Prager Frühling, Magazin für Freiheit und Sozialismus (www.prager-fruehling-magazin.de)

Ich liebe euch doch alle

Polydingsbums und das Schweigen der Geschlechterverhältnisse

Stefan Gerbing

Kritische Theorie, Feminismus, Maoismus, Polyamorie … Nein, kein Test. Sie sind keine ProbandIn, die in einer Aufzählung den unpassenden Begriff finden soll. Es handelt sich hier um die Titel einer Publikationsreihe eines linken Verlags. Der Anspruch: Vermittlung „theoretischer Grundlagen linker Politik“ und die „Reflexion politischer Praxis“.

Polyamorie bezeichnet gleichzeitige Liebesbeziehungen zwischen mehreren PartnerInnen, die gegenüber allen Beteiligten transparent sind und neben affektiver Nähe auch Sexualität beinhalten können. Der Begriff Polyamorie ist vor einem Jahrzehnt in Deutschland angekommen. Mittlerweile haben auch Zeit, Stern und Focus den Schlafzimmerblick aufgesetzt und mit dem Erschauern des Voyeurs mal nachgefragt, wie Menschen sich zu dritt lieben. Mittlerweile schreiben auch linke Periodika zum Thema, eine ehemalige Grünenpolitikerin „outete“ sich in der taz als polyamor und so manche Gruppe, die sonst nur ein Verhältnis, nämlich das Kapitalverhältnis kennt, erklärt auf Veranstaltungen, warum Poly-Verhältnisse die falsche Lösung im falschen Ganzen seien.

Die Kritik der bürgerlichen Ehe, als dem Prototyp der monogamen Zweierbeziehung, haben bürgerliche und sozialistische FeministInnen schon vor mehr als hundert Jahren geleistet. Mittlerweile ist die serielle Monogamie, die Abfolge monogamer Zweierbeziehungen die neue Norm. Die Kritik bleibt dennoch auch dort meist zutreffend. Die Kopplung von Ökonomie mit affektiver Nähe und Sexualität bleibt schließlich bestehen. In nichtheterosexuellen Szenen gibt es eine lange Tradition konsensueller nichtmonogamer Sexual- und Liebesbeziehungen. Allerdings ohne, dass es dafür eines theoretischen Überbaues bedurft hätte. An der „Entdeckung“ von Polyamorie in linken, heterosexuellen Kreisen klebt allerdings zuweilen ein zäher Batzen Moral und eine hässliche Schleimspur Esoterik. Dies äußert sich, so sie zur Sprache kommen, in der Analyse von Herrschaftsverhältnissen und in einigen Postulaten, die auf Polywebseiten zirkulieren.

Politische Sackgasse oder Let’s talk about Heterosexualität

Thomas Schroedter und Christine Vetter, die den eingangs erwähnten Polyamorie-Text geschrieben haben, referieren in weiten Teilen marxistische und feministische Kritiken am Modell der Ehe. Sie listen verschiedene Dimensionen von Herrschaftsverhältnissen von Heteronormativität bis Rassismus auf, um ihnen dann eine weitere — Mononormativität — hinzuzufügen. Allein bei der Beschreibung, was dieses Herrschaftsverhältnis ausmacht, bleiben sie recht wortkarg. Sie beklagen, dass es die Bahncard nur für einen Lebenspartner vergünstigt gibt, dass man beim Elternabend schief angeschaut werde, wenn man in wechselnden Kombinationen auftaucht und, dass sich die Wohnungssuche schwieriger gestaltet, wenn man dem Vermieter erzählt, dass man eine Liebesbeziehung mit den zwei oder mehr Mitwohnenden führt. Abgesehen davon, dass den Vermieter Liebes- und Sexdinge eigentlich Schnurz zu sein hätten und viel schlimmer als schiefe Blicke ist, dass gelegentlich das Jugendamt recht fix dabei ist, wenn verschiedene Leute die Kinder abholen — ganz unabhängig vom Beziehungsstatus, führt diese Art der Analyse von Herrschaftsverhältnissen leicht in eine Sackgasse. Zweierlei bleibt unterbelichtet. Zum einen suggeriert die Auflistung von Herrschaftsverhältnissen, dass diese unabhängig voneinander existierten. Das ist nicht der Fall, denn für heterosexuelle Männer ist es durchaus gesellschaftlich akzeptiert, mehrere Liebesbeziehungen parallel zu führen. Den abwertenden Begriff „Schlampe“ gibt es nun einmal nur als Femininum.

Das Böse kommt von draußen rein, hollahi, hollaho, hollahihaho

Die zweite Blindstelle entsteht, weil scheinbar nur ein Machtverhältnis — Mononormativität — von außen auf die herrschaftsfreie polyamore Beziehungen einwirkt und Binnenverhältnisse zumeist unthematisiert bleiben. Da die meisten Ratgeber, Webseiten und Foren zum Thema Polyamorie von Heterobeziehungen handeln, ist einigermaßen grotesk, dass Geschlechterverhältnisse innerhalb von Polybeziehungen derart selten thematisiert werden. Wie wird Sorge- und Reproduktionsarbeit verteilt? Ist dies geschlechtsspezifisch verschieden? Wem stehen welche Ressourcen zur Verfügung? Welche Barrieren gibt es, aus unbefriedigenden Polybeziehungen auszusteigen? Stattdessen finden sich normative Postulate, in denen mantrahaft betont wird, dass der Anspruch von Polyamorie ist, Beziehungen offen, ehrlich und konsensual zu führen. Dieser Anspruch unterscheidet sich kaum von hegemonialen Beziehungsidealen. Nur wird dieser Anspruch selten eingelöst. Statt dieses Auseinanderklaffen in sozialen Strukturen, geschlechtsspezifischer Arbeitsteilung und ökonomischen Arrangements zu suchen, wie es FeministInnen und GendertheoretikerInnen tun, entstehen stattdessen Normenkataloge mit Anforderungen an die Einzelnen.

… und will von Dir bearbeitet sein, hollahihaho.

Ein weit verbreiteter Text von Brian Frederick „Poly for Dummies“, den es in verschiedenen Übersetzungen auch in deutschen Polyforen gibt, ist nur ein krasses Beispiel. Der elitäre Gestus, jene, die das „Wesen“ polyamorer Beziehungen noch nicht verstanden hätten, als „Dummies“ – als „Dummköpfe“ zu bezeichnen, überdeckt eine Reihe von Widersprüchen. Neben Imperativen wie: „Lern dich selbst kennen“, „arbeite an Dir“ und „Lerne aus Fehlern“, die so ähnlich auch als Beziehungsratgeber in der Brigitte oder in Managerselbsthilfeliteratur stehen könnten, findet sich kaum mehr als esoterische Pathos- und Leerformeln. Das nicht aufzulösende Dilemma, dass Beziehungen auf gegenseitige Anerkennung und Wertschätzung angewiesen sind, diese aber in der Realität, diese Ansprüche oft nur unzureichend einlösen können, wird mit dem Rückgriff auf ein autonomes Subjekt beantwortet. Dieses soll aus sich selbst heraus so souverän sein, dass es Beziehungen eigentlich nicht „braucht“, sondern voluntaristisch und frei von allen Notwendigkeiten eingeht. In der Sprache von Frederick: „Lass Deinen eigenen Garten in deiner Seele wachsen, warte nicht darauf, dass dir jemand anders Blumen bringt.“ Konflikte gibt es nicht, stattdessen müssen „Dinge […] geduldig und liebevoll durchgearbeitet werden“. Die Voraussetzung des Beziehungsideals einer „gesunden und stabilen Beziehung“ ist ganz zirkelschlüssig die Gesundheit und Stabilität aller Beteiligten. Frederick formuliert es so: „Sei gesund und stabil, bevor Du anderen nahekommst, und ermutige andere, dies auch so zu halten.“ Dieses autonome Subjekt ist schon einmal gescheitert. Als männlicher Ernährer in der Zweierehe. Das uneingelöste Versprechen romantischer Zweierbeziehungen, mit Sexualität und sozialer Nähe auch Solidarität zu verbinden wird damit abgeschrieben, in dem eine Beziehung aufzugeben ist, wenn einer der Beteiligten nicht mehr „gesund“ und „stabil“ ist. Was hier aufscheint ist das Bestehende mit mehr Beteiligten und mit dem Abzug des Solidaritätsversprechens. Das ist schade, denn tatsächlich lohnt es sich darüber nachzudenken, wie gesellschaftliche Normen produziert werden und sich diese eben auch in sozialen Nahbeziehungen umsetzen. Die Antwort kann nicht sein in ein „Lob der monogamen Beziehung“ zu flüchten und mit Adornozitaten gespickte Lobeshymnen auf das Refugium der monogamen Zweisamkeit abzusingen.

Der Weg aus der Sackgasse führt nicht zurück zum Bestehenden

Die Alternative zur romantischen Zweierbeziehung ist allerdings auch nicht die romantische Dreier- oder Viererbeziehung. Statt für die Ausdehnung der Eheprivilegien auf eine Beziehung mit drei, vier oder mehr Beteiligten zu kämpfen, würde es sich lohnen, die Relevanz gewählter Beziehungsform zurückzudrängen. Für die Frage, ob eineR Sozialhilfe bekommt, ob eineR Kinder adoptieren oder wie viel Steuern eineR zu zahlen hat, sollte es egal sein, ob Menschen mit ein, zwei, vielen befreundet, verheiratet oder verwandt sind. Ob sie sich lieben, begehren oder ausschließlich vögeln, sollte dafür nicht ausschlaggebend sein. Das Label „polyamor“ mag für manche eine hilfreiche Selbstbezeichnung sein, als „theoretisches Konzept“ oder gar als „politische Praxis“ ist es unzureichend, auch wenn einige AutorInnen in diesem Feld gelegentlich die richtigen Fragen aufwerfen. Und dennoch: statt eine neue Poly-Identität mit mitgelieferten Anforderungskatalogen für die Beteiligten zu entwerfen, sollte man den Staat von der Bettkante schubsen, aber ihm nicht durchgehen lassen, wenn er die Alimente verweigert. Vielleicht kommt dann die Liebe von alleine. Und wenn nicht, ist es auch nicht so schlimm.

Fußnoten:

Thomas Schroedter/Christine Vetter: Polyamory. Eine Erinnerung, Stuttgart 2010.

poly for dummies, u. A.: http://www.polyamory.ch/doc/texte:poly_for_dummies.

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Artikel aus der Ausgabe Februar 2012
Prager Frühling Februar 2012
Verteidigung des Unabgegoltenen

Die Gegenwart ist reich an Mythen: Die Linke interessiere sich nicht mehr für die Arbeiterklasse und der globale Aufbruch von `68 sei ein Aufstand der ohnehin Privilegierten. Dieser grassierenden Geschichtslosigkeit entgegen rekonstruieren wir das Unabgegoltene des Aufstands im Mai `68 und fragen nach den Folgen der Niederschlagung des Prager Frühling für die Linke in Ost- und Westeuropa ...

Klasse mit Gedöns!

Die politische Linke habe sich die letzten Jahrzehnte zu viel mit Gedöns und zu wenig mit Klassenpolitik beschäftigt, so ist im politischen Feuilleton derzeit häufiger zu lesen. Nur: Stimmt das überhaupt? Und was hieße Klassenpolitik auf der Höhe der Zeit?

Tod der alten Dame?

Ob PASOK in Griechenland oder die Parti Socialiste in Frankreich, in vielen Ländern sind die Sozialdemokraten zu Kleinstparteien geworden. Auch hierzulande geht’s der SPD alles andere als gut. Was bedeutet die Schwäche der SPD für die Linke? Was für eine sozialistische Europapolitik? Eine Ausgabe über Glanz und Elend der realexistierenden Sozialdemokratie.

Versteckte Gemeinsamkeit

Sie hassen und sie brauchen sich. Die völkische Rechte nutzt islamistischen Terror und neo-salafistische Ideologie zur Selbstermächtigung und zur geistigen Aufrüstung beim Kampf um die Straße. Unsere Autor*innen gehen der Frage nach, woher sich diese „autoritären Revolten” speisen, wie ihnen zu begegnen ist und welche Rolle eine emanzipatorische Linke dabei spielen sollte.

Bevor die nächste Blase platzt

In EU und Euroraum erleben wir wie der neoliberale, finanzgetriebene Kapitalismus einfach so weitermacht wie bisher. Was eine linke Antwort ist, kann als umstritten gelten: Rückzug in den nationalstaatlich organisierten Kapitalismus oder eine solidarische und demokratisierte Wirtschaftsordnung in Europa?

Wer ist das Volk?

Populismus als Kommunikationsform und Strategie

Wer ist das Volk in „Wir sind das Volk“? — Wir haben uns in Europa und den Amerikas auf die Suche nach dem Volk der rechten Wutbürger und dem Volk des Linkspopulismus begeben. Gefunden haben unsere AutorInnen populistische Elemente in der repräsentativen Demokratie und einen radikaldemokratische Impetus des Linkspopulismus. In den Beiträgen werden Fragen nach der (Un)Möglichkeit des Pluralismus innerhalb linkspopulistischer Strategien und nach der Realpolitik des Populismus an der Macht gestellt.

Angst essen Seele auf

Terror, Gewalt, Kriminalität — SicherheitspolitikerInnen behaupten darauf eine Antwort zu haben. Aber was war eigentlich noch mal die Frage? Unsere AutorInnen haben versucht herauszufinden, was das eigentlich ist: Sicherheit. Sie haben sich an Antworten darauf versucht, ob es eine linke und emanzipatorische Sicherheitspolitik geben kann und worin diese eigentlich bestehen sollte.

This is a movement

Die Neuaushandlung von Bewegungsfreiheit und Grenzregimen

Niemand hat die Absicht eine Mauer zu bauen. … oder höchstens eine ganz kleine vielleicht oder einen Zaun aus Natodraht. Die selektive Abschottung des „Raums der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts“ nach außen ist in seiner bisherigen Form gescheitert. Unsere AutorInnen intervenieren in diese Neuaushandlung zentraler Fragen von Nationalstaatlichkeit, globalen Rechten und Demokratie ...

Krieg und Frieden

Weltinnenpolitik und die Zukunft ziviler Konfliktbearbeitung

Putinversteherin und Faschistenfreund – in Diskussionen über den Umgang mit bewaffneten Konflikten, wird schnell auch rhetorisch scharf geschossen. In seiner neuen Ausgabe fragt prager frühling wie eigentlich linke Weltinnenpolitik geht und wie eine Neuerfindung des politischen Pazifismus ins Werk zu setzen wäre.

So nicht!

Demokratie als Praxis

Griechenland hat die Austeritätspolitik abgewählt - durchgesetzt hat dies eine linke soziale Bewegung auf den Straßen und Plätzen. Ohne die enge Verzahnung mit Syriza als parlamentarischer Verlängerung wäre dies nicht möglich gewesen. In Dresden hingegen marschiert mit Pegida eine neue APO von rechts und mit der AfD rückt eine neue Rechtspartei in die Parlamente ein. Genügend Gründe also sich mit den Formatierungen parlamentarischer Demokratie zu beschäftigen. Spielräume für emanzipatorische Kämpfe zu ergründen und Beschränkungen einer Politik im Zählverein zu analysieren.

No Future?!

Not this Future!

Elendig lange scheint es her, dass Francis Fukuyama en passant mit dem Ende der Geschichte auch das Ende des Zukunftsdenkens ausgerufen hat. Elendig ist das gegenwärtige Zukunftsdenken auch nach dem Ende dieses „Endes der Geschichte“. In Politik, Wissenschaft und Literatur ist der Bedeutungshorizont von Zukunft auf die Begrifflichkeiten der Versicherungsmathematik zusammengeschrumpft. Der Versuch einer Rettung

Common Sense?!

Von Sinn und Eigensinn der Commons

Emanzipatorische Alternative jenseits von Markt und Staat oder nur Lückenbüßer für vormals staatlich organisierte Aufgaben? Unsere Autor*innen haben sich auf die Suche nach heutigen Commons gemacht. Im ersten Teil der Ausgabe haben sie die Kontaktzonen zum Markt, Staat und Care-Ökonomien besichtigt und theoretisch vermessen. Im zweiten Teil der Ausgabe haben sie Gemeinschaftsgärten durchstreift sowie an „Energietischen“ gesessen, um Kämpfe um Commons zu dokumentieren.

Feiern, wie sie fallen?!?

Über das Verhältnis von Opponieren, Regieren und Protestieren

Die heilige Dreifaltigkeit der Linken ist die Trinität aus Protestieren, Opponieren, Mitregieren. Bei der Frage, in welcher Beziehung die drei stehen, gerät die Gemeinde oft ins Stammeln und die politischen Theologen antworten mit dürren Dogmen. Unsere AutorInnen haben zunächst gefragt, wo er ist, der ominöse Ort der Macht und sind ihm dann mit steilen Thesen auf den Leib gerückt.

Wo Strom ist, ist Widerstand

Digitaler Protest und elektronische Demokratie

Unsere AutorInnen fragen sich, ob die Schwarmintelligenz den Cybersexismus überwinden kann und wo genau die Grenzen des digitalen Medienbaukastens verlaufen. Kai van Eikels analysiert die Ideologie des „Nerds“ und Mathias Schindler erklärt, wie es mit Wikipedia weitergeht. In den Feminismen gibt Dr. Lady Bitch Ray dem Feminismus der ersten Welle einen fetten Zungenkuss, während Stefan Gerbing in der ersten Hurenzeitung der Weimarer Republik geblättert hat.

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… oder die Revolution kommt immer zu spät

Nein, ihr habt’s wieder falsch verstanden! Entschleunigung heißt nicht Breitbandrossel, liebe Telekom. Und Du, Frankfurter Polizei: Die Entdeckung der Langsamkeit meint nicht, zehn Stunden Zwangsentschleunigung im Kessel. In der Stress-Ausgabe prager frühling geht’s, darum wie man es richtig macht.

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Erst so ein Fressen und dann auch noch Moral!

Der Realsozialismus ist auch auf der Speisekarte gescheitert: Als Diktatur des schlechten Geschmacks. Die Verhältnisse an kapitalistischen Tafel sind nicht weniger ungenießbar. Tausch von ökonomischem und sozialem Kapital geht vor. Wenn Renate Künast eine Flasche fairen Bio-Orangensaft kauft, geht locker das Tagesbudget eines Hartz-IV beziehenden Kindes über die Theke ...

Battlen statt Betteln.

prager frühling entwickelt die neue soziale Idee!

Die neue Ausgabe des prager frühling erscheint am 26.10.2012 und kann hier bestellt werden.Im Schwerpunkt geht es diesmal um die „Neue soziale Idee“ und damit die Frage nach emanzipatorischen Potentialen, aber auch den Grenzen einer linken Sozialpolitik.

Autoritäres Krisenregime

Deutsche Euros rollen wieder …

Und in Berlin singen die Ultras von der FDP gemeinsam mit den Polithools vom rechten Rand: „Protektorat statt Europarat!“ Wird in Griechenland bald mehr als nur Deutsch gesprochen? Unsere AutorInnen stellen sich dem Einmarsch entgegen. Lucas Oberndorfer analysiert den autoritären Wettbewerbsetatismus als Krisenbearbeitungsstrategie ...

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Über die schönsten Nebenwidersprüche der Welt

Von wegen „schönste Nebensache“ der Welt. Sex ist diesmal der Schwerpunkt unseres Heftes. Während uns die Starsoziologin Eva Illouz über den Zusammenhang von Kapitalismus und Partnerwahl aufklärt, analysiert Kathy Meßmer Intimchirurgie als widersprüchliche Praxis. Außerdem im Schwerpunkt: ...

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Reinheitsverbot

Parallel sind immer die Anderen!

prager frühling stößt an: ein Prosit den Parallelgesellschaften! Schon klar, Integration fordert immer die Anderen. Deshalben sagen wir: "Erst wenn Efes sich ins deutsche Biersortiment eingegliedert hat und ein Hefeweizen anbietet, werdet ihr merken, dass man so etwas nicht trinken kann." Wie aber geht sozialistischer Antirassismus? Etienne Balibar, Nichi Vendola und viele andere versuchen sich in Antworten ...

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Schwerpunktheft Dissidenz und ziviler Ungehorsam

Dissidenz und ziviler Ungehorsam sind die Hefe linker Politik. Kann Sie auch Schmiermittel des Kapitalismus sein? Wo schlägt Subversion in unpolitischen Abweichungsfetisch um? Unsere Autor_innen schauen nach, diskutieren und polemisieren.

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Auf dem Weg zum Wissenskommunismus

Ist geistiges Eigentum Diebstahl? Stellen Raubkopien das Ergebnis von Aneignung oder eine besonders perfide Ausbeutung des Kreativproletariats dar? Darüber diskutieren in unserem Heft u.a. Michael Hardt, Cornelia Koppetsch, Sabine Nuss und Stefan Meretz. Digital Natives diskutieren die Implikationen der Digitalisierung von Demokratie ...

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Gegenmacht oder gegen Macht?

„Crossover“ ist der Versuch, eine Diskussion über politische Kooperation von sozialistischen, grünen und sozialdemokratischen Positionen in Gang zu setzen, deren Ergebnis hegemoniefähige progressive Reformprojekte werden sollen. So nahe liegend dies angesichts des Niedergangs der neoliberalen Ära ist, so blockiert ist diese Perspektive dennoch ...

Klimawandel und Gesellschaftsveränderung

System change not climate change!

Den politischen Gemütszustand unserer Welt beschreibt nichts besser als der alte Kalauer: „Öko? Logisch.“ Niemand schmunzelt mehr drüber, aber alle nehmen den Schenkelklopfer für sich in Anspruch. Dass alles irgendwie auch „öko“ sein müsse, also die Sache mit der Umwelt halt ein Problem sei, ist – logisch – Allgemeinplatz geworden ...

Die Linke und die Nation.

Hattu Nation, muttu entgrenzen

Die Linke und die Nation ist der Schwerpunkt der fünften Ausgabe des prager frühlings. Außerdem beschäftigen wir uns unter dem Motto "balkan beats" mit der Linken in Post-Jugoslawien. Mit dabei sind Thomas Seibert, Julia Bonk, Klaus Höpcke, Michel Albert, Christin Löchner, Lothar Bisky, Ringo Bischoff, Katja Kipping, Andreas Fischer-Lescano und die Band Ego-Tronic ...

Her mit dem schönen Leben!

Infrastruktursozialismus statt Hartz IV

Original sanktionsfrei: Weg mit Hartz IV! Her mit dem schönen Leben! Neben vielen investigativen und weniger investigativen Beiträgen zum Hartz IV-Regime, wollen wir Euch in dieser Ausgabe auch unseren Vorschlag vorstellen, dem Hartz IV-Regime die Forderung nach einem Infrastruktursozialismus entgegen zu setzen ...

Democracy against the machine

Radikaldemokratie statt FdGO

Februar 2009 erschien die dritte Ausgabe des prager frühling. Das Schwerpunktthema ist "Demokratie und Herrschaft" mit Beiträgen und Artikeln von Chantal Mouffe (University of Westminster, London), Jürgen Peters (IG Metall), Colin Crouch, Franziska Drohsel (Juso-Vorsitzende), die Gruppe Soziale Kämpfe, Sonja Buckel (Universität Frankfurt) und viele andere mehr ...

Auf der Suche nach der Ästhetik des Widerstandes

Alles Politur? Zum Verhältnis von Politik und Kultur

Mitte Oktober 2008 kam die zweite Ausgabe von prager frühling, dem neuem Magazin für Freiheit und Sozialismus. Das nächste Heft widmet sich schwerpunktmäßig dem Verhältnis von Politik und Kultur. Ziel der Redaktion ist es, politisches Engagement und Kultur einander näher zu bringen. Dabei geht es nicht um eine Kolonisierung des einen Bereichs durch den anderen ...

Neue Linke: Alles beim Alten?

NeuBegründung als Bruch nach vorn

Der Schwerpunkt der ersten Ausgabe des Magazins prager frühling heißt "Refound: NeuBegründung". Unsere Autorinnen erklären was der "Bruch nach vorn" ist. Mit dabei Frigga Haug, Thomas Seibert, Hans Jürgen Urban, Daniela Dahn und Michel Friedmann.