Prager Frühling, Magazin für Freiheit und Sozialismus (www.prager-fruehling-magazin.de)

die mobilisierung des gemeinsamen

Eine Zwischenbilanz aus der Interventionistischen Linken

Thomas Seibert
Thomas Seibert ist Philosoph und seit den 70ern politischer Aktivist, gegenwärtig Redakteur von Fantômas (www.akweb. de). Er legt Wert darauf, zwar aus dem Zusammenhang der Interventionistischen Linken, aber nicht für sie zu sprechen.

Die „Strömung“ der Interventionistischen Linken (IL) wurde formell zum Jahreswechsel 2005 gegründet und war 2007 eine der tragenden Kräfte der Anti-G8- Mobilisierung. Sie war mitverantwortlich für die bisweilen quälende, letztlich aber tragende Bündniskonstellation, für den schwarzen Block des 2. Juni und die fulminanten Blockaden. Auf den ersten Blick scheint sie ausgesprochen uneinheitlich zusammengesetzt zu sein. Zu ihr gehören autonome oder „postautonome“ Formationen wie Für eine linke Strömung (FelS) und die Antifaschistische Linke Berlin (ALB), die in Norddeutschland aktiven Gruppen von Avanti — Projekt undogmatische Linke, die Antifa KOK aus Düsseldorf, die Hannoveraner Rote Aktion Kornstraße, die Göttinger Antifaschistische Linke International (ALI), dissident aus Marburg sowie organisierte autonomie (oa) und radikale linke (rl) aus Nürnberg. Mit von der Partie sind die bundesweite Kampagne Libertad!, das Institut für Theologie und Politik aus Münster und, selbst schon ein Effekt, das Projekt Interventionistische Linke Köln (PILK). Angeschlossen sind die Zeitung analyse+kritik und das Magazin Fantômas. Schließlich GenossInnen, die einzeln in anderen Zusammenhängen arbeiten: bei attac, in Gewerkschaften oder NGOs.

Wer sich nur an den Namen hält, bleibt zunächst ratlos: Was macht eine „interventionistische“ Linke aus? Müssen Linke nicht immer intervenieren, wörtlich genommen dazwischengehen? Tatsächlich gewinnt, was wortwörtlich leer scheint, erst historisch seine spezifische Bedeutung: In der IL haben sich radikale Linke zusammengeschlossen, um das Vermögen zurück zu gewinnen, in revolutionärer Perspektive organisiert in gesellschaftliche Auseinandersetzungen einzugreifen. Dieses Vermögen aber lässt sich, so Ausgangspunkt und Einsatz der IL, selbst nur in gesellschaftlichen Auseinandersetzungen ausbilden.

Abbruch und Aufbruch

Natürlich führt ein solches Vorhaben (auch) zum Epochenbruch 1989 zurück, von dem nicht nur der real existierende Sozialismus, sondern sämtliche Strömungen der Linken des 20. Jahrhunderts ereilt wurden. Doch so tief die Krise auch war und sein musste, unterhalb und quer zu den offenbaren Zerfallsprozessen gibt es heute, dies ist der zweite Ausgangspunkt der IL, bereits eine ganze Geschichte der Neu(be)gründung linker Projekte, an die anzuschließen ist. Sichtbar wird dies nicht nur, aber auch, in der Formation neuer Linksparteien, deren deutsche Variante DIE LINKE heißt. Links von ihr beginnt die Vorgeschichte der IL, zunächst in der Selbstkritik der Autonomen und dann in deren Verbindung mit einer ähnlichen Wendung von AktivistInnen der 1970er Jahre. Letztere haben schon einen Abbruch mehr hinter sich, den des „roten Jahrzehnts“ in der Folge des Mai 1968.

Im Brennpunkt der autonomen Selbstkritik, in der sich viele heutige IL-Gruppen verorten, standen die paradoxerweise in der antiautoritären Organisationsfeindschaft angelegten informellen Hierarchien und die theoriefeindliche Selbstbezüglichkeit der Szene. Hinzu trat eine Reduktion der gesellschaftlichen Verhältnisse auf eine vorgeblich immer dichtere und deshalb nur in Ein-Punkt-Kampagnen — und zuletzt nur noch im „riot“ — aufzubrechende Repression. Die postautonomen Gruppen setzen dem eine Rückkehr zu Organisation und Theorie und einen überregionalen Zusammenhang entgegen, den zuerst die allerdings bald verblichene Antifaschistische Aktion/Bundesweite Organisierung (AA/BO) herstellen sollte. Die Selbstkritik der AktivistInnen der 1970er hatte mit deren verschiedenen „Partei“-Projekten zu tun und mit dem Kater danach, d.h. mit der Verstrickung in die Realpolitiken weniger der Grünen, wohl aber der institutionalisierten Frauen-, Umwelt- und Solidaritätsbewegung bzw. der Gewerkschaften. Nicht, dass die „Übriggebliebenen“ da ganz raus wollen, doch geht es ihnen gerade deshalb um eine eigensinnige linksradikale Organisierung. Einer solchen näherte sich seit der Kölner Anti-G8-Mobilisierung 1999 das mehrfach jährlich zusammentretende „Beratungstreffen“, an dem bald auch postautonome Gruppen teilnahmen. Ende 2004 traf man sich in Frankfurt zu einer ersten „Arbeitskonferenz“ im größeren Rahmen, aus ihr resultierte die Gründung der IL.*1

Von Gipfel zu Gipfel

Im Rückblick markiert das Scheitern von Köln 1999 — eine Demonstration von kaum 10.000 Leuten, ein kaum beachteter Gegengipfel — den Wendepunkt der Krise. Nur wenig später formierte sich in Seattle erstmals sichtbar das „Global Justice Movement“, die globalisierungskritische oder altermondialistische Bewegung der Bewegungen. Die traf 2003 in Genua auf die damals viel versprechende Partito Rifondazione Comunista (PRC) und spannte dabei einen weiten Horizont auf. In dem platzierten sich dann auch die Anti- G8-Mobilisierung von Heiligendamm — und die IL. Entscheidend ist, dass die IL ihre Bündnisorientierung nicht taktisch, sondern strategisch meint und darin auf ein neues Verhältnis von moderaten und radikalen Linken und der sozialen Bewegungen zielt.

Historisch war dieses Verhältnis stets durch die Polarisierung auf ein letztes Entweder-Oder bestimmt: Reform oder Revolution, Masse oder Prinzip, Vermittlung oder Konsequenz, Pragmatik oder Kritik, Legalität oder Militanz usw. In diesen trotz ihres Alters aktuellen Fragen steht die IL freimütig zu sich: einer radikalen, den Umständen entsprechend vorläufigen und deshalb absehbar minoritären Linken. Radikal heißt hier: staatsfern bis antistaatlich, deutlich prinzipienlastig und auch von daher frei von repräsentationspolitischen Zwängen, trotz aller Professionalität im Umgang mit den Medien. Minoritär wiederum ist nicht unbedingt zahlenmäßig gemeint, sondern so, dass die Positionierung einer radikalen Linken niemals unmittelbar „mehrheitsfähig“ sein kann, weil sie ihre Stellungen an den vorgeschobenen Rändern der gesellschaftlichen Auseinandersetzungen beziehen muss.*2 Diese Bereiche von Auseinandersetzungen waren in den letzten Jahren Antinationalismus, Antifaschismus und Antirassismus (positiv gewendet: Recht auf globale Bewegungsfreiheit) sowie eine Revolte nicht bloß in der Arbeit, sondern überhaupt gegen die Arbeit (positiv gewendet: Recht auf ein bedingungsloses Einkommen). Dem entspricht die aktivistische Verfassung der IL, die Stellvertretungsverhältnisse auszuschließen sucht und, traditionell gesprochen, „Kader“ organisieren will.

Gerade aus der Bejahung der eigenen Radikalität und Minorität aber weiß sich die IL auf den Austausch mit moderaten Linken und der weiteren erreichbaren Öffentlichkeit angewiesen. Diese ist immer, und auch das ist nicht nur zahlenmäßig gemeint, die der Mehrheit, der Mehrheit in der Linken wie in der Gesellschaft. Der strategische Charakter dieses Austauschs zielt für die IL auch deshalb weder auf ein Entweder-Oder noch auf ein zentristisches Verwischen des Unterschieds. Stattdessen geht es ihr um eine funktionale Ausdifferenzierung getrennter, doch für sich berechtigter Politikformen unter gegenseitiger Anerkennung ihres jeweiligen Rechts. Und um deren strategische Kooperation in der Mobilisierung des Gemeinsamen.

Die Autonomie der sozialen Bewegungen

Die Probe einer in sich vielfältigen Mobilisierung des Gemeinsamen liegt in der Bejahung der Autonomie sozialer Bewegungen, die von Seattle bis Rostock strömungsübergreifender Konsens geworden ist. Prinzipiell genommen resultiert daraus die fortgesetzte Überprüfung der Angemessenheit der jeweils eigenen Politikform an dieser Autonomie: Den neuen Linksparteien erschwert dies das Geschäft der Repräsentation, weil sie die Bewegungen nicht länger bloß zur „Basis“ ihrer auf den Staat orientierten Politik reduzieren dürfen. Den radikalen Linken versagt dies umgekehrt die gerade unter Autonomen übliche Identifikation ihrer Subjektivität mit jener der Bewegungen. Beide müssen in der Autonomie der Bewegungen nicht nur ihren Unterschied voneinander, sondern auch zu den Bewegungen anerkennen.

Die IL versucht dies, indem sie die Einsätze ihrer Interventionen — z.B. das Recht auf globale Bewegungsfreiheit oder ein bedingungsloses Einkommen — in „Richtungsforderungen“ fasst und sich den Bewegungen dort zu verbinden sucht, wo diese von sich aus schon in die von solchen Forderungen gewiesene Richtung ziehen. Das kann z.B. in Kämpfen geschehen, in denen sich einheimische und migrantische ArbeiterInnen gemeinsam gegen das rassistisch strukturierte Ausbeutungsgefälle wehren oder in Kämpfen, in denen StudentInnen Studiengebühren nicht nur zurückweisen, sondern den Zugang zum Wissen für alle einfordern. Wichtig für die IL ist dabei nicht ihr prinzipielles Rechthaben, sondern die in der Auseinandersetzung praktisch wirksame Tendenz. Von der Partei erwartet sie dabei nicht mehr, aber auch nicht weniger, als sich nach den Regeln ihres eigenen Spiels in dieselbe Richtung aufzumachen, indem sie gerade an solchen Stellen Stellung bezieht. Tut sie dies, kann ihr vieles von dem nachgesehen werden, was sie als Partei eben tun muss.

Nach Genua, um mit einem Beispiel zu schließen, sah es in Italien für einen Moment so aus, als würden solche Möglichkeiten tatsächlich und gesellschaftlich relevant erprobt. Zwängen ihres Spiels folgend, ließ die PRC ihre Chance aus und verspielte so ihren Part in der Mobilisierung des Gemeinsamen. Die radikale Linke fand darauf bisher keine tragende Antwort. An die Stelle der PRC treten jetzt andere Formationen, doch versprechen diese nicht einmal das, was jene schon nicht zu halten wusste. Soll man daraus schließen, dass das immer so sein wird? „Wenn es Wirklichkeitssinn gibt“, so heißt es in einem noch immer lesenswerten Roman, „muß es auch Möglichkeitssinn geben.“*3

*1 Siehe auch www.dazwischengehen.org
*2 Zu den Begriffen des Majoritären, Minoritären und, entscheidend zuletzt, des „Minoritär- Werdens“ vgl. Gilles Deleuze, Félix Guattari, Tausend Plateaus. Kapitalismus und Schizophrenie, Bd. 2, Berlin 1992, S. 14ff., S. 396ff., S. 650ff; vgl. außerdem Gilles Deleuze, Claire Parnet, Dialoge, Frankfurt/M 1980, S. 133 – 158.
*3 Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften, Reinbek 1978

  • Mögen

  • Versenden
  • Ausdrucken

Artikel versenden

Absender

Empfänger

Nutzungsbedingungen*

Ich verpflichte mich zur wahrheitsgemäßen Angabe meiner Daten. Ich weiß sicher, dass der/die Empfänger/in mit dem Empfang der E-Mail einverstanden ist. Ich übernehme die Verantwortung, wenn dies nicht der Fall ist. Zur Entlastung des Websitebetreibers gestatte ich, dass Datum, Uhrzeit, beide E-Mail-Adressen und meine IP-Adresse gespeichert werden. Nicht gespeichert wird die Nachricht an den Empfänger.

Schließen
Artikel aus der Ausgabe Mai 2008
Prager Frühling Mai 2008

Kommentar abgeben

Verteidigung des Unabgegoltenen

Die Gegenwart ist reich an Mythen: Die Linke interessiere sich nicht mehr für die Arbeiterklasse und der globale Aufbruch von `68 sei ein Aufstand der ohnehin Privilegierten. Dieser grassierenden Geschichtslosigkeit entgegen rekonstruieren wir das Unabgegoltene des Aufstands im Mai `68 und fragen nach den Folgen der Niederschlagung des Prager Frühling für die Linke in Ost- und Westeuropa ...

Klasse mit Gedöns!

Die politische Linke habe sich die letzten Jahrzehnte zu viel mit Gedöns und zu wenig mit Klassenpolitik beschäftigt, so ist im politischen Feuilleton derzeit häufiger zu lesen. Nur: Stimmt das überhaupt? Und was hieße Klassenpolitik auf der Höhe der Zeit?

Tod der alten Dame?

Ob PASOK in Griechenland oder die Parti Socialiste in Frankreich, in vielen Ländern sind die Sozialdemokraten zu Kleinstparteien geworden. Auch hierzulande geht’s der SPD alles andere als gut. Was bedeutet die Schwäche der SPD für die Linke? Was für eine sozialistische Europapolitik? Eine Ausgabe über Glanz und Elend der realexistierenden Sozialdemokratie.

Versteckte Gemeinsamkeit

Sie hassen und sie brauchen sich. Die völkische Rechte nutzt islamistischen Terror und neo-salafistische Ideologie zur Selbstermächtigung und zur geistigen Aufrüstung beim Kampf um die Straße. Unsere Autor*innen gehen der Frage nach, woher sich diese „autoritären Revolten” speisen, wie ihnen zu begegnen ist und welche Rolle eine emanzipatorische Linke dabei spielen sollte.

Bevor die nächste Blase platzt

In EU und Euroraum erleben wir wie der neoliberale, finanzgetriebene Kapitalismus einfach so weitermacht wie bisher. Was eine linke Antwort ist, kann als umstritten gelten: Rückzug in den nationalstaatlich organisierten Kapitalismus oder eine solidarische und demokratisierte Wirtschaftsordnung in Europa?

Wer ist das Volk?

Populismus als Kommunikationsform und Strategie

Wer ist das Volk in „Wir sind das Volk“? — Wir haben uns in Europa und den Amerikas auf die Suche nach dem Volk der rechten Wutbürger und dem Volk des Linkspopulismus begeben. Gefunden haben unsere AutorInnen populistische Elemente in der repräsentativen Demokratie und einen radikaldemokratische Impetus des Linkspopulismus. In den Beiträgen werden Fragen nach der (Un)Möglichkeit des Pluralismus innerhalb linkspopulistischer Strategien und nach der Realpolitik des Populismus an der Macht gestellt.

Angst essen Seele auf

Terror, Gewalt, Kriminalität — SicherheitspolitikerInnen behaupten darauf eine Antwort zu haben. Aber was war eigentlich noch mal die Frage? Unsere AutorInnen haben versucht herauszufinden, was das eigentlich ist: Sicherheit. Sie haben sich an Antworten darauf versucht, ob es eine linke und emanzipatorische Sicherheitspolitik geben kann und worin diese eigentlich bestehen sollte.

This is a movement

Die Neuaushandlung von Bewegungsfreiheit und Grenzregimen

Niemand hat die Absicht eine Mauer zu bauen. … oder höchstens eine ganz kleine vielleicht oder einen Zaun aus Natodraht. Die selektive Abschottung des „Raums der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts“ nach außen ist in seiner bisherigen Form gescheitert. Unsere AutorInnen intervenieren in diese Neuaushandlung zentraler Fragen von Nationalstaatlichkeit, globalen Rechten und Demokratie ...

Krieg und Frieden

Weltinnenpolitik und die Zukunft ziviler Konfliktbearbeitung

Putinversteherin und Faschistenfreund – in Diskussionen über den Umgang mit bewaffneten Konflikten, wird schnell auch rhetorisch scharf geschossen. In seiner neuen Ausgabe fragt prager frühling wie eigentlich linke Weltinnenpolitik geht und wie eine Neuerfindung des politischen Pazifismus ins Werk zu setzen wäre.

So nicht!

Demokratie als Praxis

Griechenland hat die Austeritätspolitik abgewählt - durchgesetzt hat dies eine linke soziale Bewegung auf den Straßen und Plätzen. Ohne die enge Verzahnung mit Syriza als parlamentarischer Verlängerung wäre dies nicht möglich gewesen. In Dresden hingegen marschiert mit Pegida eine neue APO von rechts und mit der AfD rückt eine neue Rechtspartei in die Parlamente ein. Genügend Gründe also sich mit den Formatierungen parlamentarischer Demokratie zu beschäftigen. Spielräume für emanzipatorische Kämpfe zu ergründen und Beschränkungen einer Politik im Zählverein zu analysieren.

No Future?!

Not this Future!

Elendig lange scheint es her, dass Francis Fukuyama en passant mit dem Ende der Geschichte auch das Ende des Zukunftsdenkens ausgerufen hat. Elendig ist das gegenwärtige Zukunftsdenken auch nach dem Ende dieses „Endes der Geschichte“. In Politik, Wissenschaft und Literatur ist der Bedeutungshorizont von Zukunft auf die Begrifflichkeiten der Versicherungsmathematik zusammengeschrumpft. Der Versuch einer Rettung

Common Sense?!

Von Sinn und Eigensinn der Commons

Emanzipatorische Alternative jenseits von Markt und Staat oder nur Lückenbüßer für vormals staatlich organisierte Aufgaben? Unsere Autor*innen haben sich auf die Suche nach heutigen Commons gemacht. Im ersten Teil der Ausgabe haben sie die Kontaktzonen zum Markt, Staat und Care-Ökonomien besichtigt und theoretisch vermessen. Im zweiten Teil der Ausgabe haben sie Gemeinschaftsgärten durchstreift sowie an „Energietischen“ gesessen, um Kämpfe um Commons zu dokumentieren.

Feiern, wie sie fallen?!?

Über das Verhältnis von Opponieren, Regieren und Protestieren

Die heilige Dreifaltigkeit der Linken ist die Trinität aus Protestieren, Opponieren, Mitregieren. Bei der Frage, in welcher Beziehung die drei stehen, gerät die Gemeinde oft ins Stammeln und die politischen Theologen antworten mit dürren Dogmen. Unsere AutorInnen haben zunächst gefragt, wo er ist, der ominöse Ort der Macht und sind ihm dann mit steilen Thesen auf den Leib gerückt.

Wo Strom ist, ist Widerstand

Digitaler Protest und elektronische Demokratie

Unsere AutorInnen fragen sich, ob die Schwarmintelligenz den Cybersexismus überwinden kann und wo genau die Grenzen des digitalen Medienbaukastens verlaufen. Kai van Eikels analysiert die Ideologie des „Nerds“ und Mathias Schindler erklärt, wie es mit Wikipedia weitergeht. In den Feminismen gibt Dr. Lady Bitch Ray dem Feminismus der ersten Welle einen fetten Zungenkuss, während Stefan Gerbing in der ersten Hurenzeitung der Weimarer Republik geblättert hat.

Burn-out den Verhältnissen

… oder die Revolution kommt immer zu spät

Nein, ihr habt’s wieder falsch verstanden! Entschleunigung heißt nicht Breitbandrossel, liebe Telekom. Und Du, Frankfurter Polizei: Die Entdeckung der Langsamkeit meint nicht, zehn Stunden Zwangsentschleunigung im Kessel. In der Stress-Ausgabe prager frühling geht’s, darum wie man es richtig macht.

Essen und gegessen werden

Erst so ein Fressen und dann auch noch Moral!

Der Realsozialismus ist auch auf der Speisekarte gescheitert: Als Diktatur des schlechten Geschmacks. Die Verhältnisse an kapitalistischen Tafel sind nicht weniger ungenießbar. Tausch von ökonomischem und sozialem Kapital geht vor. Wenn Renate Künast eine Flasche fairen Bio-Orangensaft kauft, geht locker das Tagesbudget eines Hartz-IV beziehenden Kindes über die Theke ...

Battlen statt Betteln.

prager frühling entwickelt die neue soziale Idee!

Die neue Ausgabe des prager frühling erscheint am 26.10.2012 und kann hier bestellt werden.Im Schwerpunkt geht es diesmal um die „Neue soziale Idee“ und damit die Frage nach emanzipatorischen Potentialen, aber auch den Grenzen einer linken Sozialpolitik.

Autoritäres Krisenregime

Deutsche Euros rollen wieder …

Und in Berlin singen die Ultras von der FDP gemeinsam mit den Polithools vom rechten Rand: „Protektorat statt Europarat!“ Wird in Griechenland bald mehr als nur Deutsch gesprochen? Unsere AutorInnen stellen sich dem Einmarsch entgegen. Lucas Oberndorfer analysiert den autoritären Wettbewerbsetatismus als Krisenbearbeitungsstrategie ...

Sex! Sex! Sex!

Über die schönsten Nebenwidersprüche der Welt

Von wegen „schönste Nebensache“ der Welt. Sex ist diesmal der Schwerpunkt unseres Heftes. Während uns die Starsoziologin Eva Illouz über den Zusammenhang von Kapitalismus und Partnerwahl aufklärt, analysiert Kathy Meßmer Intimchirurgie als widersprüchliche Praxis. Außerdem im Schwerpunkt: ...

Affentanz um Nahost

Nichts sehen, nichts hören, laut brüllen — geht die Linke über den Jordan?

Ach diese Linken! Sie wissen genau, wie es Frieden zwischen Ramallah und Tel Aviv geben kann und sie brüllen es heraus – in Düsseldorf und Frankfurt. Während die Einen schreien: „Straßenschlacht in Ramallah, die Panzer sind die Antifa“, brüllen die Anderen: „Intifada bis zum Sieg ...

Reinheitsverbot

Parallel sind immer die Anderen!

prager frühling stößt an: ein Prosit den Parallelgesellschaften! Schon klar, Integration fordert immer die Anderen. Deshalben sagen wir: "Erst wenn Efes sich ins deutsche Biersortiment eingegliedert hat und ein Hefeweizen anbietet, werdet ihr merken, dass man so etwas nicht trinken kann." Wie aber geht sozialistischer Antirassismus? Etienne Balibar, Nichi Vendola und viele andere versuchen sich in Antworten ...

Im Zweifel Dagegen!

Schwerpunktheft Dissidenz und ziviler Ungehorsam

Dissidenz und ziviler Ungehorsam sind die Hefe linker Politik. Kann Sie auch Schmiermittel des Kapitalismus sein? Wo schlägt Subversion in unpolitischen Abweichungsfetisch um? Unsere Autor_innen schauen nach, diskutieren und polemisieren.

com.munismus. komm!

Auf dem Weg zum Wissenskommunismus

Ist geistiges Eigentum Diebstahl? Stellen Raubkopien das Ergebnis von Aneignung oder eine besonders perfide Ausbeutung des Kreativproletariats dar? Darüber diskutieren in unserem Heft u.a. Michael Hardt, Cornelia Koppetsch, Sabine Nuss und Stefan Meretz. Digital Natives diskutieren die Implikationen der Digitalisierung von Demokratie ...

Crossover

Gegenmacht oder gegen Macht?

„Crossover“ ist der Versuch, eine Diskussion über politische Kooperation von sozialistischen, grünen und sozialdemokratischen Positionen in Gang zu setzen, deren Ergebnis hegemoniefähige progressive Reformprojekte werden sollen. So nahe liegend dies angesichts des Niedergangs der neoliberalen Ära ist, so blockiert ist diese Perspektive dennoch ...

Klimawandel und Gesellschaftsveränderung

System change not climate change!

Den politischen Gemütszustand unserer Welt beschreibt nichts besser als der alte Kalauer: „Öko? Logisch.“ Niemand schmunzelt mehr drüber, aber alle nehmen den Schenkelklopfer für sich in Anspruch. Dass alles irgendwie auch „öko“ sein müsse, also die Sache mit der Umwelt halt ein Problem sei, ist – logisch – Allgemeinplatz geworden ...

Die Linke und die Nation.

Hattu Nation, muttu entgrenzen

Die Linke und die Nation ist der Schwerpunkt der fünften Ausgabe des prager frühlings. Außerdem beschäftigen wir uns unter dem Motto "balkan beats" mit der Linken in Post-Jugoslawien. Mit dabei sind Thomas Seibert, Julia Bonk, Klaus Höpcke, Michel Albert, Christin Löchner, Lothar Bisky, Ringo Bischoff, Katja Kipping, Andreas Fischer-Lescano und die Band Ego-Tronic ...

Her mit dem schönen Leben!

Infrastruktursozialismus statt Hartz IV

Original sanktionsfrei: Weg mit Hartz IV! Her mit dem schönen Leben! Neben vielen investigativen und weniger investigativen Beiträgen zum Hartz IV-Regime, wollen wir Euch in dieser Ausgabe auch unseren Vorschlag vorstellen, dem Hartz IV-Regime die Forderung nach einem Infrastruktursozialismus entgegen zu setzen ...

Democracy against the machine

Radikaldemokratie statt FdGO

Februar 2009 erschien die dritte Ausgabe des prager frühling. Das Schwerpunktthema ist "Demokratie und Herrschaft" mit Beiträgen und Artikeln von Chantal Mouffe (University of Westminster, London), Jürgen Peters (IG Metall), Colin Crouch, Franziska Drohsel (Juso-Vorsitzende), die Gruppe Soziale Kämpfe, Sonja Buckel (Universität Frankfurt) und viele andere mehr ...

Auf der Suche nach der Ästhetik des Widerstandes

Alles Politur? Zum Verhältnis von Politik und Kultur

Mitte Oktober 2008 kam die zweite Ausgabe von prager frühling, dem neuem Magazin für Freiheit und Sozialismus. Das nächste Heft widmet sich schwerpunktmäßig dem Verhältnis von Politik und Kultur. Ziel der Redaktion ist es, politisches Engagement und Kultur einander näher zu bringen. Dabei geht es nicht um eine Kolonisierung des einen Bereichs durch den anderen ...

Neue Linke: Alles beim Alten?

NeuBegründung als Bruch nach vorn

Der Schwerpunkt der ersten Ausgabe des Magazins prager frühling heißt "Refound: NeuBegründung". Unsere Autorinnen erklären was der "Bruch nach vorn" ist. Mit dabei Frigga Haug, Thomas Seibert, Hans Jürgen Urban, Daniela Dahn und Michel Friedmann.

Sprungmarken: Zum Seitenanfang, Zur Navigation, Zum Inhalt.