Prager Frühling, Magazin für Freiheit und Sozialismus (www.prager-fruehling-magazin.de)

Ich bin eine Femma

Das große Marxismus-Feminismus-Outing

prager frühling hat Feministinnen unterschiedlicher Generationen gebeten, einmal aufzuschreiben, wann sie zum ersten Mal entdeckt haben, dass sie Femmas sind – feministische Marxistinnen bzw. marxistische Feministinnen.

Als Frauen strickten

Regina Stosch

Es war die Zeit als Frauen strickten. In Seminaren, in Veranstaltungen. Ich strickte auch. Bis ich einen Artikel von Silvia Bovenschen las: „Warum Frauen stricken“. Sie stricken, weil sie etwas Produktives machen wollen in den für sie unendlich unproduktiven Uni-Seminaren oder Vorlesungen. Sie stricken, weil sie dann kein schlechtes Gewissen haben, wenn sie die Kerle Dünnschiss reden lassen.

Dann gab es das „Frauen-Aktiv-03“. Nummer wie der Fachbereich. Wir strickten nicht. Wir lasen, diskutierten Marx, Engels, Bebel. Dann Frigga. Opfer-Täter-Debatte, gemeinsame Erinnerungsarbeit. Wir hörten auf zu stricken und brachten uns ein. Es war ganz selbstverständlich, dass wir uns in unseren Veranstaltungen als sozialistische Feministinnen vorstellten. Wir gaben eine Zeitung heraus: „Die Rote Zora“. Irgendwo habe ich noch Exemplare. Ich sehe uns immer lachend und unglaublich stark.

Annegret Gabelin

Umwälzung und Selbstveränderung

Annegret Gabelin

Im Januar sprachen wir in unserer Frauengruppe darüber, ob und wie jede von uns feministische Marxistin oder marxistische Feministin wurde bzw. immer wieder neu im Werden ist. Als Kind der DDR und aufgewachsen mit Eltern, die sich mit voller Kraft und Begeisterung in den Aufbau und die Gestaltung des Landes einbrachten, war meine erste Antwort: Marxismus hätte ich mit der Muttermilch aufgesogen. Sehr früh war Marxismus für mich vor allem eine Wissenschaft, die ich mir anzueignen hatte – und auch aneignen wollte: Ich studierte Philosophie und Wissenschaftlichen Kommunismus – so hieß der Studiengang an der Leningrader Staatlichen Universität.

Nach dem Zusammenbruch der DDR half und hilft mir marxistisches Denken, Fragen neu zu stellen, sicher geglaubte Erkenntnisse zu überprüfen und zu korrigieren. Mit Feminismus begann ich mich erst in den 1990er-Jahren zu befassen. Viele neue Erkenntnisse, spannende Fragen und Frauen mit den verschiedensten Erfahrungshintergründen – all dies war und ist für mich ein kontinuierlicher Weg des Lernens.

Aber dann habe ich etwas begriffen, was für mich den marxistischen Feminismus quasi auf den Punkt bringt: Obwohl ich es selbst schon oft sprach, wurde mir plötzlich – in einer unserer Diskussionen im Januar – klar, was der Knackpunkt ist: Es geht darum, die Hierarchie der Produktion der Lebensmittel über die Produktion des Lebens aufzubrechen, zu beseitigen, beide Produktionen ins Gleichgewicht zu bringen und dem guten Leben für alle in einer intakten friedlichen Umwelt unterzuordnen. Das ist das Programm einer grundlegenden Umwälzung der Gesellschaft und zugleich der Selbstveränderung. Denn es bedeutet, mit dem Profitprinzip als Triebfeder aller kapitalistischen Gesellschaften zu brechen und die Frage in den Mittelpunkt zu stellen: Was braucht der Mensch?

Femma im Werden

Conny Swillus- Knöchel

Cornelia Swillus-Knoechel

Die Bezeichnung marxistische Feministin/ feministische Marxistin habe ich erstmals auf dem Dialektikseminar im Januar 2015 wahrgenommen und gemeinsam mit anderen Frauen im Zusammenhang mit Marxistsein diskutiert. Wenn ich dieser Begrifflichkeit noch „im Werden“ anhänge (was Teil der Diskussion war), dann war dies mein erstes Mal.

Dabei empfinde ich dies ähnlich wie mein feministisches Werden; war ich 1990 doch noch felsenfest davon überzeugt, dass ich den Feminismus nicht brauche. Ich war doch emanzipiert, hatte Job und Kinder und Gleichberechtigung.

Jahre später reflektiert, begriff ich, dass ich zwar gleichberechtigt war, aber bei weitem nicht gleichgestellt, denn Haushalt und Kindererziehung gehörten selbstverständlich zu meinen Aufgaben. Dennoch war mir klar, dass der Feminismus, den Alice Schwarzer vertritt, nicht meine Anliegen trifft, da die gesellschaftlichen Aspekte hier eher erzkonservativ und systemerhaltend behandelt werden und teilweise sogar Fremdenfeindlichkeit aufweisen.

Mit dem Begreifen, dass Geschlechterverhältnisse Produktionsverhältnisse sind und daher verändert werden müssen, um eine wirklich solidarische, geschlechtergerechte Gesellschaft zu erreichen verstehe ich mich daher als marxistische Feministin im Werden und setze mich seit Jahren für die Vier-in–einem-Perspektive ein, eine erstrebenswerte Utopie, für die es sich zu streiten lohnt. Mit Vergnügen und enormer Wissensbereicherung habe ich das neue Buch von Frigga Haug „Der im Gehen erkundete Weg“ gelesen, der mich darin bestärkt, mich als marxistische Feministin zu bezeichnen.

Es ist lange her, so mag einiges aus der Entfernung nicht eckig genug erinnert.

Frigga Haug

Aber es muss gewiss eines nach dem anderen gesprochen werden. Als Marxistin bezeichnete ich mich verwegen und stolz, als wir im Argument mit der Lektüre der Grundrisse begannen. Da wir die ersten waren in Berlin, trugen wir diese kollektive Identität stolz nach außen – dies unterschied uns, machte uns zu einer fantastischen, ernsthaften Gruppe.

Von Feminismus war da gar keine Rede. Es war Mitte der 1960er.

In der Frauenbewegung war ich fast von Beginn an, jedenfalls ab 1969 im „Aktionsart zur Befreiung der Frau“. Das hatte für mich nichts mit Feminismus zu tun, im Gegenteil (in meinem neuen Buch –Der im Gehen erkundete Weg. Marxismus-Feminismus ist das sorgfältig dokumentiert.).

Indem ich nach der Herkunft und Dauer von Frauenunterdrückung suchte und forschte, arbeitete ich mich an Marx und Engels ab. Hielt zweifelnde Reden zur Männlichkeit von Sprache und Denken im Kommunistischen Manifest. Ich schlug in der Arbeiterbewegung einen anderen Umgang mit der Frauenbewegung vor, um die Linke zu stärken. Ich schlug in der Frauenbewegung einen anderen Umgang mit uns selbst vor, um uns als politische Kraft zu stärken.

Erst als ich die Opfer-Täter-These, die ich aus den Feuerbachthesen von Marx gewonnen und für die Frauenbewegung als Aufforderung zur Erinnerungsarbeit öffentlich gemacht hatte, wurde ich von DKP-Seite geladen, um aus den Reihen der Linken ausgestoßen zu werden.

Ich glaubte es nicht, weil ich mich als Marxistin wusste. Ich musste es glauben, als keiner mehr mit zu tun haben wollte. Da begriff ich, dass sie mir die Marxistin nicht nehmen konnten. Dass ich aber Feministin war, weil ich von der Einschreibung der Frauen in den Marxismus nicht lassen wollte.

Den Bekennerinnenbrief: „Ich bin eine marxistische Feministin“ habe ich nie geschrieben, aber fortan schrieb ich Aufsatz um Aufsatz, die ganz selbstverständlich Marxismus-Feminismus hießen. Der erste, der im Müllhaufen meiner Texte noch vorliegt, ist ein Vortrag, gehalten in Regensburg 1981. Ich erinnere, wie ich zögerte, dann aber Trotz mit Bekennermut sich mischt auf der Suche nach einem neuen Zuhause. Da bin ich noch. Es ist ziemlich wohnlich geworden. Die Stürme, die jetzt Dach und Fundament angreifen sind andere geworden. Mal sehen, wie es weitergeht.

Frauen spüren die Verschränkung von Kapitalismus und Patriarchat

Kerstin Wolter

Mein „erstes Mal“ - gab es so etwas überhaupt? Hat es ein Erlebnis gegeben, durch das ich mich danach als Marxistin-Feministin bezeichnet habe? Ich weiß es nicht. Vielleicht. Was ich sicher weiß ist, dass es bis zum heutigen Tag, an dem ich diese Zeilen schreibe, eine Entwicklung gab. Aber nicht nur in mir. Auch um mich herum sind Dinge passiert. Dinge, die mich haben nachdenklich werden lassen. Dinge, durch die ich vieles besser verstand. Dinge, die viele neue Fragen stellten.

Aufgewachsen in einem Nest in Mecklenburg-Vorpommern. So klein, dass es weder spürbar etwas zum Aufbegehren gab, noch Strukturen, Gruppen, Organisationen, die diesem Aufbegehren eine Form hätten geben können. Wahrscheinlich führte das eine zum anderen. Trotzdem wurde ich schon dort zur Antikapitalistin. Wenn man das heute so nennen kann. Mehr ein Gefühl der Wut gegen die Ungerechtigkeit. Die Ungerechtigkeit, die irgendwo da draußen stattfand. In meinem Nest gab es so etwas wie Ungerechtigkeit nicht. Dann kam ich nach Berlin – endlich! Dem Landleben entkommen. Irgendwas musste nun passieren. Ich wusste einiges besser und wollte nun auch aktiv werden gegen die Ungerechtigkeit, die hier für mich spürbarer wurde. Und vor allem wollte ich noch mehr wissen. Begierig steckte ich meine Nase in die blauen Bände. Was ich dort las, ließ mich vieles so viel besser verstehen. Ob es wirklich so war oder ob ich es so wollte? Ich weiß es nicht. Wahrscheinlich beides. Ich las die Bücher nicht allein. Es war ein Lesekreis, organisiert vom SDS. Ich hatte meine politische Heimat gefunden. Bald war ich nicht mehr nur eine Antikapitalistin. Sozialistin ja, das wollte ich sein. Aber eine Marxistin? Ob schon ich das Studium marxistischer Literatur vertiefte, wollte ich mich nicht so recht als Marxistin bezeichnen. Warum sich zu einem alten Mann bekennen? Außerdem war es doch nicht nur er allein, der kluge Worte schrieb. Was war mit Luxemburg, Gramsci und vielen anderen? Was war mit den vielen klugen Menschen, die noch heute Bücher schreiben?

Aber etwas anderes war passiert. Statt mich Marxistin zu nennen, nannte ich mich schon längst und viel weniger skeptisch etwas anderes: eine Feministin. Die vielen kleinen und großen Ungerechtigkeiten zwischen Frauen und Männern, bereiteten mir schon früher ein Unbehagen. Im SDS lernte ich, diese Ungerechtigkeiten zu verstehen und ich erfuhr, dass mein Unbehagen nicht nur meines war. Das langsame Verstehenlernen von Patriarchat und Kapitalismus öffnete mir die Augen dafür, dass auch mein Nest nicht von Ungerechtigkeit verschont geblieben war. Dass viele Menschen nach 1990 arbeitslos wurden, dass sich jeder immer mehr zurück zog in die eigenen vier Wände, dass die Mehrheit der Frauen materiell und emotional von ihren Männern abhängig war. Vieles wurde mir klar. Und klar wurde mir auch immer mehr, dass es nicht so bleiben sollte. Also machte ich weiter. Irgendwann, immer tiefer im marxistischen Denken verhaftet, erschien es mir irgendwann alberner mich nicht als Marxistin zu bezeichnen, als es zu tun. Und so war ich es dann Marxistin und Feministin. Doch beides zusammenzubringen, schien mir nicht leicht. Gelesen hatte ich viel über die Verschränkung von Kapitalismus und Patriarchat. Dennoch wollte es für mich mit der Verschränkung noch nicht so klappen. Selbst als ich mit anderen eine Gruppe gründete, die sich marxistisch-feministisch nannte, eilte der Name unseren eigenen Gedanken voraus. Und wenn ich ehrlich bin, erwische ich mich immer wieder beim Zweifeln darüber, wo die Verschränkung anfängt und wo sie aufhört. Geht das eine aus dem anderen hervor? Huhn oder Ei – was war zuerst da? Dann rufe ich mich zur Räson: Was für eine unnütze Frage! Wir, vor allem wir Frauen, spüren die Verschränkung jeden Tag, mal mehr, mal weniger. Aber dennoch stetig. Gerade wegen dieser Verschränkung, sage ich beiden Teilen, Patriarchat und Kapitalismus, den Kampf an. Deshalb, und nicht nur deshalb, bin ich Marxistin-Feministin.

  • Mögen

  • Versenden
  • Ausdrucken

Artikel versenden

Absender

Empfänger

Nutzungsbedingungen*

Ich verpflichte mich zur wahrheitsgemäßen Angabe meiner Daten. Ich weiß sicher, dass der/die Empfänger/in mit dem Empfang der E-Mail einverstanden ist. Ich übernehme die Verantwortung, wenn dies nicht der Fall ist. Zur Entlastung des Websitebetreibers gestatte ich, dass Datum, Uhrzeit, beide E-Mail-Adressen und meine IP-Adresse gespeichert werden. Nicht gespeichert wird die Nachricht an den Empfänger.

Schließen
Artikel aus der Ausgabe Juni 2015
Prager Frühling Juni 2015

Kommentar abgeben

Stadion, Serien, Sozialismus

Welche Serien sehen Linke, und warum? Warum gehört Beckenbauer aus dem DFB geschmissen und was machen Feine Sahne Fischfilet in Paris? Was haben Soccer und Sozialismus miteinander zu tun und welche Musik würde der klassische Pianist Igor Levit gern bei einer Demo hören? Diese Fragen beantwortet die neue Ausgabe des Magazins für Freiheit und Sozialismus.

Verteidigung des Unabgegoltenen

Die Gegenwart ist reich an Mythen: Die Linke interessiere sich nicht mehr für die Arbeiterklasse und der globale Aufbruch von `68 sei ein Aufstand der ohnehin Privilegierten. Dieser grassierenden Geschichtslosigkeit entgegen rekonstruieren wir das Unabgegoltene des Aufstands im Mai `68 und fragen nach den Folgen der Niederschlagung des Prager Frühling für die Linke in Ost- und Westeuropa ...

Klasse mit Gedöns!

Die politische Linke habe sich die letzten Jahrzehnte zu viel mit Gedöns und zu wenig mit Klassenpolitik beschäftigt, so ist im politischen Feuilleton derzeit häufiger zu lesen. Nur: Stimmt das überhaupt? Und was hieße Klassenpolitik auf der Höhe der Zeit?

Tod der alten Dame?

Ob PASOK in Griechenland oder die Parti Socialiste in Frankreich, in vielen Ländern sind die Sozialdemokraten zu Kleinstparteien geworden. Auch hierzulande geht’s der SPD alles andere als gut. Was bedeutet die Schwäche der SPD für die Linke? Was für eine sozialistische Europapolitik? Eine Ausgabe über Glanz und Elend der realexistierenden Sozialdemokratie.

Versteckte Gemeinsamkeit

Sie hassen und sie brauchen sich. Die völkische Rechte nutzt islamistischen Terror und neo-salafistische Ideologie zur Selbstermächtigung und zur geistigen Aufrüstung beim Kampf um die Straße. Unsere Autor*innen gehen der Frage nach, woher sich diese „autoritären Revolten” speisen, wie ihnen zu begegnen ist und welche Rolle eine emanzipatorische Linke dabei spielen sollte.

Bevor die nächste Blase platzt

In EU und Euroraum erleben wir wie der neoliberale, finanzgetriebene Kapitalismus einfach so weitermacht wie bisher. Was eine linke Antwort ist, kann als umstritten gelten: Rückzug in den nationalstaatlich organisierten Kapitalismus oder eine solidarische und demokratisierte Wirtschaftsordnung in Europa?

Wer ist das Volk?

Populismus als Kommunikationsform und Strategie

Wer ist das Volk in „Wir sind das Volk“? — Wir haben uns in Europa und den Amerikas auf die Suche nach dem Volk der rechten Wutbürger und dem Volk des Linkspopulismus begeben. Gefunden haben unsere AutorInnen populistische Elemente in der repräsentativen Demokratie und einen radikaldemokratische Impetus des Linkspopulismus. In den Beiträgen werden Fragen nach der (Un)Möglichkeit des Pluralismus innerhalb linkspopulistischer Strategien und nach der Realpolitik des Populismus an der Macht gestellt.

Angst essen Seele auf

Terror, Gewalt, Kriminalität — SicherheitspolitikerInnen behaupten darauf eine Antwort zu haben. Aber was war eigentlich noch mal die Frage? Unsere AutorInnen haben versucht herauszufinden, was das eigentlich ist: Sicherheit. Sie haben sich an Antworten darauf versucht, ob es eine linke und emanzipatorische Sicherheitspolitik geben kann und worin diese eigentlich bestehen sollte.

This is a movement

Die Neuaushandlung von Bewegungsfreiheit und Grenzregimen

Niemand hat die Absicht eine Mauer zu bauen. … oder höchstens eine ganz kleine vielleicht oder einen Zaun aus Natodraht. Die selektive Abschottung des „Raums der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts“ nach außen ist in seiner bisherigen Form gescheitert. Unsere AutorInnen intervenieren in diese Neuaushandlung zentraler Fragen von Nationalstaatlichkeit, globalen Rechten und Demokratie ...

Krieg und Frieden

Weltinnenpolitik und die Zukunft ziviler Konfliktbearbeitung

Putinversteherin und Faschistenfreund – in Diskussionen über den Umgang mit bewaffneten Konflikten, wird schnell auch rhetorisch scharf geschossen. In seiner neuen Ausgabe fragt prager frühling wie eigentlich linke Weltinnenpolitik geht und wie eine Neuerfindung des politischen Pazifismus ins Werk zu setzen wäre.

So nicht!

Demokratie als Praxis

Griechenland hat die Austeritätspolitik abgewählt - durchgesetzt hat dies eine linke soziale Bewegung auf den Straßen und Plätzen. Ohne die enge Verzahnung mit Syriza als parlamentarischer Verlängerung wäre dies nicht möglich gewesen. In Dresden hingegen marschiert mit Pegida eine neue APO von rechts und mit der AfD rückt eine neue Rechtspartei in die Parlamente ein. Genügend Gründe also sich mit den Formatierungen parlamentarischer Demokratie zu beschäftigen. Spielräume für emanzipatorische Kämpfe zu ergründen und Beschränkungen einer Politik im Zählverein zu analysieren.

No Future?!

Not this Future!

Elendig lange scheint es her, dass Francis Fukuyama en passant mit dem Ende der Geschichte auch das Ende des Zukunftsdenkens ausgerufen hat. Elendig ist das gegenwärtige Zukunftsdenken auch nach dem Ende dieses „Endes der Geschichte“. In Politik, Wissenschaft und Literatur ist der Bedeutungshorizont von Zukunft auf die Begrifflichkeiten der Versicherungsmathematik zusammengeschrumpft. Der Versuch einer Rettung

Common Sense?!

Von Sinn und Eigensinn der Commons

Emanzipatorische Alternative jenseits von Markt und Staat oder nur Lückenbüßer für vormals staatlich organisierte Aufgaben? Unsere Autor*innen haben sich auf die Suche nach heutigen Commons gemacht. Im ersten Teil der Ausgabe haben sie die Kontaktzonen zum Markt, Staat und Care-Ökonomien besichtigt und theoretisch vermessen. Im zweiten Teil der Ausgabe haben sie Gemeinschaftsgärten durchstreift sowie an „Energietischen“ gesessen, um Kämpfe um Commons zu dokumentieren.

Feiern, wie sie fallen?!?

Über das Verhältnis von Opponieren, Regieren und Protestieren

Die heilige Dreifaltigkeit der Linken ist die Trinität aus Protestieren, Opponieren, Mitregieren. Bei der Frage, in welcher Beziehung die drei stehen, gerät die Gemeinde oft ins Stammeln und die politischen Theologen antworten mit dürren Dogmen. Unsere AutorInnen haben zunächst gefragt, wo er ist, der ominöse Ort der Macht und sind ihm dann mit steilen Thesen auf den Leib gerückt.

Wo Strom ist, ist Widerstand

Digitaler Protest und elektronische Demokratie

Unsere AutorInnen fragen sich, ob die Schwarmintelligenz den Cybersexismus überwinden kann und wo genau die Grenzen des digitalen Medienbaukastens verlaufen. Kai van Eikels analysiert die Ideologie des „Nerds“ und Mathias Schindler erklärt, wie es mit Wikipedia weitergeht. In den Feminismen gibt Dr. Lady Bitch Ray dem Feminismus der ersten Welle einen fetten Zungenkuss, während Stefan Gerbing in der ersten Hurenzeitung der Weimarer Republik geblättert hat.

Burn-out den Verhältnissen

… oder die Revolution kommt immer zu spät

Nein, ihr habt’s wieder falsch verstanden! Entschleunigung heißt nicht Breitbandrossel, liebe Telekom. Und Du, Frankfurter Polizei: Die Entdeckung der Langsamkeit meint nicht, zehn Stunden Zwangsentschleunigung im Kessel. In der Stress-Ausgabe prager frühling geht’s, darum wie man es richtig macht.

Essen und gegessen werden

Erst so ein Fressen und dann auch noch Moral!

Der Realsozialismus ist auch auf der Speisekarte gescheitert: Als Diktatur des schlechten Geschmacks. Die Verhältnisse an kapitalistischen Tafel sind nicht weniger ungenießbar. Tausch von ökonomischem und sozialem Kapital geht vor. Wenn Renate Künast eine Flasche fairen Bio-Orangensaft kauft, geht locker das Tagesbudget eines Hartz-IV beziehenden Kindes über die Theke ...

Battlen statt Betteln.

prager frühling entwickelt die neue soziale Idee!

Die neue Ausgabe des prager frühling erscheint am 26.10.2012 und kann hier bestellt werden.Im Schwerpunkt geht es diesmal um die „Neue soziale Idee“ und damit die Frage nach emanzipatorischen Potentialen, aber auch den Grenzen einer linken Sozialpolitik.

Autoritäres Krisenregime

Deutsche Euros rollen wieder …

Und in Berlin singen die Ultras von der FDP gemeinsam mit den Polithools vom rechten Rand: „Protektorat statt Europarat!“ Wird in Griechenland bald mehr als nur Deutsch gesprochen? Unsere AutorInnen stellen sich dem Einmarsch entgegen. Lucas Oberndorfer analysiert den autoritären Wettbewerbsetatismus als Krisenbearbeitungsstrategie ...

Sex! Sex! Sex!

Über die schönsten Nebenwidersprüche der Welt

Von wegen „schönste Nebensache“ der Welt. Sex ist diesmal der Schwerpunkt unseres Heftes. Während uns die Starsoziologin Eva Illouz über den Zusammenhang von Kapitalismus und Partnerwahl aufklärt, analysiert Kathy Meßmer Intimchirurgie als widersprüchliche Praxis. Außerdem im Schwerpunkt: ...

Affentanz um Nahost

Nichts sehen, nichts hören, laut brüllen — geht die Linke über den Jordan?

Ach diese Linken! Sie wissen genau, wie es Frieden zwischen Ramallah und Tel Aviv geben kann und sie brüllen es heraus – in Düsseldorf und Frankfurt. Während die Einen schreien: „Straßenschlacht in Ramallah, die Panzer sind die Antifa“, brüllen die Anderen: „Intifada bis zum Sieg ...

Reinheitsverbot

Parallel sind immer die Anderen!

prager frühling stößt an: ein Prosit den Parallelgesellschaften! Schon klar, Integration fordert immer die Anderen. Deshalben sagen wir: "Erst wenn Efes sich ins deutsche Biersortiment eingegliedert hat und ein Hefeweizen anbietet, werdet ihr merken, dass man so etwas nicht trinken kann." Wie aber geht sozialistischer Antirassismus? Etienne Balibar, Nichi Vendola und viele andere versuchen sich in Antworten ...

Im Zweifel Dagegen!

Schwerpunktheft Dissidenz und ziviler Ungehorsam

Dissidenz und ziviler Ungehorsam sind die Hefe linker Politik. Kann Sie auch Schmiermittel des Kapitalismus sein? Wo schlägt Subversion in unpolitischen Abweichungsfetisch um? Unsere Autor_innen schauen nach, diskutieren und polemisieren.

com.munismus. komm!

Auf dem Weg zum Wissenskommunismus

Ist geistiges Eigentum Diebstahl? Stellen Raubkopien das Ergebnis von Aneignung oder eine besonders perfide Ausbeutung des Kreativproletariats dar? Darüber diskutieren in unserem Heft u.a. Michael Hardt, Cornelia Koppetsch, Sabine Nuss und Stefan Meretz. Digital Natives diskutieren die Implikationen der Digitalisierung von Demokratie ...

Crossover

Gegenmacht oder gegen Macht?

„Crossover“ ist der Versuch, eine Diskussion über politische Kooperation von sozialistischen, grünen und sozialdemokratischen Positionen in Gang zu setzen, deren Ergebnis hegemoniefähige progressive Reformprojekte werden sollen. So nahe liegend dies angesichts des Niedergangs der neoliberalen Ära ist, so blockiert ist diese Perspektive dennoch ...

Klimawandel und Gesellschaftsveränderung

System change not climate change!

Den politischen Gemütszustand unserer Welt beschreibt nichts besser als der alte Kalauer: „Öko? Logisch.“ Niemand schmunzelt mehr drüber, aber alle nehmen den Schenkelklopfer für sich in Anspruch. Dass alles irgendwie auch „öko“ sein müsse, also die Sache mit der Umwelt halt ein Problem sei, ist – logisch – Allgemeinplatz geworden ...

Die Linke und die Nation.

Hattu Nation, muttu entgrenzen

Die Linke und die Nation ist der Schwerpunkt der fünften Ausgabe des prager frühlings. Außerdem beschäftigen wir uns unter dem Motto "balkan beats" mit der Linken in Post-Jugoslawien. Mit dabei sind Thomas Seibert, Julia Bonk, Klaus Höpcke, Michel Albert, Christin Löchner, Lothar Bisky, Ringo Bischoff, Katja Kipping, Andreas Fischer-Lescano und die Band Ego-Tronic ...

Her mit dem schönen Leben!

Infrastruktursozialismus statt Hartz IV

Original sanktionsfrei: Weg mit Hartz IV! Her mit dem schönen Leben! Neben vielen investigativen und weniger investigativen Beiträgen zum Hartz IV-Regime, wollen wir Euch in dieser Ausgabe auch unseren Vorschlag vorstellen, dem Hartz IV-Regime die Forderung nach einem Infrastruktursozialismus entgegen zu setzen ...

Democracy against the machine

Radikaldemokratie statt FdGO

Februar 2009 erschien die dritte Ausgabe des prager frühling. Das Schwerpunktthema ist "Demokratie und Herrschaft" mit Beiträgen und Artikeln von Chantal Mouffe (University of Westminster, London), Jürgen Peters (IG Metall), Colin Crouch, Franziska Drohsel (Juso-Vorsitzende), die Gruppe Soziale Kämpfe, Sonja Buckel (Universität Frankfurt) und viele andere mehr ...

Auf der Suche nach der Ästhetik des Widerstandes

Alles Politur? Zum Verhältnis von Politik und Kultur

Mitte Oktober 2008 kam die zweite Ausgabe von prager frühling, dem neuem Magazin für Freiheit und Sozialismus. Das nächste Heft widmet sich schwerpunktmäßig dem Verhältnis von Politik und Kultur. Ziel der Redaktion ist es, politisches Engagement und Kultur einander näher zu bringen. Dabei geht es nicht um eine Kolonisierung des einen Bereichs durch den anderen ...

Neue Linke: Alles beim Alten?

NeuBegründung als Bruch nach vorn

Der Schwerpunkt der ersten Ausgabe des Magazins prager frühling heißt "Refound: NeuBegründung". Unsere Autorinnen erklären was der "Bruch nach vorn" ist. Mit dabei Frigga Haug, Thomas Seibert, Hans Jürgen Urban, Daniela Dahn und Michel Friedmann.

Sprungmarken: Zum Seitenanfang, Zur Navigation, Zum Inhalt.