Prager Frühling, Magazin für Freiheit und Sozialismus (www.prager-fruehling-magazin.de)

Schurken und Barbaren

Zur Semantik internationaler Politik

Oliver Eberl
So sieht die Welt aus: Schurken ...

Europäisch-westliche Interventionspolitik steht in einer langen Ahnenreihe: Im 19. Jahrhundert rechtfertigte man die ersten sogenannten humanitären Interventionen in Griechenland und Nordafrika mit dem Verweis auf die Sklaverei der Araber und die Gräueltaten der Osmanen. Die Zivilisation sah sich aufgefordert einzugreifen. Unmenschliche Praktiken wurden beendet und dafür eine westlich-liberale Herrschaft errichtet. Auch der europäische Kolonialismus hatte ein zivilisatorisches Selbstverständnis und vertrat eine Zivilisationsmission. Die Kongo-Konferenz von 1885 legt ein beredtes Zeugnis dieses zivilisatorischen Selbstverständnisses ab. Dieses war nicht aufgesetzt, es war echt, Europa sah sich zivilisiert und die Afrikaner, Indianer und Inder, Melanesier und Polynesier, Aborigines und Maoris, sie alle galten ihm als Barbaren und Wilde. Und wenn im Ersten Weltkrieg die Deutschen bei ihrem völkerrechtswidrigen Einmarsch in Belgien Kirchen zerstörten und Zivilisten erschossen, dann nannte man auch sie Barbaren. Und natürlich regten sich die deutschen Kulturmenschen darüber mehr auf als über die Erschießung der Zivilisten.

In diese Geschichte lassen sich auch die Interventionen der Jahre nach 1989 einordnen. Linke sehen hier häufig die Verlängerung einer kolonialen Politik oder westlichen Hegemonie. Der erste Irakkrieg und der Krieg gegen Serbien sind leicht so zu deuten. Jacques Derrida und Noam Chomsky haben herausgearbeitet, dass es die liberale Clinton-Regierung war, die die Rhetorik der Schurkenstaaten entwickelt hat. Ihr wissenschaftliches Pendant war die Theorie vom demokratischen Frieden, die besagte, dass Demokratien untereinander friedfertig sind, aber gegenüber Nicht-Demokratien, die nicht friedfertig sein können, ein besonderes Spannungsverhältnis besteht. Abgeleitet wurde diese Theorie aus der Beobachtung, dass Demokratien noch nie Krieg gegeneinander geführt hätten.

Immanuel Kant: Kein Verbündeter der Interventionisten

Zum Stammvater dieser Theorie wurde Immanuel Kant erklärt, der zwar ein liberaler Philosoph, aber vor allem auch Republikaner und Kosmopolit war. Seine Forderungen der Schrift „Zum ewigen Frieden“ nach der Gründung von Republiken, der Bildung eines Völkerbundes und eines Weltbürgerrechts wurden im Schatten der Theorie des demokratischen Friedens interventionsgerecht zu einem Exklusionsinstrument uminterpretiert: Nur Demokratien könnten Mitglied im Völkerbund sein und den Schutz des Völkerrechts genießen. Wer sich als Staat aggressiv verhalte oder Menschenrecht systematisch verletze, der sei ein Schurkenstaat oder, wie es mit besonderem Bezug auf eine Kant-Stelle oft auch heißt, ein „ungerechter Feind“.

Natürlich war mit dieser Rhetorik der Exklusion die Idee eines Umbaus der UNO und der wesentlichen Prinzipien des Völkerrechts verbunden: Der völkerrechtliche Gleichheitssatz und das allgemeine Gewaltverbot sollten ausgehöhlt und aufgehoben werden. Die Diskussion um die „Responsibility to Protect“, die von der Generalversammlung zwar angenommen wurde, zeigt aber auch, dass das allgemeine Gewaltverbot keineswegs aufgehoben wurde, sondern der Einsatz von Gewalt nach wie vor der Entscheidung des Sicherheitsrates unterliegt.

Es könnte nun so scheinen, als böte Kant nur die Rechtfertigung für eine hegemoniale Interventionspolitik. In Wahrheit ist das Gegenteil der Fall. Kant verurteilt den Kolonialismus und sucht die reformorientierte Annäherung der Systeme in einem gemeinsamen Völkerbund. Sein Kosmopolitismus befördert nicht den Handel, sondern formuliert das Recht von Ländern, Handelsangebote abzuwehren. Das Weltbürgerrecht ist kein Gastrecht, sondern nur ein Besuchsrecht. Gästen schuldet man in der naturrechtlichen Tradition fürsorgliche Aufnahme. Dies wurde zu kolonialen Zwecken missbraucht. Kant begrenzt daher das Prinzip der Hospitalität auf ein Besuchsrecht, das allen Menschen in Not zusteht und allen Menschen erlaubt, den Kontakt mit anderen zu versuchen. Aufgrund der schlechten Erfahrungen begrüßt er es, dass Japan den holländischen Händlern nicht gestattete in Japan zu wohnen, sondern sie auf einer Hafeninsel isolierte. Die heutigen Konflikte um die Öffnung von Märkten ist schon von Kant als Kolonialismus verstanden worden, dem nur mit einem für alle Individuen und nicht-staatlichen „Völkerschaften“ geltenden Weltrecht und einer Einschränkung des naturrechtlichen Gastrechts beizukommen ist. Gleichzeitig etablierte er damit Pflichten gegenüber Flüchtlingen, die ein Recht auf Hilfe haben. Ein richtig gelesener Kant gibt also auch heute noch wertvolle Hinweise für Grundsätze internationaler Politik und ist kein Verbündeter der Interventionisten.

Allerdings spielten Menschenrechte noch keine Rolle für Kant. Er kannte nur das angeborene Menschenrecht der Freiheit. Während das Gewaltverbot und das Gleichheitsprinzip der UN-Charta Verwirklichungen Kantischer Gedanken sind, ist die Wirklichkeit im Menschenrechtsbereich über ihn hinausgegangen. Daraus entstehen die heute entscheidenden Spannungen in der internationalen Politik. Menschenrechtsschutz wird hier immer wieder gegen das Gewaltverbot ausgespielt.

... und Barbaren. Zumindest aus liberaler Perspektive.

Die neue Blüte der Semantik der Barberei

Linke Politik steht nun vor der Herausforderung, das völkerrechtliche Gewaltverbot mit dem Gleichheitssatz und dem Menschenrechtsschutz zu vermitteln. Die ersten beiden Prinzipien stellen nicht nur das antinazistische Erbe der Gründungsphase der UNO dar, sie sind auch das Erbe der Dekolonisation, die mit dem Prinzip staatlicher Souveränität ernst gemacht hat und ebenfalls eine Verwirklichung des Rechts einer Bevölkerung auf demokratische Souveränität ist, das im Genfer Völkerbund von US-Präsident Woodrow Wilson fatalerweise „Selbstbestimmungsrecht der Völker“ genannt wurde und daher ethnischem Nationalismus offen stand.

Weder Demokratieexport noch Menschenrechtsinterventionismus können Ziele und Mittel einer menschenrechts- und demokratieorientierten Politik sein. Man könnte grob sagen, dass überall dort Zweifel an einer solchen Orientierung angebracht sind, wo die politische Semantik Asymmetrien erzeugt: Wenn von Schurkenstaaten gesprochen wird, deutet dies auf eine unklare Lage hin, die durch eine klar abwertende Sprache übersichtlich gemacht werden soll. Heute ist allerdings seltener von Schurkenstaaten die Rede. Dies hat nicht damit zu tun, wie Derrida hoffte, dass die Semantik des Schurkenstaates sich so sehr vervielfacht, dass für alle Staaten als gültig erkannt und damit sinnlos wird, sondern mit dem Phänomen nicht-staatlicher Terrorgruppen, das nach den Anschlägen vom 11. September zunächst noch in der Schurkenstaat-Linie mit dem Krieg gegen Afghanistan beantwortet wurde. Derzeit sind aber keine klaren Schurkenstaaten mehr auszumachen. Die Terrorgruppen werden heute als Barbaren und ihre Taten als barbarisch bezeichnet. Dies mag angesichts von Enthauptungen und Entführungen nahe liegend sein, doch darf nicht übersehen werden, dass hiermit an die Semantik des zivilisierenden Kolonialismus des 19. Jahrhunderts angeschlossen wird.

Die Semantik der Barbarei hat aber auch in der linken Tradition einen festen Platz. Insbesondere in der antifaschistischen Tradition spielt sie als Beschreibung des Nazismus eine große Rolle. Sie konnte hier eine feste Verbindung mit humanistischen und kulturtheoretischen Positionen, etwa von Thomas Mann und Theodor Adorno, eingehen. Die Barbarei-Semantik findet sich in den Nürnberger Prozessen und der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, in deren Präambel es heißt, dass „die Nichtanerkennung und Verachtung der Menschenrechte zu Akten der Barbarei geführt haben, die das Gewissen der Menschheit mit Empörung erfüllen“.

Im Zeitalter der Terrorismus erlebt die Semantik der Barbarei eine neue Blüte. Wenn der Islamische Staat seinen Staat errichtet haben sollte, so sind sich Beobachter einig, wird es ein Schurkenstaat sein. Bisher ist er aber noch eine barbarische Terrortruppe. Während bürgerrechtsorientierte Positionen auf die Theorie des demokratischen Friedens ansprachen, könnten humanistisch-antifaschistische Positionen leichter einer Politik der Anti-Barbarei zusprechen oder in das Gegenteil verfallen und antihegemoniale Kräfte nur deshalb begrüßen, weil sie antihegemonial sind. Schon Derrida bemerkte, dass radikale islamische Systeme die einzigen sind, die sich selbst nicht als demokratisch verstehen wollen und daher eine besondere Provokation und Herausforderung für den Westen darstellen. Die Entscheidung, ob Demokratie die richtige politische Form für ein Volk ist, kann weder dem westlichen Hegemon noch den lokalen Terrorführern oder Eliten überlassen bleiben. Diese Entscheidung müsste selbst demokratisch getroffen werden. Reformen, die dies ermöglichen, sind daher immer begrüßenswert.

Linke Perspektiven

So richtig es ist, dass der Westen nicht der Demokratiebringer sein kann, so richtig ist es auch, dass Linke neben der kritischen Position eine konstruktive, prinzipienorientierte Perspektive brauchen. Ein erstes Prinzip wäre, dass Staaten Reformen nur gewaltfrei unterstützen dürfen und bei Bürgerkriegen das Kantische Interventionsverbot gilt. Zweitens ist nach eigenen Beiträgen zu fragen: Demokratie und Menschenrechtsschutz beginnen im eigenen Land. Westliche Demokratien müssten auf der Gewaltanwendungsebene streng demokratisch-parlamentarisch kontrolliert werden. Außerdem müssten humanitäre Pflichten und Menschenrechtsschutz ernst genommen und Flüchtlingen Asyl und Integration angeboten werden. Drittens könnten Linke das Gewaltverbot und das Gleichheitsprinzip der UN-Charta ebenso wie die Menschenrechte als antifaschistisches Erbe auffassen und so von Hegemonie und Deutschtum gleichermaßen Abstand halten. Sie könnten von Europa fordern, sein koloniales Erbe und daraus folgende Verpflichtungen anzuerkennen.

Allerdings müssten sie auf die Barbarei-Semantik des Antifaschismus und Antiimperialismus verzichten, denn diese wird gerade interventionsgerecht umgedeutet. Wenn die Gründe so klar liegen, wie im Falle des Kampfes gegen die Barbarei, wird von den tatsächlichen Unklarheiten abgelenkt. Und immer dann trumpft das eine Prinzip – etwa Menschenrechte – oder das andere – etwa das Gewaltverbot – auf und erlaubt unilaterale Selbstermächtigungen. Auch verschleiert die skandalisierende Semantik, dass es sich nicht um einen Atavismus, sondern um ein modernes Phänomen als Ausdruck moderner Widersprüche handelt. Die Aufgabe für eine linke Politik wäre aber, die Widersprüche explizit zu machen und so zu einem Ausgleich der Prinzipien beizutragen.

Oliver Eberl ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Arbeitsbereich Politische Theorie und Ideengeschichte der TU Darmstadt.

  • Mögen

  • Versenden
  • Ausdrucken

Artikel versenden

Absender

Empfänger

Nutzungsbedingungen*

Ich verpflichte mich zur wahrheitsgemäßen Angabe meiner Daten. Ich weiß sicher, dass der/die Empfänger/in mit dem Empfang der E-Mail einverstanden ist. Ich übernehme die Verantwortung, wenn dies nicht der Fall ist. Zur Entlastung des Websitebetreibers gestatte ich, dass Datum, Uhrzeit, beide E-Mail-Adressen und meine IP-Adresse gespeichert werden. Nicht gespeichert wird die Nachricht an den Empfänger.

Schließen
Artikel aus der Ausgabe Juni 2015
Prager Frühling Juni 2015

Kommentar abgeben

Verteidigung des Unabgegoltenen

Die Gegenwart ist reich an Mythen: Die Linke interessiere sich nicht mehr für die Arbeiterklasse und der globale Aufbruch von `68 sei ein Aufstand der ohnehin Privilegierten. Dieser grassierenden Geschichtslosigkeit entgegen rekonstruieren wir das Unabgegoltene des Aufstands im Mai `68 und fragen nach den Folgen der Niederschlagung des Prager Frühling für die Linke in Ost- und Westeuropa ...

Klasse mit Gedöns!

Die politische Linke habe sich die letzten Jahrzehnte zu viel mit Gedöns und zu wenig mit Klassenpolitik beschäftigt, so ist im politischen Feuilleton derzeit häufiger zu lesen. Nur: Stimmt das überhaupt? Und was hieße Klassenpolitik auf der Höhe der Zeit?

Tod der alten Dame?

Ob PASOK in Griechenland oder die Parti Socialiste in Frankreich, in vielen Ländern sind die Sozialdemokraten zu Kleinstparteien geworden. Auch hierzulande geht’s der SPD alles andere als gut. Was bedeutet die Schwäche der SPD für die Linke? Was für eine sozialistische Europapolitik? Eine Ausgabe über Glanz und Elend der realexistierenden Sozialdemokratie.

Versteckte Gemeinsamkeit

Sie hassen und sie brauchen sich. Die völkische Rechte nutzt islamistischen Terror und neo-salafistische Ideologie zur Selbstermächtigung und zur geistigen Aufrüstung beim Kampf um die Straße. Unsere Autor*innen gehen der Frage nach, woher sich diese „autoritären Revolten” speisen, wie ihnen zu begegnen ist und welche Rolle eine emanzipatorische Linke dabei spielen sollte.

Bevor die nächste Blase platzt

In EU und Euroraum erleben wir wie der neoliberale, finanzgetriebene Kapitalismus einfach so weitermacht wie bisher. Was eine linke Antwort ist, kann als umstritten gelten: Rückzug in den nationalstaatlich organisierten Kapitalismus oder eine solidarische und demokratisierte Wirtschaftsordnung in Europa?

Wer ist das Volk?

Populismus als Kommunikationsform und Strategie

Wer ist das Volk in „Wir sind das Volk“? — Wir haben uns in Europa und den Amerikas auf die Suche nach dem Volk der rechten Wutbürger und dem Volk des Linkspopulismus begeben. Gefunden haben unsere AutorInnen populistische Elemente in der repräsentativen Demokratie und einen radikaldemokratische Impetus des Linkspopulismus. In den Beiträgen werden Fragen nach der (Un)Möglichkeit des Pluralismus innerhalb linkspopulistischer Strategien und nach der Realpolitik des Populismus an der Macht gestellt.

Angst essen Seele auf

Terror, Gewalt, Kriminalität — SicherheitspolitikerInnen behaupten darauf eine Antwort zu haben. Aber was war eigentlich noch mal die Frage? Unsere AutorInnen haben versucht herauszufinden, was das eigentlich ist: Sicherheit. Sie haben sich an Antworten darauf versucht, ob es eine linke und emanzipatorische Sicherheitspolitik geben kann und worin diese eigentlich bestehen sollte.

This is a movement

Die Neuaushandlung von Bewegungsfreiheit und Grenzregimen

Niemand hat die Absicht eine Mauer zu bauen. … oder höchstens eine ganz kleine vielleicht oder einen Zaun aus Natodraht. Die selektive Abschottung des „Raums der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts“ nach außen ist in seiner bisherigen Form gescheitert. Unsere AutorInnen intervenieren in diese Neuaushandlung zentraler Fragen von Nationalstaatlichkeit, globalen Rechten und Demokratie ...

Krieg und Frieden

Weltinnenpolitik und die Zukunft ziviler Konfliktbearbeitung

Putinversteherin und Faschistenfreund – in Diskussionen über den Umgang mit bewaffneten Konflikten, wird schnell auch rhetorisch scharf geschossen. In seiner neuen Ausgabe fragt prager frühling wie eigentlich linke Weltinnenpolitik geht und wie eine Neuerfindung des politischen Pazifismus ins Werk zu setzen wäre.

So nicht!

Demokratie als Praxis

Griechenland hat die Austeritätspolitik abgewählt - durchgesetzt hat dies eine linke soziale Bewegung auf den Straßen und Plätzen. Ohne die enge Verzahnung mit Syriza als parlamentarischer Verlängerung wäre dies nicht möglich gewesen. In Dresden hingegen marschiert mit Pegida eine neue APO von rechts und mit der AfD rückt eine neue Rechtspartei in die Parlamente ein. Genügend Gründe also sich mit den Formatierungen parlamentarischer Demokratie zu beschäftigen. Spielräume für emanzipatorische Kämpfe zu ergründen und Beschränkungen einer Politik im Zählverein zu analysieren.

No Future?!

Not this Future!

Elendig lange scheint es her, dass Francis Fukuyama en passant mit dem Ende der Geschichte auch das Ende des Zukunftsdenkens ausgerufen hat. Elendig ist das gegenwärtige Zukunftsdenken auch nach dem Ende dieses „Endes der Geschichte“. In Politik, Wissenschaft und Literatur ist der Bedeutungshorizont von Zukunft auf die Begrifflichkeiten der Versicherungsmathematik zusammengeschrumpft. Der Versuch einer Rettung

Common Sense?!

Von Sinn und Eigensinn der Commons

Emanzipatorische Alternative jenseits von Markt und Staat oder nur Lückenbüßer für vormals staatlich organisierte Aufgaben? Unsere Autor*innen haben sich auf die Suche nach heutigen Commons gemacht. Im ersten Teil der Ausgabe haben sie die Kontaktzonen zum Markt, Staat und Care-Ökonomien besichtigt und theoretisch vermessen. Im zweiten Teil der Ausgabe haben sie Gemeinschaftsgärten durchstreift sowie an „Energietischen“ gesessen, um Kämpfe um Commons zu dokumentieren.

Feiern, wie sie fallen?!?

Über das Verhältnis von Opponieren, Regieren und Protestieren

Die heilige Dreifaltigkeit der Linken ist die Trinität aus Protestieren, Opponieren, Mitregieren. Bei der Frage, in welcher Beziehung die drei stehen, gerät die Gemeinde oft ins Stammeln und die politischen Theologen antworten mit dürren Dogmen. Unsere AutorInnen haben zunächst gefragt, wo er ist, der ominöse Ort der Macht und sind ihm dann mit steilen Thesen auf den Leib gerückt.

Wo Strom ist, ist Widerstand

Digitaler Protest und elektronische Demokratie

Unsere AutorInnen fragen sich, ob die Schwarmintelligenz den Cybersexismus überwinden kann und wo genau die Grenzen des digitalen Medienbaukastens verlaufen. Kai van Eikels analysiert die Ideologie des „Nerds“ und Mathias Schindler erklärt, wie es mit Wikipedia weitergeht. In den Feminismen gibt Dr. Lady Bitch Ray dem Feminismus der ersten Welle einen fetten Zungenkuss, während Stefan Gerbing in der ersten Hurenzeitung der Weimarer Republik geblättert hat.

Burn-out den Verhältnissen

… oder die Revolution kommt immer zu spät

Nein, ihr habt’s wieder falsch verstanden! Entschleunigung heißt nicht Breitbandrossel, liebe Telekom. Und Du, Frankfurter Polizei: Die Entdeckung der Langsamkeit meint nicht, zehn Stunden Zwangsentschleunigung im Kessel. In der Stress-Ausgabe prager frühling geht’s, darum wie man es richtig macht.

Essen und gegessen werden

Erst so ein Fressen und dann auch noch Moral!

Der Realsozialismus ist auch auf der Speisekarte gescheitert: Als Diktatur des schlechten Geschmacks. Die Verhältnisse an kapitalistischen Tafel sind nicht weniger ungenießbar. Tausch von ökonomischem und sozialem Kapital geht vor. Wenn Renate Künast eine Flasche fairen Bio-Orangensaft kauft, geht locker das Tagesbudget eines Hartz-IV beziehenden Kindes über die Theke ...

Battlen statt Betteln.

prager frühling entwickelt die neue soziale Idee!

Die neue Ausgabe des prager frühling erscheint am 26.10.2012 und kann hier bestellt werden.Im Schwerpunkt geht es diesmal um die „Neue soziale Idee“ und damit die Frage nach emanzipatorischen Potentialen, aber auch den Grenzen einer linken Sozialpolitik.

Autoritäres Krisenregime

Deutsche Euros rollen wieder …

Und in Berlin singen die Ultras von der FDP gemeinsam mit den Polithools vom rechten Rand: „Protektorat statt Europarat!“ Wird in Griechenland bald mehr als nur Deutsch gesprochen? Unsere AutorInnen stellen sich dem Einmarsch entgegen. Lucas Oberndorfer analysiert den autoritären Wettbewerbsetatismus als Krisenbearbeitungsstrategie ...

Sex! Sex! Sex!

Über die schönsten Nebenwidersprüche der Welt

Von wegen „schönste Nebensache“ der Welt. Sex ist diesmal der Schwerpunkt unseres Heftes. Während uns die Starsoziologin Eva Illouz über den Zusammenhang von Kapitalismus und Partnerwahl aufklärt, analysiert Kathy Meßmer Intimchirurgie als widersprüchliche Praxis. Außerdem im Schwerpunkt: ...

Affentanz um Nahost

Nichts sehen, nichts hören, laut brüllen — geht die Linke über den Jordan?

Ach diese Linken! Sie wissen genau, wie es Frieden zwischen Ramallah und Tel Aviv geben kann und sie brüllen es heraus – in Düsseldorf und Frankfurt. Während die Einen schreien: „Straßenschlacht in Ramallah, die Panzer sind die Antifa“, brüllen die Anderen: „Intifada bis zum Sieg ...

Reinheitsverbot

Parallel sind immer die Anderen!

prager frühling stößt an: ein Prosit den Parallelgesellschaften! Schon klar, Integration fordert immer die Anderen. Deshalben sagen wir: "Erst wenn Efes sich ins deutsche Biersortiment eingegliedert hat und ein Hefeweizen anbietet, werdet ihr merken, dass man so etwas nicht trinken kann." Wie aber geht sozialistischer Antirassismus? Etienne Balibar, Nichi Vendola und viele andere versuchen sich in Antworten ...

Im Zweifel Dagegen!

Schwerpunktheft Dissidenz und ziviler Ungehorsam

Dissidenz und ziviler Ungehorsam sind die Hefe linker Politik. Kann Sie auch Schmiermittel des Kapitalismus sein? Wo schlägt Subversion in unpolitischen Abweichungsfetisch um? Unsere Autor_innen schauen nach, diskutieren und polemisieren.

com.munismus. komm!

Auf dem Weg zum Wissenskommunismus

Ist geistiges Eigentum Diebstahl? Stellen Raubkopien das Ergebnis von Aneignung oder eine besonders perfide Ausbeutung des Kreativproletariats dar? Darüber diskutieren in unserem Heft u.a. Michael Hardt, Cornelia Koppetsch, Sabine Nuss und Stefan Meretz. Digital Natives diskutieren die Implikationen der Digitalisierung von Demokratie ...

Crossover

Gegenmacht oder gegen Macht?

„Crossover“ ist der Versuch, eine Diskussion über politische Kooperation von sozialistischen, grünen und sozialdemokratischen Positionen in Gang zu setzen, deren Ergebnis hegemoniefähige progressive Reformprojekte werden sollen. So nahe liegend dies angesichts des Niedergangs der neoliberalen Ära ist, so blockiert ist diese Perspektive dennoch ...

Klimawandel und Gesellschaftsveränderung

System change not climate change!

Den politischen Gemütszustand unserer Welt beschreibt nichts besser als der alte Kalauer: „Öko? Logisch.“ Niemand schmunzelt mehr drüber, aber alle nehmen den Schenkelklopfer für sich in Anspruch. Dass alles irgendwie auch „öko“ sein müsse, also die Sache mit der Umwelt halt ein Problem sei, ist – logisch – Allgemeinplatz geworden ...

Die Linke und die Nation.

Hattu Nation, muttu entgrenzen

Die Linke und die Nation ist der Schwerpunkt der fünften Ausgabe des prager frühlings. Außerdem beschäftigen wir uns unter dem Motto "balkan beats" mit der Linken in Post-Jugoslawien. Mit dabei sind Thomas Seibert, Julia Bonk, Klaus Höpcke, Michel Albert, Christin Löchner, Lothar Bisky, Ringo Bischoff, Katja Kipping, Andreas Fischer-Lescano und die Band Ego-Tronic ...

Her mit dem schönen Leben!

Infrastruktursozialismus statt Hartz IV

Original sanktionsfrei: Weg mit Hartz IV! Her mit dem schönen Leben! Neben vielen investigativen und weniger investigativen Beiträgen zum Hartz IV-Regime, wollen wir Euch in dieser Ausgabe auch unseren Vorschlag vorstellen, dem Hartz IV-Regime die Forderung nach einem Infrastruktursozialismus entgegen zu setzen ...

Democracy against the machine

Radikaldemokratie statt FdGO

Februar 2009 erschien die dritte Ausgabe des prager frühling. Das Schwerpunktthema ist "Demokratie und Herrschaft" mit Beiträgen und Artikeln von Chantal Mouffe (University of Westminster, London), Jürgen Peters (IG Metall), Colin Crouch, Franziska Drohsel (Juso-Vorsitzende), die Gruppe Soziale Kämpfe, Sonja Buckel (Universität Frankfurt) und viele andere mehr ...

Auf der Suche nach der Ästhetik des Widerstandes

Alles Politur? Zum Verhältnis von Politik und Kultur

Mitte Oktober 2008 kam die zweite Ausgabe von prager frühling, dem neuem Magazin für Freiheit und Sozialismus. Das nächste Heft widmet sich schwerpunktmäßig dem Verhältnis von Politik und Kultur. Ziel der Redaktion ist es, politisches Engagement und Kultur einander näher zu bringen. Dabei geht es nicht um eine Kolonisierung des einen Bereichs durch den anderen ...

Neue Linke: Alles beim Alten?

NeuBegründung als Bruch nach vorn

Der Schwerpunkt der ersten Ausgabe des Magazins prager frühling heißt "Refound: NeuBegründung". Unsere Autorinnen erklären was der "Bruch nach vorn" ist. Mit dabei Frigga Haug, Thomas Seibert, Hans Jürgen Urban, Daniela Dahn und Michel Friedmann.

Sprungmarken: Zum Seitenanfang, Zur Navigation, Zum Inhalt.