Prager Frühling, Magazin für Freiheit und Sozialismus (www.prager-fruehling-magazin.de)
Redaktionsblog

Seitenstraßenjungs

Beitrag von Lena Kreck, geschrieben am 15.04.2008

In der Woche nach dem 1. Bundeskongress der Linksjugend ['solid] bedurfte es dringend eines kulturellen Alternativprogramms. So verschlug es mich zu einem Konzert der Backstreet Boys in die Berliner Max-Schmeling-Halle. Anstatt hier die Playlist zu präsentieren, hier 1. das, was Linksjugend ['solid] und die Backstreet Boys vereint, und 2. das, was sie trennt.

Der Jugendverband der LINKEN und die Backstreet Boys eint vorgeheucheltes Klassenbewusstsein. Warum nennen die sich eigentlich „Seitenstraßenjungs“? Ok, Howards Vater hatte drei Jobs gleichzeitig, um die Familien zu ernähren, und AJs Mutter war Alleinerziehende. Mittlerweile dürfte sich das Problem aber gegessen haben. Deshalb tut nicht so, ihr Backstreet Boys. Ähnlich sieht’s bei Linksjugend ['solid] aus. Dort tummeln sich vornehmlich Bildungsbürgerkinder, weiß und sehr antikapitalistisch, gerne männlich. Wobei wir schon beim Trennenden sind. Zuerst scheint es vergleichbar: Ob Backstreet Boys oder Linksjugend ['solid] - Männerchöre tragen jeweils energisch wegweisendes Liedgut vor. Doch dann hören die Backstreet Boys auf zu singen und man hört sie plötzlich, die schönen Frauenstimmen. Nicht weniger energisch, nicht weniger wegweisend. Das schafft Linksjugend ['solid] doch auch!

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