Prager Frühling - Magazin für Freiheit und Sozialismus

Redaktionsblog

  • Redaktion, 30. Juni 2010, 13:00

    Crossover Zukunftsvertrag

    Beitrag von Marco Bülow (SPD) zur Red-Green-Deal-Debatte in der Lesbar

    Die GRÜNEN fordern den „Green New Deal“, die Redaktion des prager frühlings setzt dagegen lieber auf einen „Red-Green-Deal“. Marco Bülow (SPD MdB), Mitglied im Institut Solidarische Moderne, antwortet in einem lesenswerten Beitrag in der Lesbar auf unseren Vorschlag.

    Marco Bülow fordert in seinem Beitrag eine ökologische und soziale Erneuerung. Das fast schon klassische Nachhaltigkeitsdreieck Umwelt, Soziales und Wirtschaft solle mit den Themenfeldern Finanzmarkt und Bildung ergänzt werden. Er entwickelt neben der Zielvision auch Meilensteine und eine Umsetzungsstrategie, wobei er den Focus nicht nur auf die nationale Ebene und auf die Industrienationen ausrichtet. (mehr)


  • Katja Kipping, 28. Juni 2010, 15:00

    Von Klinsi lernen…

    Der etwas andere Kommentar zur Patriotismus-Debatte

    2006 zur Fußball-WM in Deutschland schrieb ich angesichts des entflammenden Patriotismus einen Kommentar "Von Klinsi lernen". Heute, vier Jahre später, stellte ich beim erneuten Lesen fest, dass dieser Kommentar womöglich gar nicht so unaktuell ist. Zwar heißt der Trainer nun Löw statt Klinsmann und aus der großen Koalition wurde inzwischen eine schwarz-gelbe Koalition. Aber nach wie vor gilt, es lohnt sich, sich nicht von BILD & Co. kirre machen zu lassen und jeden Patriotismushype kritisch zu hinterfragen. Aber lest selbst. Und wer Lust auf mehr Patriotismuskritik hat, dem sei die Ausgabe 5 des prager frühlings empfohlen.

    Im Spiel gegen Schweden am Samstag überzeugte die Nationalmannschaft selbst Skeptikerinnen wie mich.Aus ästhetischen Gründen setze ich sonst eher auf Brasilien und Argentinien.

    In den letzten Tagen konnte man sich im deutschen Bundestag vor den konservativen Nationalisten kaum retten: Sie vereinnahmen die spielerischen Erfolge der deutschen Elf für sich, als ob die geschossenen Tore “unserer Jungs“ irgendwas mit der erfolglosen Politik in diesem Land zu tun hätten. Das hat Methode. Der aufkommenden Nationalhype soll von den sozialen Grausamkeiten der Großen Koalition ablenken, die zeitgleich im Zuge des Haushaltes beschlossen wurden: die weiteren Verschärfungen von Hartz IV, die Mehrwertsteuererhöhung und die Begrenzung des Kindergeldes. Die Rechnung der Konservativen ging leider bestens auf. Die Springer-Presse und CDU-Politiker wie Volker Kauder missbrauchen die Erfolge des deutschen Teams und das Bedürfnis der Fans nach Feiern unter freien Himmel bei Bier und Sonnenschein. Sie wollen die nationalismuskritischen Lehren aus unserer Geschichte vollständig entsorgen. Mit diesem Versuch, von der WM die falschen Lehren zu ziehen, stehen sie nicht alleine.

    Ihnen sei ins Stammbuch geschrieben: Es tatsächlich einiges vom neuen Trainer der Nationalmannschaft, Jürgen Klinsmann zu lernen. Zuerst sorgte der Kalifornische Wohnsitz des Trainers, eine rein private Angelegenheit, für viel Aufregung in den Medien. So unkonventionell wie seine private Entscheidung waren auch die neuen Trainingsmethoden, die Jürgen Klinsmann einführte. Dazu gehört eine enge Kooperation jenseits von eitlen Egomanentum mit seinem Co-Trainer Jogi Löw. Von Anfang an setzte er auf jüngere, bisher weniger bekannte Spieler. Damit war natürlich ein gewisses Risiko verbunden. Die Spieler waren noch nicht entsprechend auf einander eingespielt und das neue Team startete mit Problemen bei den Testspielen. Die entsprechende Schmähkampagne in der BILD folgte prompt. Doch Klinsmann ließ sich von den Hetztiraden nicht beirren. Der bisherige Erfolg der Nationalmannschaft gibt ihm Recht.

    Unter seiner Leitung erfolgte der Wechsel von einer schwerfälligen Spielweise hin zu einem attraktiven Kombinationsfußball. Statt des bekannten Oliver Kahn machte Klinsmann den bisher zweiten Torwart Jens Lehmann zur Nummer eins., Damit bewies er erneut seine Bereitschaft, unorthodoxe Entscheidungen zu treffen und diese auch durchzuhalten

    Nicht unerwähnt bleiben kann in diesem Zusammenhang, die freundliche und sichere Bescheidenheit von Jürgen Klinsmanns, die nun wahrlich nichts mit dem Nationalstolz gemein hat, der Leuten wie Kauder aus allen Poren trieft.

    Wenn es also etwas gibt, das wir uns vom Trainer der gerade so umjubelten Nationalmannschaft abgucken können, dann die Kraft gegen den Strom zu schwimmen, die Bereitschaft einen Wechsel einzuführen, Teamgeist und das Selbstbewusstsein, sich nicht von Hetzkampagnen der BILD kirre machen zu lassen. Die Politik in der BRD sollte von Klinsmanns Wechsel in der Spielweise lernen: Auch wir müssen uns von den erfolglosen neoliberalen Rezepten der letzten Jahre verabschieden und einen Politikwechsel einleiten– und zwar hin zu mehr sozialer Gerechtigkeit, Mitbestimmung und Wirtschaftsdemokratie.

    Und noch ein Aspekt der Nationalmannschaft sei den Kauders und Bild-Redakteuren dieser Welt ins Stammbuch geschrieben: Die Verankerung in einem anderen Land hat den methodischen Ansatz des Nationaltrainers positiv inspiriert. Das deutsche Team entspricht in seiner Zusammensetzung.

    dem Einwanderungsland Deutschland. Es wird Zeit, dass die Politik nachzieht und ein modernes Staatsbürgerschaftsrecht dafür sorgt, dass alle hier Lebenden mit gleichen Rechten am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können- nicht nur auf dem Fußballplatz.

    Im Stadion von FC Barcelona, der Spielstätte von Messi

  • Redaktion, 5. Juni 2010, 14:00

    Weltumwelttag

    Zeit für einen Red Green Deal!

    Der diesjährige Weltumwelttag läuft unter dem Motto „Many Species. One Planet. One Future”. Statt schuckelnd in die Melodie von „We are the world“ einzufallen und Kaltduschen als ökologisch revolutionären Akt der Selbstkasteiung zu predigen, fordern wir einen Bruch mit öko-phraseo-logischem Geplänkel.

    Kick the habit and get activ! Wir wollten es in der 7. Ausgabe des prager frühlings genauer wissen und haben nachgefragt: Grüner Kapitalismus oder Red Green Deal? Welchen Ansprüchen muss ein sozial-ökologischer Umbau der Gesellschaft gerecht werden? Wo liegen die Handlungsspielräume und Interventionsmöglichkeiten eines linken Konzepts zur Klimagerechtigkeit?

    Antworten versuchen u. a. Hermann Scheer, Nicole Maisch, Ulrich Beck, Eva Bulling-Schröter, Mona Bricke, Mario Candeias, Bärbel Höhn und Ilka Schröder.

    Anlässlich des Weltumwelttages empfiehlt die prager frühling-Redaktion die Lektüre der 7. Ausgabe. Wir haben noch einige Exemplare für Euch aufgehoben. Wer zuerst bestellt, bekommt zuerst: http://www.prager-fruehling-magazin.de/topic/40.februar_2010.html

  • Redaktion, 4. Juni 2010, 09:00

    Wer wird Fussball-Weltmeister?

    Das prager Frühling LeserInnen-Forum

    Bald beginnt die Fußball-Weltmeisterschaft. prager frühling bleibt natürlich am Ball und hat seine LeserInnen gefragt: Wer wird Fussballweltmeister? Hier die ultimativen Prognosen. Mit dabei Parteiprominenz (Lötzsch, Wawzyniak, Maurer, Klinger), Publizistik (Schmidt, Strzoda, Shahyar!) Vereinsfussball (Spieler von FSV Hansa O7): http://www.prager-fruehling-magazin.de/article/450.wer-wird-fussball-weltmeister.html

  • Norbert Schepers, 13. Mai 2010, 23:00

    GegenMacht Regieren - Kommt 2013 Rot-Rot-Grün?

    Freitagssalon am 01.07.2010 mit Franziska Drohsel, Sven Giegold und Katja Kipping in Berlin

    Freitagssalon im Ballhaus Ost, Berlin, am 01.07.2010

    „Crossover“ ist der Versuch, eine Diskussion über politische Kooperation von sozialistischen, grünen und sozialdemokratischen Positionen in Gang zu setzen, deren Ergebnis hegemoniefähige progressive Reformprojekte werden sollen. So nahe liegend dies angesichts des Niedergangs der neoliberalen Ära ist, so blockiert ist diese Perspektive dennoch!
    Nicht zuletzt fehlt der Charme des Neuen, des nach vorn Gerichteten. Ganz besonders nerven deshalb diejenigen, die erst gar nicht drüber reden wollen, wie eine rot-rot-grüne Kooperation aussehen könnte. Gleichzeitig treibt das scheele Schielen auf das blockierte Naheliegende Sumpfblüten: rosa-rot-grüne Funktionäre treffen sich und „loten aus“ – ja, was eigentlich?
    Rot-Rot-Grün: Wir wollen wissen, was da geht – und was nicht. Und wie es geht – und wie nicht.

    Passend zum Release des siebten "prager frühling" Magazins zum Schwerpunkt "Crossover" findet am Donnerstag, den 01. Juli 2010, ab 20 Uhr im Ballhaus Ost (Pappelallee 15 in Berlin) der Salon der Wochenzeitschrift FREITAG zum Thema statt.
    Mitveranstalter: Freundinnen und Freunde der Prager Frühlings e.V.


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