Prager Frühling - Magazin für Freiheit und Sozialismus

Redaktionsblog

  • Thomas Lohmeier, 18. Januar 2009, 23:00

    democracy against the machine

    Das neue Magazin kommt bald

    Am Wochenende war Endredaktion der neuen Ausgabe, die diesmal das Thema Demokratie und Herrschaft beleuchtet. Es soll unser Beitrag zu 60 Jahren Grundgesetz sein ;-). Freuen dürft ihr euch unter anderem auf Interviews mit der Professorin für Politische Theorie, Chantal Mouffe, dem Entdecker der Postdemokratie Colin Crouch und auf ein Streitgespräch zwischen der kritischen Staatstheoretikerin Sonja Buckel und der Juso-Vorsitzenden Franziska Drohsel. So weit die ersten Appetizer aus unserem Schwerpunkt. Mehr gibt`s später.

    Die neue Ausgabe erscheint übrigens Mitte Februar. Wer jetzt gleich bestellt, bekommt sie auch nach Hause geliefert. Nicht mehr liefern können wir übrigens die erste Ausgabe des Magazins. Sie ist schlicht vergriffen. Lesen könnt ihr sie aber dennoch. Seit heute ist sie vollständig auf unsere Website.

  • Kolja Möller, 5. Januar 2009, 19:00

    Antikapitalistischer Ratschlag:

    Was kommt rüber?

    Die Interventionistische Linke, ein Netzwerk unterschiedlicher außerparlamentarischer und linksradikaler Gruppen, lädt für den Sonntag, 25.1. ins Frankfurter Gewerkschaftshaus zum antikapitalistischen Ratschlag. Das Programm ist viel versprechend: Neben einer einleitenden Diskussionsrunde, an der sich auch Prager Frühling-Redaktionsmitglied Norbert Schepers beteiligen wird, gibt’s Arbeitsgruppen und Leitfragen, die sich die Organisatoren überlegt haben. Wollen wir also hoffen, dass am Ende „was rüber kommt“: Aktionstage, Kampagnen. was Konkretes jedenfalls. Und hoffen wir auch, dass die Diskussionen und Arbeitsgruppen nicht nur dazu dienen, dass alle möglichen linke Kleinsekten ihre jeweilige Generallinie vorstellen.


  • Jörg Schindler, 5. Januar 2009, 19:00

    50? Pah. 100 Milliarden!

    Dem Investör ist nichts zu schwör. Alle Sanierer entdecken Keynes.

    Eine Nachricht aus der Gruft: "...Zusammenfassend lässt sich vor diesem Hintergrund feststellen, dass für zusätzliche Ausgaben, wie Ihr sie im Rahmen Eures Wirtschaftskonzeptes vorseht, schlichtweg keine Finanzmittel zur Verfügung stehen. Sicherlich ist Euch einsichtig, dass es zutiefst unseriös und politisch zudem außerordentlich gefährlich wäre, wenn die LINKE zusätzliche neue Ausgaben beschließen würde, ohne dass sie diese hinreichend konzeptionell mit zusätzlichen Einnahmen untersetzen kann. ...Obwohl wir zudem die Notwendigkeit sehen, wirtschaftspolitische Konzepte der LINKEN weiter zu entwickeln und Sympathie für viele Eurer Vorstellungen haben, halten wir es für inakzeptabel zugunsten der Wirtschaftspolitik andere wesentliche Politikschwerpunkte und öffentlich proklamierte Kernforderungen der LINKEN zurückzustellen oder mit rein fiktiven Mehreinnahmen zu untersetzen." Zutiefst unseriös wäre das also, quasi außerordentlich gefährlich, wenn DIE LINKE ein Zukunftsinvestitionsprogramm (ZIP) von 50 Milliarden Euro fordern würde, wie es der Gewerkschaftsflügel der LINKEN vertrete. Helmut Holter störte noch etwas besonders, nämlich: "...Seit Jahren begleitet und ärgert mich der Vorwurf, DIE LINKE sei eine wirtschaftsferne und unternehmerfeindliche Partei, die nur auf Umverteilung setze."

    Das war einmal. Man könne meinen, heute lebten wir in einer anderen Welt. Die Große Koalition diskutiert heute über ein Konjunkturprogramm; die Vorschläge der SPD sind denen des ZIP in weiten Teilen ähnlich: Anhebung der Spitzensteuersätze, Mehrausgaben für Schulen und Verschrottungsprämien für Non-Ök-PKW. Größenordnung: 30 bis 50 Milliarden.

    Und Bodo Ramelow, LINKE-Spitzenkandidat in Thüringen, setzt jetzt noch einen drauf: "...Insgesamt werden aber mittelfristig 100 Milliarden Euro benötigt, 50 Milliarden für Investitionen und Bildung sowie 50 Milliarden für die Ankurbelung der Binnennachfrage. Dazu gehört insbesondere das Aufstocken der Niedrigeinkommen...."
    50? Pah! Unter 100 Milliarden machts DIE LINKE also jetzt nicht mehr. Wie sagt der Ossi doch so oder so ähnlich: Dem Investör ist nichts zu schwör. Denn alle alten Sanierer entdecken jetzt doch noch Keynes. Das freut mich. Aber psst: Folgende Leute dürfen davon nichts erfahren: Carl Wechselberg, Angelika Gramkow, Ronald Weckesser, Angelika Klein, Mike Huster, Ralf Christoffers und Barbara Höll. Denn so besteht der Bodo niemals den Seriösitäts-Check. Und Helmut Holter muss weiter das Vorurteil entkräften, DIE LINKE sei eine unternehmerfeindliche Partei, die nur auf Umverteilung setze. Gruft, geh bloß schnell wieder zu.
    50? Pah. 100 Milliarden!

  • Norbert Schepers, 19. Dezember 2008, 11:00

    Schöner Schenken mit prager frühling

    Alle Jahre wieder stellt sich kurz vor Weihnachten die Frage nach dem passenden Geschenk.
    In übervolle Einkaufstempel hetzen und etwas erstehen, was am Ende doch wieder zurückgetauscht werden muss, war gestern. Ab diesem Jahr gibt es eine Alternative: das prager-frühling-Jahresabo. Gehe einfach auf Abonnieren und bestelle zum Preis von 15 Euro ein Jahresabo.

    Die dadurch gewonnene Zeit kann dann genutzt werden, um was Schönes zu lesen, z.B. die aktuelle Ausgabe vom prager frühling zu den Schwerpunkten „Ho-Ho-Hochkultur? - Zum Verhältnis von Politik und Kultur“ sowie „feminism, baby - Yes, we can zur Frage Wie feministisch ist die Linke?“

    Zum Schenken lädt auch unsere schöne Postkarte "verschenke prager frühling" ein, hier als PDF zum Download.

    Auf jeden Fall wünschen wir Euch eine schöne Weihnachtszeit,
    Eure Redaktion

    verschenke prager frühling
    Foto: Warenform

  • Norbert Schepers, 11. Dezember 2008, 01:00

    Kärntner Kulturkampf gegen Stermann & Grissemann

    “zensurlos fest“ in Klagenfurt

    Im Heimatland der FPÖ ist Satire nicht willkommen, zumindest wenn sie sich mit der wochenlangen Kollektivtrauer um Kult-Nazi Jörg Haider auseinandersetzt. Das Satiriker-Duo Grissemann und Stermann (in Berlin bekannt durch die "Show Royale" auf Radio Eins) scherzte in seiner ORF-Sendung "Willkommen Österreich" einmal zuviel und sieht sich nun Morddrohungen ausgesetzt, Forderungen nach Auftrittverboten und ein mutmaßlicher Anschlag gegen ihren Veranstalter sind weitere Folgen. Für den 11. Dezember 2008 wurde eine Veranstaltung mit dem Duo an der Universität Klagenfurt abgesagt. In Kärnten regt sich aber auch Widerstand gegen diesen fortdauernden "Geist von Haider": ein “zensurlos fest“ am gleichen Tag hält die Freiheit der Kunst hoch.

    Alles weitere im Artikel "Nicht ganz Kärnten tickt wie Haider" von Katharina Weise in unserer LesBar. Wir erklären uns solidarisch mit den Kabarettisten Stermann und Grissemann und dokumentieren die folgende Pressemeldung zur heutigen Protestveranstaltung in Klagenfurt.

    Stermann & Grissemann virtuell in Klagenfurt

    Am “zensurlos fest - fe¨ta brez cenzure“ wird die Freiheit der Kunst zelebriert

    Am Donnerstag, dem 11. Dezember, findet ab 19 Uhr im Klagenfurter Volxhaus/Ljudski dom (Südbahngürtel 24) das "zensurlos fest – fe¨ta brez cenzure" statt, veranstaltet von der gleichnamigen überparteilichen ARGE.

    An diesem Tag hätten die Wiener Kabarettisten Stermann und Grissemann persönlich an der Alpen Adria Universität Klagenfurt auftreten sollen. Die Veranstaltung musste jedoch abgesagt werden, nachdem die beiden Künstler telefonische Morddrohungen erhalten hatten. Eigentlich darf angesichts solch massiver Einschüchterungsversuche von jedem Landeshauptmann selbstverständlich erwartet werden, dass er zur Beruhigung beiträgt. Anstelle dem beschämenden Treiben Einhalt zu gebieten, unterstützte der Kärntner Landeshauptmann Dörfler (BZÖ) die von seiner Partei losgetretene Kampagne gegen die beiden Künstler und versuchte auch noch den Veranstalter, der Opfer eines höchst gefährlichen Sabotageaktes wurde, lächerlich zu machen. Das alles mit der Begründung, Stermann und Grissemann hätten durch ihre Parodie in ihrer Sendung „Willkommen Österreich“, in der einige überzogene Reaktionen um Haiders Begräbnis thematisiert wurden, "ganz Kärnten" beleidigt. Die Angelegenheit spitzte sich in den letzten Wochen zu. Kärntner Kunst- und Kulturschaffende entziehen sich nun in aller Deutlichkeit der Anmaßung des BZÖ, das festlegen will, was KünstlerInnen dürfen und was nicht.

    "Kärnten ist kein kultureller Eintopf aus der BZÖ-Küche", so die VeranstalterInnen, sondern "vielfältig, bunt und mehrsprachig", und dementsprechend ist auch das Programm der Veranstaltung. Es wird von einer Reihe Kärntner bzw. österreichischer KünstlerInnen verschiedener Genres gestaltet. Das Knabenquartett aus St. Veit an der Glan eröffnet mit einem Blues, Emil Kri¨tof und Dietmar Pickl stellen fünf Variationen der Kärntner Landeshymne nach Texten von Jani Oswald vor, Holub&Raab inszenieren dem Anlass Entsprechendes, das Klagenfurter Ensemble stellt sich mit einem Auszug aus seiner aktuellen Produktion, der „Publikumsbeschimpfung“ von Peter Handke, ein. Es lesen oder werden gelesen: Egyd Gstättner („Es sind nicht alle Toten gleich"), Delphine Blumenfeld („Das Arbeitslosentheater"), Julian Holl („Hitlermanieren") sowie Ute Liepold („Wählt mich. Ich verspreche alles!“) und Bernd Liepold-Mosser (Texte aus „Sing mit“). Statements geben der Historiker Univ. Prof. Dr. Karl Stuhlpfarrer und der diesjährige Landeskulturpreisträger und Schriftsteller Janko Messner. Nach der Verlesung eines Manifests gegen Zensur und Bevormundung und für die Freiheit der Kunst, sorgen das Balkan-Ensemble Mo¨a ¦i¨ić aus Wien und DJs für musikalisches Wohlbefinden. Mit Ausstellungen (UNIKUM – „An der Grenze des Erlaubten", Bella Ban-Rogy – „Cafe OM", IPSUM – „Dialog in Bildern“, Verein Innenhofkultur –„Standfest“, u. a.) und Videoclips werden beide Stockwerke des Volxhauses in Beschlag genommen, und schließlich sind Stermann und Grissemann virtuell mittels eigens produzierter Videobotschaft ebenfalls anwesend.

    Die Veranstaltung wird u.a. von SPÖ-Bundesrätin Ana Blatnik, den Grünen Kärnten, der Einheitsliste/Enotna lista und der KPÖ Kärnten gesponsert.
    Ein Subventionsansuchen an die Landeskulturabteilung blieb bis dato unbeantwortet.

    ARGE zensurlos, Südbahngürtel 24, 9020 Klagenfurt/Celovec
    Rückfragen an: argezensurlos [at] gmail.com

    Website von Grissemann und Stermann
    Foto: www.stermann-grissemann.at

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