Prager Frühling, Magazin für Freiheit und Sozialismus (www.prager-fruehling-magazin.de)

»Wir hatten im Osten einen kleinen Vorsprung … «

Interview mit dem Präsidenten des erfolgreichen Frauenfußballclubs Turbine Potsdam

Interview mit Rolf Kutzmutz, Präsident des erfolgreichen Frauenfußballclubs Turbine Potsdam, über das Gender-Pay-Gap, die Mühen der Ebenen und über große Leidenschaften.

Rolf Kutzmutz

prager frühling: Der Schriftsteller Nick Hornby meinte einmal: „Seinen Fußballverein sucht man sich nicht aus, er wird einem gegeben.“ Wie bist Du auf deinen Verein Turbine Potsdam gekommen?

Rolf Kutzmutz: Das war Zufall. Ich habe als Jugendlicher selber Fußball gespielt. Angefangen habe ich bei Turbine Markranstädt. Alle Vereine, deren Trägerbetriebe in der Energiewirtschaft z.B. in der Braunkohle waren, hießen damals Turbine.

Dann kam ich nach Potsdam und habe auch dort noch viele Jahre selber Fußball gespielt. In Potsdam hatte ich einen guten Freund, Bernd Schröder, der war Trainer, Manager und Kassenwart in einer Person  bei Turbine Potsdam. Er bat mich eines Tages den Verein zu unterstützen. Inzwischen bin ich seit 17 Jahren ehrenamtlich dabei und seit vier Jahren als Vereinspräsident tätig.

pf: 17 Jahre – das ist eine lange Zeit. Nun ist Turbine Potsdam ja ein reiner Frauen-Fußballverein. Hat sich im Frauenfußball in den letzten Jahren was getan? Oder wie hat sich das Bild verändert?

Rolf: Bis 1971 war in der alten BRD Frauenfußball höchstamtlich verboten. Der DFB war bis dahin der Überzeugung, Fußball sei schädlich für den weiblichen Körper. In der DDR waren wir in der Frage ein bisschen weiter. Zwar gab es dort keine Meisterschaften, aber immerhin eine Art Bestenermittlung. Wir hatten also im Osten einen kleinen Vorsprung diesbezüglich.

Es gibt inzwischen mehr Aufmerksamkeit für den Frauenfußball. Jedoch meine ich, eine wirkliche Entwicklung hat es nur unter Theo Zwanziger gegeben.       Er hat als DFB-Präsident den Frauenfußball wirklich gefördert und unterstützt. Inzwischen ist das alles professioneller geworden. Dazu gehört auch, dass selbst 20jährige Spielerinnen inzwischen ihre Verträge über Spielervermittler abschließen. Ich bin noch damit groß geworden, dass ein Handschlag gilt. Damit bin ich heute ein Dino.

pf: Wie sieht es in anderen Ländern aus?

Rolf: In England, Frankreich und Spanien hat sich viel entwickelt. Da wird viel Geld in den Frauenfußball gesteckt. Dadurch werden uns auch gelegentlich Spielerinnen abgeworben. Was für die Frauen toll ist. In Frankreich passiert viel, z.B. in Lyon und bei Paris Saint German haben die Frauen gleiche Trainingsmöglichkeiten wie die Männer. Unsere ehemalige Spielerin Tabea Kemme (Olympiasiegerin) spielt jetzt bei Arsenal London und die Kapitänin der deutschen Nationalmannschaft Dzsenifer Marozsan bei Lyon.

pf: Lass uns mal über das Thema Unterschiede zwischen Männer- und Frauenfußball reden. Einer der größten Unterschiede liegt im Einkommen zwischen Spielern und Spielerinnen. Der Gender-Pay-Gap ist im Fußball besonders groß. Können Eure Spielerinnen von den Einnahmen als Spielerin leben?

Rolf: Das ist überhaupt nicht vergleichbar. In der Tat bekommen die Spielerinnen deutlich weniger. Die Spielerinnen, die in der 1. Bundesliga spielen, können womöglich  gegenwärtig davon leben, haben aber zumeist noch berufliche Tätigkeiten neben dem Fußball. Aber irgendwas ansparen oder zurücklegen kann keine etwas. Das sieht schon bei den Spielern selbst in der 2. Liga anders aus.

Auch deshalb achten wir sehr auf das duale System. Wir arbeiten eng mit der Sportschule und dem Landesverband zusammen. Einige unserer aktiven Spielerinnen kommen von dort z.B. Viktoria Schwalm, Vanessa Fischer, Melissa Kössler, Felicatas Rauch und Caroline Siems. Zudem achten wir darauf, dass die Frauen sowohl dem Leistungssport nachgehen können als auch dass das berufliche Fortkommen nach der Zeit als Sportprofi abgesichert ist. In unserem Team gibt es ganz unterschiedliche Berufsbilder: Polizistinnen, Physiotherapeutinnen, Pädagoginnen oder Studentinnen. Eine unsere ehemaligen Spielerinnen, Annelie Brendel, hat kürzlich ihren Doktor in Jura gemacht.

pf: In einigen Jahren werden die Feierlichkeiten zu 50 Jahre Frauenfußball beginnen.

Rolf: Ja, da wird es wieder viele große Reden geben. Aber ich weiß wie viel Einsatz dazu gehört, um Zuschauer und Zuschauerinnen sowie Sponsor*innen zu gewinnen.

Übrigens sind nicht nur die Spielerinnen von den Einkommensunterschieden betroffen, sondern auch mögliche Trainer. Einer unserer Trainer arbeitet halbtags als Gymnasiallehrer, da er mit Trainereinkommen alleine nicht gut über die Runden kommt.

Auch deshalb bemühen sich Menschen wie ich so sehr darum, Sponsoren und Zuschauerinnen an die Frauenfußballteams zu binden.

pf: Und klappt das?

Rolf: Die Leidenschaft unserer Spielerinnen ist ansteckend, das hilft natürlich. Aber im Osten kommt etwas erschwerend dazu: Wenn die Firmenleitung im Westen sitzt, reich es nicht, die Leute vor Ort zu begeistern. Die Leute vor Ort müssen dann oft noch die Genehmigung der Unternehmensleitung im Westen einholen und so auf die Ferne springt der Funke halt schwerer über.

pf: In Alltagsgesprächen trifft man doch gelegentlich noch auf sehr klischeehafte Vorstellungen von Frauenfußball. Deshalb frage ich mal als advocatus diaboli: Ist der Gehaltsunterschied der einzige Unterschied zwischen Männer-und Frauenfußball?

Rolf: Technisch halten die Frauen mit den meisten Männern voll mit. Was viele nicht wissen: Bei den Vorbereitungsspielen spielen wir auch gegen Männerteams. Wenn unsere Turbine-Frauen dann so richtig loslegen, da staunt das Publikum oft nicht schlecht, was die so für Spielzüge drauf haben. Insgesamt gilt, die Athletik und Schnelligkeit ist deutlich höher geworden.

pf: Die Unterschiede werden also weniger?

Rolf: Eine erfolgreiche ehemalige Spielerin von uns (Ariane Hengst) meinte mal auf die Frage nach dem berühmten kleinen Unterschied: Die Spielerinnen spucken nicht dauernd auf den Rasen, diskutieren nicht ständig mit dem Schiedsrichter und wälzen sich nicht demonstrativ nach dem sie gefoult wurden auf den Boden rum. Ich sage mal, diesbezüglich hat sich in den letzten Jahren einiges angeglichen. Manchmal wünschte ich mir, die Spieler würden sich auch einiges von den Spielerinnen abgucken statt allein andersrum.

pf: Rassismus ist ja in vielen Stadien ein großes Thema auch in der Fanarbeit. Habt ihr damit Erfahrungen gemacht?

Rolf: Nein. Das liegt bestimmt auch daran, dass es bei uns irgendwie familiärer zugeht. Wir haben pro Spiel rund 1.500 Zuschauende. Bei uns gibt es bei den Spielen keine Bengalos, keine Randale. Bei uns kommen Großeltern mit ihren Enkelkindern ins Stadion. Apropos: Für die Kinder gibt es übrigens auch eine Kinderbetreuung im Kids-Club während des Spiels – also für die Kinder der Zuschauer.

pf: Was wünschst du dir vom DFB mit Blick auf das näher kommende Jubiläum 50 Jahre Frauenfußball?

Rolf: Dass man beim DFB nicht nur über Frauenfußball reden, sondern ihn wirklich unterstützen möge – und zwar nicht nur die Nationalmannschaft, sondern die vielen Vereine, die tagtäglich Nachwuchsarbeit leisten.

Wie gut ein Nationalteam sein kann, hängt davon ab wie gut die vielen Vereine den Nachwuchs fördern können. Dabei sollte immer mitgedacht werden: Was kommt für die Frauen nach dem Fußball? Also wie können sie neben dem Leistungssport ihr späteres berufliches Fortkommen vorbereiten.

Die großen Reden, die gehalten werden, werden bestimmt gut klingen. Aber ich weiß um die Mühen der Ebene. Solch eine Arbeit wie mein Ehrenamt bei Turbine Potsdam muss man leben. Ich sage immer zu den in und für unseren Verein tätigen Mitstreiterinnen: Für Turbine Potsdam engagiert man sich mit Herz oder gar nicht.  Das Maß der Unterstützung und der Hingabe für einen Verein hängt nicht von der Funktion ab. Und das gilt, so denke ich, für viele, viele Ehrenamtliche in den Vereinen - seien die nun klein oder groß.

pf: Vielen Dank für das Gespräch.

  • Mögen

  • Versenden
  • Ausdrucken

Artikel versenden

Absender

Empfänger

Nutzungsbedingungen*

Ich verpflichte mich zur wahrheitsgemäßen Angabe meiner Daten. Ich weiß sicher, dass der/die Empfänger/in mit dem Empfang der E-Mail einverstanden ist. Ich übernehme die Verantwortung, wenn dies nicht der Fall ist. Zur Entlastung des Websitebetreibers gestatte ich, dass Datum, Uhrzeit, beide E-Mail-Adressen und meine IP-Adresse gespeichert werden. Nicht gespeichert wird die Nachricht an den Empfänger.

Schließen
Artikel aus der Ausgabe März 2019
Prager Frühling März 2019

Kommentar abgeben

Schlagworte:

Stadion, Serien, Sozialismus

Welche Serien sehen Linke, und warum? Warum gehört Beckenbauer aus dem DFB geschmissen und was machen Feine Sahne Fischfilet in Paris? Was haben Soccer und Sozialismus miteinander zu tun und welche Musik würde der klassische Pianist Igor Levit gern bei einer Demo hören? Diese Fragen beantwortet die neue Ausgabe des Magazins für Freiheit und Sozialismus.

Verteidigung des Unabgegoltenen

Die Gegenwart ist reich an Mythen: Die Linke interessiere sich nicht mehr für die Arbeiterklasse und der globale Aufbruch von `68 sei ein Aufstand der ohnehin Privilegierten. Dieser grassierenden Geschichtslosigkeit entgegen rekonstruieren wir das Unabgegoltene des Aufstands im Mai `68 und fragen nach den Folgen der Niederschlagung des Prager Frühling für die Linke in Ost- und Westeuropa ...

Klasse mit Gedöns!

Die politische Linke habe sich die letzten Jahrzehnte zu viel mit Gedöns und zu wenig mit Klassenpolitik beschäftigt, so ist im politischen Feuilleton derzeit häufiger zu lesen. Nur: Stimmt das überhaupt? Und was hieße Klassenpolitik auf der Höhe der Zeit?

Tod der alten Dame?

Ob PASOK in Griechenland oder die Parti Socialiste in Frankreich, in vielen Ländern sind die Sozialdemokraten zu Kleinstparteien geworden. Auch hierzulande geht’s der SPD alles andere als gut. Was bedeutet die Schwäche der SPD für die Linke? Was für eine sozialistische Europapolitik? Eine Ausgabe über Glanz und Elend der realexistierenden Sozialdemokratie.

Versteckte Gemeinsamkeit

Sie hassen und sie brauchen sich. Die völkische Rechte nutzt islamistischen Terror und neo-salafistische Ideologie zur Selbstermächtigung und zur geistigen Aufrüstung beim Kampf um die Straße. Unsere Autor*innen gehen der Frage nach, woher sich diese „autoritären Revolten” speisen, wie ihnen zu begegnen ist und welche Rolle eine emanzipatorische Linke dabei spielen sollte.

Bevor die nächste Blase platzt

In EU und Euroraum erleben wir wie der neoliberale, finanzgetriebene Kapitalismus einfach so weitermacht wie bisher. Was eine linke Antwort ist, kann als umstritten gelten: Rückzug in den nationalstaatlich organisierten Kapitalismus oder eine solidarische und demokratisierte Wirtschaftsordnung in Europa?

Wer ist das Volk?

Populismus als Kommunikationsform und Strategie

Wer ist das Volk in „Wir sind das Volk“? — Wir haben uns in Europa und den Amerikas auf die Suche nach dem Volk der rechten Wutbürger und dem Volk des Linkspopulismus begeben. Gefunden haben unsere AutorInnen populistische Elemente in der repräsentativen Demokratie und einen radikaldemokratische Impetus des Linkspopulismus. In den Beiträgen werden Fragen nach der (Un)Möglichkeit des Pluralismus innerhalb linkspopulistischer Strategien und nach der Realpolitik des Populismus an der Macht gestellt.

Angst essen Seele auf

Terror, Gewalt, Kriminalität — SicherheitspolitikerInnen behaupten darauf eine Antwort zu haben. Aber was war eigentlich noch mal die Frage? Unsere AutorInnen haben versucht herauszufinden, was das eigentlich ist: Sicherheit. Sie haben sich an Antworten darauf versucht, ob es eine linke und emanzipatorische Sicherheitspolitik geben kann und worin diese eigentlich bestehen sollte.

This is a movement

Die Neuaushandlung von Bewegungsfreiheit und Grenzregimen

Niemand hat die Absicht eine Mauer zu bauen. … oder höchstens eine ganz kleine vielleicht oder einen Zaun aus Natodraht. Die selektive Abschottung des „Raums der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts“ nach außen ist in seiner bisherigen Form gescheitert. Unsere AutorInnen intervenieren in diese Neuaushandlung zentraler Fragen von Nationalstaatlichkeit, globalen Rechten und Demokratie ...

Krieg und Frieden

Weltinnenpolitik und die Zukunft ziviler Konfliktbearbeitung

Putinversteherin und Faschistenfreund – in Diskussionen über den Umgang mit bewaffneten Konflikten, wird schnell auch rhetorisch scharf geschossen. In seiner neuen Ausgabe fragt prager frühling wie eigentlich linke Weltinnenpolitik geht und wie eine Neuerfindung des politischen Pazifismus ins Werk zu setzen wäre.

So nicht!

Demokratie als Praxis

Griechenland hat die Austeritätspolitik abgewählt - durchgesetzt hat dies eine linke soziale Bewegung auf den Straßen und Plätzen. Ohne die enge Verzahnung mit Syriza als parlamentarischer Verlängerung wäre dies nicht möglich gewesen. In Dresden hingegen marschiert mit Pegida eine neue APO von rechts und mit der AfD rückt eine neue Rechtspartei in die Parlamente ein. Genügend Gründe also sich mit den Formatierungen parlamentarischer Demokratie zu beschäftigen. Spielräume für emanzipatorische Kämpfe zu ergründen und Beschränkungen einer Politik im Zählverein zu analysieren.

No Future?!

Not this Future!

Elendig lange scheint es her, dass Francis Fukuyama en passant mit dem Ende der Geschichte auch das Ende des Zukunftsdenkens ausgerufen hat. Elendig ist das gegenwärtige Zukunftsdenken auch nach dem Ende dieses „Endes der Geschichte“. In Politik, Wissenschaft und Literatur ist der Bedeutungshorizont von Zukunft auf die Begrifflichkeiten der Versicherungsmathematik zusammengeschrumpft. Der Versuch einer Rettung

Common Sense?!

Von Sinn und Eigensinn der Commons

Emanzipatorische Alternative jenseits von Markt und Staat oder nur Lückenbüßer für vormals staatlich organisierte Aufgaben? Unsere Autor*innen haben sich auf die Suche nach heutigen Commons gemacht. Im ersten Teil der Ausgabe haben sie die Kontaktzonen zum Markt, Staat und Care-Ökonomien besichtigt und theoretisch vermessen. Im zweiten Teil der Ausgabe haben sie Gemeinschaftsgärten durchstreift sowie an „Energietischen“ gesessen, um Kämpfe um Commons zu dokumentieren.

Feiern, wie sie fallen?!?

Über das Verhältnis von Opponieren, Regieren und Protestieren

Die heilige Dreifaltigkeit der Linken ist die Trinität aus Protestieren, Opponieren, Mitregieren. Bei der Frage, in welcher Beziehung die drei stehen, gerät die Gemeinde oft ins Stammeln und die politischen Theologen antworten mit dürren Dogmen. Unsere AutorInnen haben zunächst gefragt, wo er ist, der ominöse Ort der Macht und sind ihm dann mit steilen Thesen auf den Leib gerückt.

Wo Strom ist, ist Widerstand

Digitaler Protest und elektronische Demokratie

Unsere AutorInnen fragen sich, ob die Schwarmintelligenz den Cybersexismus überwinden kann und wo genau die Grenzen des digitalen Medienbaukastens verlaufen. Kai van Eikels analysiert die Ideologie des „Nerds“ und Mathias Schindler erklärt, wie es mit Wikipedia weitergeht. In den Feminismen gibt Dr. Lady Bitch Ray dem Feminismus der ersten Welle einen fetten Zungenkuss, während Stefan Gerbing in der ersten Hurenzeitung der Weimarer Republik geblättert hat.

Burn-out den Verhältnissen

… oder die Revolution kommt immer zu spät

Nein, ihr habt’s wieder falsch verstanden! Entschleunigung heißt nicht Breitbandrossel, liebe Telekom. Und Du, Frankfurter Polizei: Die Entdeckung der Langsamkeit meint nicht, zehn Stunden Zwangsentschleunigung im Kessel. In der Stress-Ausgabe prager frühling geht’s, darum wie man es richtig macht.

Essen und gegessen werden

Erst so ein Fressen und dann auch noch Moral!

Der Realsozialismus ist auch auf der Speisekarte gescheitert: Als Diktatur des schlechten Geschmacks. Die Verhältnisse an kapitalistischen Tafel sind nicht weniger ungenießbar. Tausch von ökonomischem und sozialem Kapital geht vor. Wenn Renate Künast eine Flasche fairen Bio-Orangensaft kauft, geht locker das Tagesbudget eines Hartz-IV beziehenden Kindes über die Theke ...

Battlen statt Betteln.

prager frühling entwickelt die neue soziale Idee!

Die neue Ausgabe des prager frühling erscheint am 26.10.2012 und kann hier bestellt werden.Im Schwerpunkt geht es diesmal um die „Neue soziale Idee“ und damit die Frage nach emanzipatorischen Potentialen, aber auch den Grenzen einer linken Sozialpolitik.

Autoritäres Krisenregime

Deutsche Euros rollen wieder …

Und in Berlin singen die Ultras von der FDP gemeinsam mit den Polithools vom rechten Rand: „Protektorat statt Europarat!“ Wird in Griechenland bald mehr als nur Deutsch gesprochen? Unsere AutorInnen stellen sich dem Einmarsch entgegen. Lucas Oberndorfer analysiert den autoritären Wettbewerbsetatismus als Krisenbearbeitungsstrategie ...

Sex! Sex! Sex!

Über die schönsten Nebenwidersprüche der Welt

Von wegen „schönste Nebensache“ der Welt. Sex ist diesmal der Schwerpunkt unseres Heftes. Während uns die Starsoziologin Eva Illouz über den Zusammenhang von Kapitalismus und Partnerwahl aufklärt, analysiert Kathy Meßmer Intimchirurgie als widersprüchliche Praxis. Außerdem im Schwerpunkt: ...

Affentanz um Nahost

Nichts sehen, nichts hören, laut brüllen — geht die Linke über den Jordan?

Ach diese Linken! Sie wissen genau, wie es Frieden zwischen Ramallah und Tel Aviv geben kann und sie brüllen es heraus – in Düsseldorf und Frankfurt. Während die Einen schreien: „Straßenschlacht in Ramallah, die Panzer sind die Antifa“, brüllen die Anderen: „Intifada bis zum Sieg ...

Reinheitsverbot

Parallel sind immer die Anderen!

prager frühling stößt an: ein Prosit den Parallelgesellschaften! Schon klar, Integration fordert immer die Anderen. Deshalben sagen wir: "Erst wenn Efes sich ins deutsche Biersortiment eingegliedert hat und ein Hefeweizen anbietet, werdet ihr merken, dass man so etwas nicht trinken kann." Wie aber geht sozialistischer Antirassismus? Etienne Balibar, Nichi Vendola und viele andere versuchen sich in Antworten ...

Im Zweifel Dagegen!

Schwerpunktheft Dissidenz und ziviler Ungehorsam

Dissidenz und ziviler Ungehorsam sind die Hefe linker Politik. Kann Sie auch Schmiermittel des Kapitalismus sein? Wo schlägt Subversion in unpolitischen Abweichungsfetisch um? Unsere Autor_innen schauen nach, diskutieren und polemisieren.

com.munismus. komm!

Auf dem Weg zum Wissenskommunismus

Ist geistiges Eigentum Diebstahl? Stellen Raubkopien das Ergebnis von Aneignung oder eine besonders perfide Ausbeutung des Kreativproletariats dar? Darüber diskutieren in unserem Heft u.a. Michael Hardt, Cornelia Koppetsch, Sabine Nuss und Stefan Meretz. Digital Natives diskutieren die Implikationen der Digitalisierung von Demokratie ...

Crossover

Gegenmacht oder gegen Macht?

„Crossover“ ist der Versuch, eine Diskussion über politische Kooperation von sozialistischen, grünen und sozialdemokratischen Positionen in Gang zu setzen, deren Ergebnis hegemoniefähige progressive Reformprojekte werden sollen. So nahe liegend dies angesichts des Niedergangs der neoliberalen Ära ist, so blockiert ist diese Perspektive dennoch ...

Klimawandel und Gesellschaftsveränderung

System change not climate change!

Den politischen Gemütszustand unserer Welt beschreibt nichts besser als der alte Kalauer: „Öko? Logisch.“ Niemand schmunzelt mehr drüber, aber alle nehmen den Schenkelklopfer für sich in Anspruch. Dass alles irgendwie auch „öko“ sein müsse, also die Sache mit der Umwelt halt ein Problem sei, ist – logisch – Allgemeinplatz geworden ...

Die Linke und die Nation.

Hattu Nation, muttu entgrenzen

Die Linke und die Nation ist der Schwerpunkt der fünften Ausgabe des prager frühlings. Außerdem beschäftigen wir uns unter dem Motto "balkan beats" mit der Linken in Post-Jugoslawien. Mit dabei sind Thomas Seibert, Julia Bonk, Klaus Höpcke, Michel Albert, Christin Löchner, Lothar Bisky, Ringo Bischoff, Katja Kipping, Andreas Fischer-Lescano und die Band Ego-Tronic ...

Her mit dem schönen Leben!

Infrastruktursozialismus statt Hartz IV

Original sanktionsfrei: Weg mit Hartz IV! Her mit dem schönen Leben! Neben vielen investigativen und weniger investigativen Beiträgen zum Hartz IV-Regime, wollen wir Euch in dieser Ausgabe auch unseren Vorschlag vorstellen, dem Hartz IV-Regime die Forderung nach einem Infrastruktursozialismus entgegen zu setzen ...

Democracy against the machine

Radikaldemokratie statt FdGO

Februar 2009 erschien die dritte Ausgabe des prager frühling. Das Schwerpunktthema ist "Demokratie und Herrschaft" mit Beiträgen und Artikeln von Chantal Mouffe (University of Westminster, London), Jürgen Peters (IG Metall), Colin Crouch, Franziska Drohsel (Juso-Vorsitzende), die Gruppe Soziale Kämpfe, Sonja Buckel (Universität Frankfurt) und viele andere mehr ...

Auf der Suche nach der Ästhetik des Widerstandes

Alles Politur? Zum Verhältnis von Politik und Kultur

Mitte Oktober 2008 kam die zweite Ausgabe von prager frühling, dem neuem Magazin für Freiheit und Sozialismus. Das nächste Heft widmet sich schwerpunktmäßig dem Verhältnis von Politik und Kultur. Ziel der Redaktion ist es, politisches Engagement und Kultur einander näher zu bringen. Dabei geht es nicht um eine Kolonisierung des einen Bereichs durch den anderen ...

Neue Linke: Alles beim Alten?

NeuBegründung als Bruch nach vorn

Der Schwerpunkt der ersten Ausgabe des Magazins prager frühling heißt "Refound: NeuBegründung". Unsere Autorinnen erklären was der "Bruch nach vorn" ist. Mit dabei Frigga Haug, Thomas Seibert, Hans Jürgen Urban, Daniela Dahn und Michel Friedmann.

Sprungmarken: Zum Seitenanfang, Zur Navigation, Zum Inhalt.