Prager Frühling, Magazin für Freiheit und Sozialismus (www.prager-fruehling-magazin.de)
01.03.2021

Die neue Zeit und die Zukunft des demokratischen Sozialismus

„Die Menschen machen ihre eigene Geschichte, aber sie machen sie nicht aus freien Stücken, nicht unter selbstgewählten, sondern unter unmittelbar vorgefundenen, gegebenen und überlieferten Umständen“ (Marx 1972, 115).

Wir leben in einer neuen Zeit. Die politische Linke insgesamt erfährt einen Funktionswandel: Die Partei DIE LINKE vollführt vor diesem Hintergrund in den letzten Jahren eine Suchbewegung mit offenem Ausgang: Beschränkt sie sich einseitig auf die Rolle eines „Irritationsfaktors“ von außen, eines bloßen Prinzipienhüters oder eines Folklorevereins, blamiert sie sich vor der Geschichte, denn sie muss darauf antworten, wie sie konkret dazu beiträgt, die autoritäre Transformation zu verhindern und jetzt den sozial-ökologischen Umbau der Gesellschaft einzuleiten.

1. Die Hochphase des Neoliberalismus ist beendet: Die ökologische Herausforderung und die gesellschaftlichen Krisen der letzten Jahren werfen Fragen auf, die schon jetzt nicht mehr unter streng neoliberalen Vorzeichen bearbeitet werden: Die Schuldenbremse hat sich blamiert, staatliche Investitionstätigkeit spielt wieder eine zentrale Rolle und die Ideen von Friedrich Merz und Christian Lindner bleiben in der Minderheit während sie bis in die 2010er Jahre hinein noch in allen Talkshows als allgemein vernünftig und erstrebenswert galten. Unter „Neoliberalismus“ ist dabei eine spezifische gesellschaftliche Formation zu verstehen die von unterschiedlichen Merkmalen charakterisiert war (Biebricher 2018; Gill/Cutler 2014): (i) Die vorherrschende Rolle einer Wirtschafts- und Sozialpolitik, die auf Privatisierung, Förderung der Finanzmärkte und einen Abbau sozialer Leistungen setzte, (ii) eine Kultur des Marktes, die marktliberale Steuerungsmodelle auf alle gesellschaftlichen Bereiche übertragen wollte, (iii) eine rechtlich-politische Verfassung, die darauf gerichtet war, den politischen Entscheidungsprozess postdemokratisch gegen wirtschaftliche Alternativen abzudichten und entsprechende Marktinteressen immer wieder auch militärisch durchzusetzen. Seit Ende der 1990er Jahre sammelte sich die Linke als Gegenbewegung gegen dieses Gesellschaftsmodell und konnte als „gegenhegemoniale“ Kraft auftreten: Sei es als globalisierungskritische Bewegung gegen eine marktliberale Welthandelspolitik in Institutionen wie der WTO oder dem IWF oder auch als politische Partei gegen ein „Allparteienkartell“, da auch sozialdemokratische und grüne Parteien das neoliberale Projekt lange vorangetrieben haben.

2. Die Finanzkrise seit 2008 stürzte den Neoliberalismus weltweit in eine Krise: Er erlebte in der Euro-Krise 2010 ff. eine letzte Wiederkehr in der Form der Eurokrisenpolitik der deutschen Bundesregierung, die Austerität nochmals besonders rücksichtslos durchsetzte. Seitdem kann er sich jedoch zumindest ideologisch nicht mehr verallgemeinern (Tooze 2018). Dies gilt auch auf internationaler Ebene. Sowohl Staaten als auch internationale Institutionen setzen nicht mehr vorrangig auf eine strikt „neoliberale“ Orientierung, sondern richten sich stärker an investiven Wirtschaftspolitiken aus. Insbesondere die USA ist dabei ihre Rolle als weltweiter Hegemon zu verlieren. Sie hat sich unter der Regentschaft von Donald Trump von einer freihandelsorientierten Agenda, aber auch einem multilateralen Gestaltungsanspruch überhaupt abgewendet.

3. Die Kultur des Marktes ist ruiniert: Kaum jemand will mehr im Neoliberalismus leben und sein Leben als Selbstunternehmerin führen. Es ist für die meisten schlicht nicht mehr erstrebenswert das eigene Leben am Leitbild von männlichen Managern auszurichten, die bis zur Erschöpfung arbeiten und dabei Gesellschaft und Umwelt zerstören. Auch der politische Entscheidungsprozess hat sich geöffnet. Zwei Entwicklungen sind dafür verantwortlich:

  • Der weltweite Aufstieg des Rechtspopulismus führt dazu, dass in allen politischen Entscheidungsprozessen auch immer die Möglichkeit einer (offen) autoritären Option gegeben ist. Besonders deutlich wurde dies in den letzten Jahren bei den Präsidentschaftswahlen in Frankreich und den USA, wo es jeweils galt einen rechten Durchmarsch zu verhindern. In der BRD sind in Thüringen und anderen ostdeutschen Ländern ähnliche Konstellationen zu beobachten. Hier müssen sich liberale wie linke Akteure so verhalten, dass die extrem rechte Landnahme verhindert wird. Es geht dabei nicht nur um längerfristige Entwicklungstendenzen oder einen Kampf um Ideen im Bereich der Zivilgesellschaft, sondern sehr konkret darum, ob extreme Rechte öffentliche Amtsgewalt erhalten, Regierungsämter einnehmen oder ihre Funktionseliten in öffentlichen Verwaltungen unterbringen können.
  • Die anstehenden Herausforderungen im Bereich von Klimakatastrophe und Ökologie sowie des Umbaus der Wirtschaft durch die Digitalisierung werden nicht mehr vollständig in den Bahnen des neoliberalen Modells zu bewältigen sein. Wir haben dies in unseren Redaktionsthesen von 2011 zur „ökokreativen Hegemonie“ wie folgt zusammengefasst: (….) „Dass es „so“ nicht mehr weiter gehen kann, weder marktradikal-neoliberal noch atomar-fossil, leuchtet im Angesicht des mühsam abgewendeten finanziellen GAUs ganzer Volkswirtschaften ebenso ein wie im Angesicht der nur vielleicht abgewendeten Verstrahlung ganzer Regionen bis zur dauernden Unbewohnbarkeit. Es sind die untrüglichen Anzeichen eines Wechsels des kapitalistischen Akkumulationsregimes.
  • Auch die „Strategie” der Bundesregierung im Umgang mit der Corona-Krise zeigt deutlich, wieso der Kapitalismus keine Zukunft hat: Zwar wird einiges in Bewegung gesetzt, um das Virus zu bekämpfen, aber just da wo es wirklich geboten wäre, geht es weiter wie zuvor: In den Frachtzentren, am Fließband, bei den Luxusreisen für die Besserverdienenden, die mit Mundschutz auf die Malediven fliegen, während die Alleinerziehende mit den Kindern in ihrer Wohnung hockt.

Die Pandemie ist ein Vorgeschmack auf das, was die Klimakrise weltweit in den nächsten Jahrzehnten anrichten wird. Deshalb bleiben wir dabei: Der Kapitalismus ist offen dysfunktional geworden, um diese Menschheitsherausforderungen zu meistern. Wir brauchen andere Eigentums- und Verfügungsverhältnisse, um das Leben auf diesem Planeten zu sichern.

4. In dieser neuen Zeit erlebt die politische Linke insgesamt einen Funktionswandel: Während sie in den 1990er Jahren die Aufgabe übernahm überhaupt die Idee einer sozialistischen Alternative am Leben zu halten, organisierte sie in den 2000er Jahren den Protest gegen die neoliberale Politik. Heute ist sie selbst Teil eines offenen Konfliktes um die Gestaltung der gesellschaftlichen Entwicklungsrichtung: Reagieren unsere Gesellschaften auf den Umbruch mit einer im Zweifel autoritären Verdrängung oder gelingt es ein sozial ökologisches Umsteuern in Gang zu setzen? Wenn ja, setzt dieses Umsteuern nur auf einen ergrünten Neoliberalismus oder kann ein „Green New Deal“ gelingen, der die anstehenden Herausforderungen tatsächlich sozial-ökologisch angeht?

Auf der Suche nach der neuen Zeit ... ist die Linke schon bereit?

Einem solchen „Green New Deal” dürfte es nicht nur darum gehen, die Bewältigung des Klimawandels sozialverträglich zu gestalten. Vielmehr muss er die Einsicht politisch umsetzen, dass Kapitalismus und fossiles Wirtschaften gemeinsam zu überwinden sind. Ohne demokratische Planung und Gemeineigentum, ohne demokratischen Sozialismus wird sich die Klimakrise nicht bewältigen lassen. Und ohne die Unterstützung von breiten Bevölkerungsschichten werden die klimapolitischen Auseinandersetzungen nicht zu gewinnen zu sein. Ein „Green New Deal“, der dem Anspruch von Klimapolitik als revolutionärer Realpolitik gerecht wird, braucht klare und kluge Projekte. In der Geschichte des demokratischen Sozialismus gab es schon solche transformatorischen Ansätze. Die Versuche in Chile, Jugoslawien und der Tschechoslowakei demokratische Steuerungsprozesse effizient auszugestalten oder der Meidner-Plan der schwedischen Sozialdemokratie gehören dazu. Letzterer sah vor durch eine Abgabe auf Profite in Form von Aktien gewerkschaftlich kontrollierte Fonds aufzubauen und so über die Zeit Unternehmen in Belegschaftshände zu überführen. Heute könnten solche Modelle nicht nur eine Strategie des demokratischen Sozialismus darstellen, sondern als Klimapolitik mit klassenpolitischer Sprengkraft auftreten und eine ökologische Konversion einleiten.

5. Diese Herausforderungen wirken sich auch auf die Funktion der LINKEN als Partei aus: Sie ist zwischenzeitlich anerkannter Teil des politischen Systems: Der antikommunistische Konsens Nachkriegsdeutschlands besteht so nicht mehr. Die LINKE wird zunehmend – ob sie es will oder nicht – als Partei „wie alle anderen“ betrachtet. Ihr muss es entsprechend gelingen einerseits eine aktuelle Gesellschafts- und Systemkritik zu formulieren, sich aber andererseits in allen politischen Fragen vom Gesetzesentwurf bis zur möglichen Regierungsbildung vollumfänglich als handlungsfähige „Spielteilnehmerin“ in der Politik verhalten. Dabei geht es nicht um Spaß an der Anpassung, sondern um die objektiven Umstände: Beschränkt sie sich einseitig auf die Rolle eines „Irritationsfaktors“ von außen, eines bloßen Prinzipienhüters oder eines Folklorevereins, blamiert sie sich vor der Geschichte – denn sie muss darauf antworten, wie sie konkret dazu beiträgt, die autoritäre Transformation zu verhindern und jetzt den sozial-ökologischen Umbau der Gesellschaft einzuleiten. Sie ist deshalb zunehmend gezwungen in ihrer Politik auszuweisen, dass sie nicht nur das richtige fordert, sondern es auch durchsetzt.

6. Dies hat nicht zuletzt eine performative Dimension: Wir leben in Zeiten, in denen umkämpft ist, bei wem und wo sich „Macht“ verkörpert. Das nutzen die Rechten bisher geschickt aus. Ihr Aufstieg speist sich weltweit daraus, dass sie auf Krisenerfahrungen auch mit einem Ordnungsversprechen antworten. In solchen Zeiten muss die politische Linke selbst ausstrahlen, dass sie willens und fähig ist, voranzuschreiten, die sich bietenden Gelegenheiten beim Schopfe zu packen und eine neue Ordnung durchzusetzen.

7. Ob es der Linken wie der LINKEN gelingt, sich auf die neuen Zeiten einzustellen, ist offen: Allerorten ist in den letzten Jahren auch eine um sich greifende, linke Version der Verdrängung der „Aufgaben der Zeit“ zu beobachten. Man kann diese Verdrängung als Politik der Selbstbezüglichkeit begreifen.

  • Kulturalisierte Abgrenzung: Sie findet überall dort statt, wo Kommunikation nur vordergründig politisch ist, primär aber auf Selbstbestätigung durch rigorose kulturalisierte Abgrenzung zielt. Einzelne waren in der Zeit seit 2015 etwa der Auffassung, man müsse sich in Zeiten globaler Krisen besonders vehement und einseitig auf den kulturellen Lebensstil deutscher Mittelschichten (die dann oft irreführend „Arbeiter“ genannt wurden) zurückziehen, wie es etwa die Internet-Seite „Aufstehen“ erfolglos versucht hat. Andere Akteure wiederum bringen ebenso verhärtete Lebensstilangebote in Stellung – sei es der Rückbezug auf einen dissidenten Hardcore-Anarchismus oder ein Revival des Proletkults. In globalen Fragen ist eine Erscheinungsform der Selbstbezüglichkeit die übermäßige Identifikation mit einzelnen Nationalstaaten von Israel bis Venezuela. So unterschiedlich all diese Ansätze sind, sie spielen sich als gegensätzliche Ersatzhandlungen routiniert die Bälle zu. Sie sind letztlich apolitisch, weil sie gerade keine Analyse der konkreten Situation vornehmen und politische Strategien daraus ableiten, sondern sich auf die Wiederholung von Glaubenssätzen beschränken. Nötig wäre stattdessen eine Haltung, die je nach Frage und Situation konkret kritisch oder konkret solidarisch ist.
  • Selbstoptimierung: So sehr der Aufschwung neuerer feministischer und antirassistischer Initiativen beobachtbar und zu begrüßen ist, so sehr stellt sich auch dort zuweilen die Frage, wie der berechtigte Protest gegen einzelne spezifische Formen von Sexismus und Rassismus in eine strukturelle Überwindung von Patriarchat und strukturellem Rassismus führen kann. Zum Teil wird dieses Unterfangen nämlich durch eine Selbstoptimierung in der eigenen Blase ersetzt. Sie ist dort zu beobachten, wo allein auf „prozedurale“ Optimierung und „Virtue Signalling“ gesetzt wird. Wenn es ausschließlich darum geht, die eigene Organisation als „optimal“, „woke“ und „inklusiv“ darzustellen, dann ist dies weniger wünschenswerte Selbstreflektion als folgenlose Selbstgeißelung. Seit den Feuerbachthesen von Marx wissen wir, revolutionäre Praxis erfordert immer beides, die Selbstveränderung und die Veränderung der Verhältnisse. Wenn alle Energie allein auf die Selbstveränderung gerichtet ist und die Veränderung der Verhältnisse aus den Blick gerät, kann dies die Handlungsfähigkeit unterlaufen.
  • Voluntarismus: Selbstbezogenheit ist auch dort zu beobachten, wo nach dem Motto „schöner wär‘s, wenn’s schön wär“ aneinandergereiht wird, was jetzt unbedingt sofort zu machen und zum bestimmenden Thema erklärt werden soll. (Wahlweise: Sozialstaat, Transformation, Umverteilung, BGE oder Kein BGE, Kreislaufwirtschaft, kommunistische Weltgesellschaft, offene Grenzen oder keine offenen Grenzen etc.) Das Setzen von Themen, also so dass sich wirklich die Öffentlichkeit daran abarbeitet und dass gesellschaftliche Resonanz entsteht, ist harte Arbeit. Manchmal muss man dafür jahrelang wie ein Maulwurf den Boden vorbereiten, manchmal gilt es ein Gelegenheitsfenster zu nutzen. Auf jeden Fall gelingt das Setzen von Themen nicht nach Gusto und dem Motto, da müsste jetzt mal das und das und das alles thematisiert werden. So wichtig „Themen“ sind, man muss schon zeigen, wie die jeweiligen „Forderungen“ nicht nur in sich sinnvoll sind, sondern auch, wie die handelnden Akteure dazu in der Lage sind ihnen praktische oder mindestens diskursive Relevanz zu verleihen. Das erfordert kontinuierliche politische Arbeit und Organisierungstätigkeit. Strategie linker Politik und ihrer Parteien muss sein, die unterschiedlichen gesellschaftlichen Konfliktfelder jeweils vorzubereiten. Insbesondere geht es darum diskriminierte, marginalisierte oder benachteiligte Gruppen nicht miteinander in Konkurrenz zu setzen, wie es der Kapitalismus ja sowieso schon tut. Wenn Dynamiken entstehen gilt es sie zum richtigen Zeitpunkt aufzugreifen und zu unterstützen. Ein gutes Beispiel hierfür können die anti-rassistischen und die Bewegungen gegen den Klimawandel sein, die auf unterschiedliche Krisen und Missstände reagieren. Sie setzten sich global aus unterschiedlichen Gruppen zusammen und verfolgen unterschiedliche Ziele, den Stopp der Erderhitzung oder wie bei Black Lives Matter die Beendigung von Polizeigewalt. Werden die unterschiedlichen Forderungen nebeneinander gelegt, lassen sich jedoch häufig linke Grundforderungen erkennen, die sich an der Schaffung von öffentlicher Infrastruktur, Gemeinwohl oder dem Recht, Rechte zu haben, orientieren. Dies sind Werte, die klar herausarbeitet und mit einer gemeinsamen „Punchline“ versehen werden müssen.
  • Verabsolutierung von Bewegungen: Weiterhin spielen Denkmuster aus der Geschichte der neuen sozialen Bewegungen der 1970er und 1980er Jahren eine wichtige Rolle: Es gibt die Hoffnung, dass eine sich intensivierende Dynamik von der gesellschaftlichen Basis her so auf die politischen Entscheidungsprozesse einwirkt, wie Jürgen Habermas das einst idealtypisch beschrieben hat (Habermas 1992, 429 ff.). Die kommunikative Macht der Straße belagert die Kreisläufe administrativer Macht im Staat und verschiebt so die „Kräfteverhältnisse“ in längerfristiger Perspektive. So plausibel dieses Modell für eine bestimmte Phase der gesellschaftlichen Entwicklung gewesen sein mag, so schwer ist es zu verallgemeinern. Denn die politischen Entscheidungsprozesse müssen nicht der Bewegungsdynamik folgen. Die Funktionseliten können den Protest auf der Straße auch einfach ignorieren, sie können sich verhärten und Bewegungen niederschlagen oder einbinden – so wie es übrigens die Neoliberalen seit den 1980er Jahren gemacht hatten, um die weltweiten Tendenzen nach „links“ in der damaligen Zeit zu blockieren (vgl. Slobodian 2019; Chamayou 2019). Umgekehrt öffnen sich gesellschaftliche Veränderungen nicht nur durch ein Nachholen schon bestehender „Kräfteverhältnisse“, sondern auch durch voranschreitende Handlungsoptionen im Bereich der offiziellen Politik. Das hatte schon Antonio Gramsci im Sinn als im Kampf gegen den Faschismus der 1930er Jahre auf die politische Partei als „neuen Fürsten“ setzte, der einen offensiven Machtanspruch erhebt (Gramsci 1991). Für DIE LINKE heißt das: Im Wechselspiel von sozialen Bewegungen, Parlamentsarbeit und linken Regierungshandeln gibt es Phasen, in denen soziale Bewegungen die Regierung treiben und solche, in denen progressive Regierungen vorangehen.

8. Um das, was nach den Neoliberalismus kommt, wird an vielen Orten gerungen: In der Wirtschaft, den öffentlichen Verwaltungen, den Universitäten und Schulen und natürlich auch auf der Straße bei Demonstrationen und Streiks. In der Mosaik-Debatte aus der Eurokrise (Schlemermeyer 2016) wurde diese Einsicht nochmals formuliert und hinter sie gilt es nicht zurückzufallen. Das Kandidieren für ein Wahlamt, die Beteiligung an einer Demonstration oder der Griff zum Buch können allesamt wichtig sein und sind nicht nach allgemeine Vorfahrtsregeln abstrakt in eine Rangfolge zu bringen. (Das bekannteste Beispiel ist Lenins Hegellektüre in der Züricher Bibliothek 1914, um den Ausbruch des 1. Weltkriegs zu verarbeiten. Kurze Zeit später fuhr es nach Russland, um dort die Revolution durchzuführen.) Nicht zuletzt verändert sich die Gesellschaft nicht nur durch möglichst breite Mobilisierung von Menschen, sondern auch durch technische Innovationen und wissenschaftliche Erkenntnisse. Will die Linke in der neuen Zeit handlungsfähig werden, muss sie daher dringend von der Fixierung auf eine kitschige „Folk“-Politik Abstand nehmen (Srnicek/Williams 2016, 45 ff.), die sich in einer leerlaufenden Mobilisierungsschleife verliert. Vielmehr muss sie bereit sein, geschickt mit den vielfältigen Mechanismen sozialer Veränderung umzugehen und von dort aus zentrale Konflikt- und Handlungsachsen bestimmen.

9. Die LINKE vollführt vor diesem Hintergrund in den letzten Jahren eine Suchbewegung mit offenem Ausgang: Die in den vorherigen Thesen entwickelten Beobachtungen können wahlpolitischen Erfolge und Niederlage erklären: Dort, wo DIE LINKE so tut, als wäre es noch 2009 und die „alten Lieder“ intoniert – so wie beim Europawahlkampf 2019 – ist sie gegenwärtig nicht erfolgreich. Im Gegenzug hat sie dort, wo sie ihre Funktion in den neuen Zeiten ausweisen kann, durchaus gute Erfolgsaussichten: Als entschieden sozialer Faktor in einem Regierungsbündnis wie in Bremen, als Vertreterin des gesellschaftlichen Allgemeinen – sozial und gegen rechts – wie in Thüringen, als konsequente Kraft zur Umgestaltung der Eigentumsverhältnisse auf dem Wohnungsmarkt wie in Berlin, als Teil breiter Bündnisse für eine sozial-ökologische Stadtentwicklung wie in Konstanz, Stuttgart oder Frankfurt/Oder, wo Vertreter der LINKEN bei OB-Wahlen außerordentlich erfolgreich waren.

10. Das Erbe des demokratischen Sozialismus und der Green New Deal: Die Suchbewegung ist auch geprägt durch die Notwendigkeit Rolle und Funktion der Partei im Hinblick auf die anstehenden Umbrüche zusammenhängender zu bestimmen. Die Frage lautet: Wie kann ein demokratischer Sozialismus für die neue Zeit aktualisiert werden? Dabei drängen sich zwei unterschiedliche Möglichkeiten auf. Die LINKE hat fraglos eine Inklusionsfunktion, wenn es darum geht, die sozialen Spaltungen und Ungleichheiten, die im Zuge der anstehenden Veränderungen auf sich aufmerksam machen werden, einzufangen. Doch damit allein würde sie hinter ihren Möglichkeiten bleiben: Als Partei des demokratischen Sozialismus kann sie eine voranschreitende Rolle für die anstehenden Transformation übernehmen. Denn ihre Politik ist nicht den privatkapitalistischen Zwängen verhaftet – und gerade die müssen an vielen Stellen konsequent überwunden, gebrochen und neuorganisiert werden, um den Umbau zu erreichen. Linker Politik geht es um die Kritik und Überwindung des Kapitalismus. Dafür ist sie auch bereit sich mit mächtigen gesellschaftlichen Interessen anzulegen und diese Konflikte „auszuhalten“. Dies ist ein deutlicher Unterschied zur Partei „Die Grünen” in Deutschland. Sie gehen davon aus, dass sich der sozial-ökologische Wandel bewältigen lässt, ohne grundlegende Macht- und Eigentumsverhältnisse grundlegend anders zu gestalten. In ihrer „sozialen und ökologischen Marktwirtschaft“ gibt es „keinen Gegensatz zwischen Ökologie und Ökonomie“.

Die Aktualität des demokratischen Sozialismus ist keine Frage des symbolischen Inventars, sondern eine zutiefst praktische. Er wird sich nicht als traditioneller Sozialismus mit seinen Fahnen, Fäusten und Liedern aktualisieren, sondern neue Ausdrucks- und Konfliktformen finden und in neue gesellschaftliche Bündnisse münden (müssen). Vielleicht werden wir uns zunächst die Augen reiben, wenn die ökologische Transformation auf einmal „change management“ heißt, die Vergesellschaftung „Allgemeinwohlökonomie“ und die Wirtschaftsdemokratie auf kybernetischen Plattformen zu realisieren ist. Doch das sind die Zeichen einer neuen Zeit, die in der Sache auf den demokratischen Sozialismus drängt.

 

Literatur:

Biebricher, Thomas, The Political Theory of Neoliberalism, Stanford 2018.

Gill, Stephen / Cutler, Claire A. (Hrsg.), Book New Constitutionalism and World Order, Cambridge 2014.

Gramsci, Antonio, Anmerkungen zur Politik Machiavellis, in: Klaus Borchmann/Wolfgang Fritz Haug (Hrsg.), Gefängnishefte – kritische Gesamtausgabe, Hamburg 1991, S. 1532-1622.

Habermas, Jürgen, Faktizität und Geltung, Frankfurt am Main 1992.

Marx, Karl, Der 18. Brumaire des Louis Bonaparte (1852), in: (Hrsg.), Marx-Engels-Werke Band 8, Berlin 1972, S. 111-207.

Schlemermeyer, Jan, Komplexes Mosaik. Ansätze linker Bündnispolitik im neoliberalen Kapitalismus und das Problem gesellschaftlicher Differenzierung, in: Marcus Hawel/Stefan Kalmring (Hrsg.), Wie lernt die Mosaik-Linke? Die plurale Linke in Bewegung, Hamburg 2016, S. 157-178.

Tooze, Adam, Crashed: How a Decade of Financial Crises Changed the World, 2018.

 

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NeuBegründung als Bruch nach vorn

Der Schwerpunkt der ersten Ausgabe des Magazins prager frühling heißt "Refound: NeuBegründung". Unsere Autorinnen erklären was der "Bruch nach vorn" ist. Mit dabei Frigga Haug, Thomas Seibert, Hans Jürgen Urban, Daniela Dahn und Michel Friedmann.

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