurde. Mit dem Seitenblick auf Oslo bereitet sich nun auch die schwedische Linkspartei (V) auf eine Koalition mit der Sozialdemokratie (SAP) und den Grünen vor. Auch in Dänemark wird gegenwärtig über eine engere Zusammenarbeit zwischen Sozialistischer Volkspartei (SF) und Sozialdemokratie verhandelt. Text lesen
Von Henning Süssner
aufbruch zu neuen ufern
Die italienische Linkspartei Sinistra e Liberta
In Italien ist die politische Landschaft in Bewegung geraten, Berlusconis Hegemonie angeschlagen, die Linke im Aufwind. Es vergeht kaum ein Wochenende, an dem nicht Hunderttausende auf die Straße gehen, um gegen Berlusconi oder für den Erhalt von ArbeitnehmerInnenrechten, die Pressefreiheit, gegen Migranten- oder Homosexuellenfeindlichkeit zu demonstrieren. Text lesen
Von Christina Ujma

Leckerbissen

wie doll bist du fürs gute?
Der prager-frühling-Test
Im warmen Polar
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