Prager Frühling, Magazin für Freiheit und Sozialismus (www.prager-fruehling-magazin.de)

sag mir, wie hälst du es mit ... dem prager frühling

Personen aus Politik, Wissenschaft und Kultur antworten

Anja, radikale Linke

Der Prager Frühling brach auch mit antisemitischen Politiken der 50er Jahre. Diese gipfelten in den Slansky-Prozessen, gefolgt von einer Kette von Schauprozessen. Überwiegend jüdische KommunistInnen wurden der zionistisch-staatsfeindlichen Verschwörung angeklagt, 233 verhängte Todesurteile, 178 hingerichtete Menschen, Zehntausende weggesperrt in Gefängnissen oder Arbeitslagern.
Die Reform-Bewegung des Prager Frühlings rehabilitierte viele ehemalige Inhaftierte und viele jüdische KommunistInnen brachten diese Bewegung mit hervor. Diese Veränderung brach mit der Invasion jäh ab. 1968 folgten Parteiausschlüsse, Berufs- und Schreibverbote. 6.000 Juden, ein Drittel der 18.000 jüdischen Gemeindemitglieder, verließen daraufhin das Land.

Franziska Drohsel, Juso-Vorsitzende

Ein „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“ war das Programm des „Prager Frühlings“. Der Sozialismus mit seinen Grundwerten Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität hat nicht nur ein menschliches Antlitz, sondern ist die Idee einer menschlichen Gesellschaft. Der Weg zu einer Gesellschaft der Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität ist schwierig und komplex. Die SPD kämpft deshalb für den „demokratischen Sozialismus“. Die Lehre für mich aus diesen Begrifflichkeiten: Für den Sozialismus als menschliche und demokratische politische Idee offensiv zu kämpfen!

Bodo Ramelow, Wahlkampfleiter

Ich war gerade zwölf und meine Interessen bezogen sich darauf, Baumhütten zu bauen. Da sah ich im Fernsehen die Bilder vom Wenzelsplatz. Dort standen Panzer, Tonnen von zerstörerischem Stahl, gegen einfache Menschen, die ihr Land verändern wollten. In meinem Freundeskreis gab es später einige Diskussionen über mögliche positive Entwicklungen innerhalb sozialistischer Staaten. Oft lief es auf die Frage hinaus, ob die Versorgung mit Kaffeemaschinen und Bananen ein Wert an sich sei oder nur kapitalistische Perversion mit Ausbeutungscharakter. Diese Debatten endeten immer an einem Punkt: Warum marschierten fremde Truppen in der Tschechoslowakei ein? Warum wurde eine solche Entwicklung niedergewalzt?
Diese Fragen zwingen uns zur ständigen Selbstreflexion. Prag war der Punkt, an dem unwiderruflich klar wurde, dass Gewalt aus Ohnmacht kommt und auch nur Ohnmacht hinterlässt. Gewalt kann keine Veränderung gebären, nur Verzweiflung. Die Hoffnung auf einen demokratischen Sozialismus, die Hoffnung auf ein Wirtschaftssystem, in dem Menschen sich frei entfalten können, ist immer verbunden mit dem Anspruch auf Demokratie im Sinne von Teilhabe und Selbstbestimmung.

Lothar Bisky, Vorsitzender

Hoffnung. Der Prager Frühling war für mich vor allem Radio Prag. Dieser Sender trug die Nachricht vom Sozialismus mit menschlichem Antlitz auch nach Leipzig. Das waren Zeiten lebendiger nächtlicher Diskussionen. Stell Dir vor, es ist Sozialismus und die Menschen mögen ihn! Demokratischer Sozialismus - geht das schon? Ich werfe mir vor, mich damals in wissenschaftliche Arbeit gestürzt zu haben, statt politisch konsequent zu folgern. Die Hoffnung aus Prag wurde neu entflammt mit dem Sieg Salvador Allendes. Seine Ermordung war nur scheinbar ihre Beerdigung. Hoffnungen, einmal geweckt, leben zäh weiter.

Ellen Brombacher, kommunistische Plattform

Im März 1968 drangen amerikanische Soldaten in das vietnamesische Dorf My Lai ein. Sie vergewaltigten Frauen und erschossen fast alle Bewohner, 503 Zivilisten. Der Vietnamkrieg forderte über eine Million Opfer.
Nein – keine Ablenkung! Nur der Verweis, dass die 68er Ereignisse in der CSSR nicht im luftleeren Raum stattfanden. Im Juli ’68 äußerte Vasil Bilak zur Lage im Land: „Es wird ein ungeheurer Druck auf die öffentliche Meinung ausgeübt. Wer anders auftritt, als diese vorgibt, wird (…) verleumdet. (…) Wer nachdenklich ist, wer abwägt, wer Worte und Wirklichkeit kritisch prüft, ist ein Reaktionär und wird als solcher geächtet. Kaum einer wagt bei uns noch zu sagen, dass sich zwei Welten gegenüber stehen – die kapitalistische und die sozialistische und dass uns das etwas angeht. Klassenkampf? Gibt es nicht.“
Es gab ihn. Es gibt ihn. Geschichtsdebatten sind Teil dessen. Es lohnt, Bilaks Buch über den „Prager Frühling“ aus der Sicht eines Beteiligten“ (Verlag „edition Ost“) zu lesen.

Julia Seeliger, grüne Parteirätin

Prager Frühling, das ist für mich "Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins". Die literarische Annäherung an das 68 der Tschechoslowakei: viel Liebe, viel Sex, viel Leid. Den Prager Frühling habe ich nicht selbst miterlebt, nicht in den Nachrichten gesehen. Mein Weltbild brach nicht mit der "Wende" zusammen, so wie es vielen in der BRD ging.
Im Prager Frühling haben viele für einen Sozialismus demonstriert, der den Menschen in den Mittelpunkt stellt. Dem nähern wir uns heute von der anderen Seite: Der Neoliberalismus hat ausgedient! Anfang des Jahrtausends wurde noch privatisiert, was das Zeug hält – heute ist der Diskurs weiter, eine neue, emanzipatorische Linke formiert sich. Während zahlreiche alte Linke in Antiamerikanismus baden oder Solidarität nur im Nationalen denken wollen, steht für unsere Generation fest: Solidarität kann nur international sein, Mensch ist Mensch, egal ob in New York, Nairobi oder Pjöngjang! Die Reformer in den Zeiten des Prager Frühlings haben es erkannt: Wirtschaft muss demokratisch sein, möglichst dezentral und hierarchiearm. Die Botschaft des Prager Frühlings ist heute aktuell wie damals: Der Mensch gehört in den Mittelpunkt!

Ulrich Maurer, Westbeauftragter

Die von der tschechischen KP seinerzeit vorgesehenen Reformen stellen einen Markstein in der Geschichte des Sozialismus dar. Der Versuch der Etablierung eines wirklichen Rechtsstaats, der Abkehr von der Kommandowirtschaft, der Zulassung autonomer Gewerkschaften und der Zulassung öffentlicher Kritik durch Abschaffung der Pressezensur und Errichtung eines pluralistischen Mehrparteiensystems war ein Projekt, das bis heute epochale Bedeutung hat. Mir persönlich hat - in Verbindung mit der so genannten 68er Bewegung - der Prager Frühling entscheidende Impulse gegeben für den Kampf für einen demokratisch verfassten emanzipatorischen Sozialismus.

Lucy Redler, SAV-Aktivistin

1968 steht für mich heute für Internationalismus, Antikapitalismus und Selbstaktivität. In Ost wie West ging es um den Kampf für Sozialismus: Während in Frankreich die Abschaffung des Kapitalismus zum Greifen nah war, eröffnete der Prager Frühling die Möglichkeit für eine Massenbewegung von unten gegen Pressezensur, für Versammlungsfreiheit und für eine sozialistische Demokratie statt stalinistischer Bürokratie. Aus meiner Sicht ist im Osten nicht der Sozialismus, sondern der Stalinismus gescheitert. Die Bewegung von 1968 macht auch heute Mut, für eine grundlegende Alternative zum Kapitalismus zu kämpfen.

Lady Ray, Rapperin

Tschechische Schülerinnen, die leicht bekleidet über Prager Wiesen laufen, mit Gänseblümchen im Haar... Wie beim Schulmädchenreport? Nein, natürlich nicht. Aber der Prager Frühling ist fast genauso schön wie meine Assoziation: Er hat etwas mit den Freiheiten des Menschen zu tun, mit Demokratisierung und mit einer „Vermenschlichung“ des Sozialismus, verbunden mit einer sich entwickelnden kritischen Öffentlichkeit. Das klingt doch alles total positiv, dieser Frühling wäre auch für die heutige Zeit ideal. Auch wenn es genau 40 Jahre her ist. Der Prager Frühling ist voll cool.
Daran sollte sich unsere Gesellschaft ein Beispiel nehmen. Die Meinungsfreiheit – damals langsam eingeführt und jetzt wieder vergessen? Man muss nicht den Prager Frühling erlebt haben, um zu wissen, dass ein Mensch frei sagen sollte, was er/sie denkt. Unsere deutsche Gesellschaft ist nicht so „demokratisiert“ und frei, wie wir alle denken und glauben zu sein! Und gerade Menschen wie ich, die ihre Meinung laut aussprechen und dafür auch die Konsequenzen tragen, die feiern den „Prager Frühling“ (vor allem diese Zeitschrift!) als wäre es der Istanbuler Spätsommer. Und dieses Mal soll er nie vergehen. Revolution, Baby!

Jussi Saramo, Vorsitzender Vanu

Der Prager Frühling löste eine Spaltung der finnischen Linken aus. Seit dem zweiten Weltkrieg vereinigte das Demokratische Bündnis des finnischen Volkes KommunistInnen und SozialistInnen zu einer der stärksten politischen Kräfte Finnlands. Viele finnische KommunistInnen waren aus der Sowjetunion geflohen und es war präsent, was ihnen unter Stalin widerfahren war. Es überraschte also nicht, dass finnische KommunistInnen den Ansatz des Prager Frühlings unterstützen und die Besatzung verurteilten. Diese offizielle Position des Demokratischen Bündnisses des finnischen Volkes befriedigte jedoch nicht alle. Das Bündnis spaltete sich in zwei Fraktionen. Die Minderheit unterstützte die sowjetische Politik, die Mehrheit verhielt sich kritisch. Fast 20 Jahre lang gab es heftige Auseinandersetzung innerhalb der Partei, bis die Minderheit 1985 ihre eigene Partei gründete. 1990 wurden alle alten Strukturen aufgelöst und das Linksbündnis Vasemmistoliitto gegründet. Glücklicherweise zwang die jüngere Generation die Partei nach vorne zu sehen und macht sie so für junge Menschen zunehmend attraktiver.

Julia Bonk, Bildungspolitikerin

Die Niederschlagung der Bewegung des Prager Frühlings ist ein Sündenfall in der Geschichte der Idee des Sozialismus. Der Einmarsch der „Warschauer Fünf“ kennzeichnet die restriktive Härte, mit der die sowjetische Staats- und Parteibürokratie ihre Vorstellung vom Weg zum Sozialismus umsetzte – und dabei Idee und Prinzip der Demokratie von Grund auf negierte. Vielleicht war dieser Frühling mit Debatten in Kultur, Politik und Wissenschaft die letzte Chance vor dem Systemwechsel, dass SozialistInnen einen Gesellschaftsentwurf in Vereinbarung von Gleichheit und Vielfalt umsetzen wollten: Wie spannend wäre es, die Fortsetzung dieser Entwicklung zu kennen. Diese aber konnte der Kommunismus sowjetischen Typs nicht zulassen. In der Verkennung politischer und persönlicher Freiheiten liegt der Bruch des Sozialismus mit der Demokratie. Hier liegt für mich der Grund, warum wir mit der Neugründung der PDS und als Linke heute mit der staatssozialistischen Umsetzung der Idee des Sozialismus gebrochen haben und uns positiv auf Gesellschaftsbewegungen zur Demokratisierung beziehen sollten.

Oskar Lafontaine, Vorsitzender

Ich halte es mit Milan Kundera. Kundera, der als einer der Hauptakteure des „Prager Frühlings“ seine Dozentur verlor und dessen Bücher aus allen öffentlichen Bibliotheken entfernt wurden, hat dennoch auf die internationale Bedeutung eines Sozialismus mit menschlichem Antlitz vor allem auch für die westlichen Länder hingewiesen. In seinem im Dezember 1968 veröffentlichten Artikel „Tschechisches Los“ verweist er darauf, dass die Tschechoslowaken der ganzen Welt gezeigt hätten, was für „unermessliche demokratische Möglichkeiten in der Ordnung des sozialistischen Gesellschaftsprojektes“ verborgen lägen.

Peter Brandt, Historiker

Der als „Prager Frühling“ bekannt gewordene geistige und politische Aufbruch in der Tschechoslowakei während der ersten acht Monate des Jahres 1968 war der aussichtsreichste Versuch einer grundlegenden Demokratisierung des sowjetkommunistischen Systems in der Nachkriegszeit – hin zu einem Sozialismus, der diesen Namen verdient. Die Reformfraktion in der KP, die Künstler und Künstlerinnen, die Intellektuellen sowie die breiten Volksmassen, und nicht zuletzt – mit gewisser Verzögerung – die Arbeiter, wirkten dabei in insgesamt konstruktiver und Gesellschaft mobilisierender Weise zusammen und aufeinander ein. Wenn es heißt, das Experiment des Prager Frühlings sei gescheitert, dann ist das unzutreffend. (Auch wenn niemand mit Sicherheit sagen kann, wie sich die Dinge weiterentwickelt hätten.) Der „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“ wurde vielmehr von außen gewaltsam gestoppt. Das war die eigentliche „Konterrevolution“ in der ČSSR am Ende der 60er Jahre.
Die tschechoslowakische Demokratisierungsbewegung, begleitet von Unruhen in Polen und Jugoslawien, fügte sich ein in ein ganzes Tableau revolutionärer Ereignisse und fundamental-oppositioneller Anstöße auf internationaler Ebene: von der großen Têt-Offensive der nordvietnamesischen und FNL-Streitkräfte, die den Rückzug der USA aus Südostasien einleitete, über den Pariser Mai mit dem französischen Generalstreik, die Verbreiterung und Radikalisierung der Bewegung der Schwarzen und der Antikriegsproteste in Nordamerika bis zur weltweiten Studentenrevolte. Ich habe damals den Prager Frühling als große Ermutigung und Unterstützung der Linken in der kapitalistischen Welt empfunden und würde heute nicht anders urteilen.

Dagmar Enkelmann, Fraktionsgeschäftsführerin

1968 gab es nicht nur im Westen. Im Gegensatz zu den jungen, kapitalismusfrustrierten und revolutionshungrigen Studierenden im Westen formierte sich in Prag eine generationsübergreifende Reformbewegung. Tausende Menschen zeigten mit ihrem Denken und Handeln, dass ein Sozialismus nicht ohne Demokratie und Transparenz möglich ist. Sie haben sich dafür stark gemacht, dem sozialistischen Alltag in der Tschechoslowakei wieder ein menschliches Antlitz zu geben. Bedenklich für die gesamte Geschichte des Realsozialismus ist allerdings, dass dieser Erneuerungsbewegung kein Raum gegeben und die junge Pflanze eines demokratischen Reformsozialismus mit Gewalt zertreten wurde.

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Artikel aus der Ausgabe Mai 2008
Prager Frühling Mai 2008

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Ist geistiges Eigentum Diebstahl? Stellen Raubkopien das Ergebnis von Aneignung oder eine besonders perfide Ausbeutung des Kreativproletariats dar? Darüber diskutieren in unserem Heft u.a. Michael Hardt, Cornelia Koppetsch, Sabine Nuss und Stefan Meretz. Digital Natives diskutieren die Implikationen der Digitalisierung von Demokratie ...

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NeuBegründung als Bruch nach vorn

Der Schwerpunkt der ersten Ausgabe des Magazins prager frühling heißt "Refound: NeuBegründung". Unsere Autorinnen erklären was der "Bruch nach vorn" ist. Mit dabei Frigga Haug, Thomas Seibert, Hans Jürgen Urban, Daniela Dahn und Michel Friedmann.

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