Prager Frühling, Magazin für Freiheit und Sozialismus (www.prager-fruehling-magazin.de)

kann es einen fdp-feminismus geben?

Stefanie Lohaus vom Missy Magazin im Interview

Katja Kipping
Katja Kipping (links), Steffi Lohaus (auch links, aber rechts sitzend)

prager frühling: Ein Magazin herauszugeben, ist aufwändig. Warum habt ihr Frauen vom Missy Magazin euch in diese Herausforderung gestürzt.

Stefanie Lohaus und Katja Kipping

Stefanie Lohaus: Zum Teil aus Unwissenheit. Wir wussten anfangs nicht, was es bedeutet, ein Magazin herauszugeben. Chris Köver hatte mir das amerikanische Magazin BUST mitgebracht. Nachdem ich das gelesen hatte, habe ich sie noch nachts angerufen und gesagt: „Chris, wir müssen so was machen. Und dann haben wir zusammen mit Sonja Eismann unsere Idee bei einem Wettbewerb eingereicht. Da wir 25.000 Euro gewonnen hatten und die aber bis zum Jahresende ausgegeben werden mussten, war das ein Zeitdruck, der kein Zögern und Zaudern zuließ.

pf: Apropos Zeitdruck: Kommt ihr noch dazu, in der Redaktion verschiedene Positionen auszudiskutieren?

Lohaus: Bei uns gibt es wenig Auseinandersetzungen einfach weil wir meist einer Meinung sind – zumindest wenn es um feministisch-kulturelle Fragen geht. Diskussionen gab es bei uns allerdings anlässlich einer Fotostrecke über den Gazastreifen.

pf: Inzwischen habt ihr euch mit einer Auflage von 20.000 ganz gut etabliert und schreibt schwarze Zahlen. Wer liest Missy?

Lohaus: Eine Leserin hat uns gerade eine Studie, die sie im Rahmen ihres Studiums verfassen musste, geschenkt. Die Missy-Leser_innenschaft ist recht homogen: Mitte bis Ende 20, interessiert an Politik und Kultur, eher urban und gebildet. Sie hat einen positiven Bezug zum Feminismus und ist bezüglich ihrer Sexualität sehr offen. Was uns besonders gefreut hat, Missy Magazin lesen, wird auch als feministisches Statement verstanden, auf das man stolz ist.

pf: Entsprach das Eurer Intention, als ihr das Magazin ins Leben gerufen habt?

Lohaus: Ich möchte eigentlich, dass das Magazin noch breitere Schichten erreicht. Es soll mehr sein als „preaching to the converted“, also zu den schon Bekehrten predigen.

pf: Unsere Rubrik „Feminismen“ beschäftigt sich diesmal mit der Organisationsfrage. Es gibt unterschiedliche Strategien: Ihr habt euch für ein eigenständiges Magazin mit klarem feministischen Profil entschieden. Hast du auch schon mal mit dem Gedanken gespielt, für ein herkömmliches Magazin zu schreiben und dort feministische Beiträge zu veröffentlichen?

Lohaus: Angela McRobbie hat in den 1980er Jahren zu Frauenmagazinen geforscht und war damals sehr optimistisch, dass auch über die klassischen Magazine feministische Politik vorangebracht werden kann. Vor vier Jahren hat sie allerdings ein Buch veröffentlicht, in dem sie ihren früheren Optimismus revidiert. Sie sagt, damals sei der Zeitgeist progressiver gewesen. Der darauf folgende postfeministische Backlash habe ihre Hoffnungen enttäuscht.

pf: Vor einiger Zeit veröffentlichte die EMMA ein Gespräch zwischen Redakteurinnen von EMMA und Missy Magazin. Es wirkt erstaunlich harmonisch. Wie zufrieden wart ihr mit dem veröffentlichten Gespräch?

Lohaus: Ursprünglich war das als informelles Gespräch angesetzt. Uns war es schon wichtig, dem von außen herangetragenen Gewäsch von „junge versus alte Feministinnen“ etwas entgegen zu setzen. Hinterher kann ich schon feststellen, dass Alice Schwarzer nicht nur eine sehr professionelle Gesprächsführerin ist, sondern manchmal auch sehr gut darin, Gesprächspartnerinnen zu umarmen. (Lacht)

pf: Das Alter ist sicher nicht geeignet, die verschiedenen Herangehensweisen an den Feminismus zu beschreiben. Welche tatsächlichen Unterscheidungslinien begegnen euch?

Lohaus: Neben der Debatte zwischen Differenz- und Gleichheitsfeminismus ist das die Frage der politischen Verortung. Also konkret: Kann es auch einen FDP-Feminismus geben?

pf: Und kann es?

Lohaus: Silvana Koch-Mehrin würde dies bejahen.

pf: Und was sagt die Redaktion vom Missy Magazin?

Lohaus: Wir sehen uns im linken Spektrum verortet. Ich beschreibe mich selbst als Feministin und Linke. Aber das ist kein Automatismus. Zum einen gibt es eine Haufen linker Macker und zum anderen gibt es auch einen bürgerlichen Feminismus und frau sollte auch parteiübergreifend im Sinne von feministischen Fortschritten zusammen arbeiten. Im Grund ist es die alte Frage, was ändern wir zuerst: das System oder die Geschlechterverhältnisse. Ich würde am liebsten beides zugleich verändern.

pf: Eine Redakteurin von EMMA meinte: Viel Diskurs, wenig Aktivität. Zu Recht?

Lohaus: Nun das ist erst mal nicht falsch. Ich würde aber eher von diskursiver Aktivität sprechen. Früher gab es weniger Angst, auch mal eine falsche Position zu beziehen. Mein Eindruck ist, dass junge Frauen heute skeptischer sind, nicht so schnell Position beziehen, weil sie die Welt als komplexer erleben und die Feindbilder nicht mehr so klar sind.

pf: Stichwort Feindbilder. In Artikeln über euch fällt auf, dass dort häufig erwähnt wird, ihr hättet nichts gegen Männer.

Lohaus: Naja, diese Zuschreibungen sind ja auch Teil einer Strategie, die jungen gegen die lebenserfahreneren Feministinnen auszuspielen. Natürlich habe ich auch mal etwas gegen den einen oder anderen Mann. Aber ich kritisiere vor allem die Strukturen.

pf: Gelegentlich werden junge Feministinnen alle in den Topf „Alphamädchen“ geworfen. Wie haltet ihr es mit den „Alphamädchen“?

Lohaus: Wenn ihr das Buch von Meredith Haaf und Susanne Klingner meint, nun da ist mein Problem, dass dort von einem „Wir“ junger Frauen die Rede ist. Da entsteht die Illusion, es ginge um alle Frauen. Aber letztlich beschäftigen sich die Autorinnen von „Wir Alphamädchen“ vor allem mit einer bestimmten Gruppe von Frauen mit bestimmten Problemen. Vor allem geht es um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Das ist ein berechtigtes Anliegen, aber eben nicht das Anliegen aller Frauen. Illegalisierte Migrantinnen z.B. haben ganz andere Probleme.

pf: Wie würdest du dein Verständnis von Feminismus beschreiben?

Lohaus: Als eine Bewegung, ja eine Ideologie — ich finde dieses Wort gar nicht so schlimm — die sich für eine gleichberechtigte Gesellschaft im Ganzen mit dem Schwerpunkt auf Gleichberechtigung der Geschlechter einsetzt.

pf: Im Missy Magazin ist viel Kultur, aber wenig über die soziale Situation der Künstlerinnen zu lesen …

Lohaus: Zeitschriften, die sich sozialen Fragen widmen, gibt es bereits. Wir versuchen ja einen Mittelweg. Wir wollen unterhalten und Debatten anstoßen. In der Studie über unsere Leser_innen kam auch heraus, dass 80 Prozent später über Themen aus unserem Heft in ihrem Umfeld diskutieren. Unser Ansatz lautet, die Gesellschaft durch andere Bilder, also andere Frauenbilder aber auch andere Vorbilder zu verändern.

pf: In einem Beitrag eures Magazins habt ihr den schönen Begriff des „Entschubladens“ verwendet. Hast du einen Tipp zum „Entschubladen“ im Alltag?

Lohaus: Mein Tipp betrifft eher das mentale „Entschubladen“ für Anfänger. Um sich von geschlechterstereotypen Denkmustern zu befreien, ist es wichtig, diese erst einmal zu erkennen. Dazu ist folgende Übung hilfreich, die ich selbst früher oft angewendet habe. Immer wenn ich Aussagen zu Frauen/Männern gelesen oder mitbekommen habe, bei denen es sein könnte, dass sie Geschlechterstereotype reproduzieren, habe ich mir bildhaft das jeweils andere Geschlecht in der Rolle vorgestellt. Wenn diese Vorstellung sehr komisch oder irritierend anmutet, wird klar, dass wir es hier mit einer Situation oder Aussage zu tun haben, die einer dringenden „Entschubladung“ bedarf. Nach einer gewissen Zeit braucht es diese Übung im Übrigen nicht mehr, der Blick ist dann geschärft. Was sich leider auch nie wieder abstellen lässt ...

Steffi Lohaus wuchs in Dinslaken, einer hellgrauen Kleinstadt im nördlichen Ruhrgebiet, auf und studierte später Angewandte Kulturwissenschaften in Lüneburg. Zusammen mit Chris Köver und Sonja Eismann hob sie vor vier Jahren das Missy Magazin aus der Taufe. Die stolze Feministin muss beim Frühstück „oft in den Kaffee prusten, wenn sie in der Zeitung liest, was Kristina Schröder für irres Zeug sagt.“

Das Interview führte Katja Kipping.

Das Heft mit diesem Interview erscheint am 26.10.2012 und kann hier bestellt werden.

  • Mögen

  • Versenden
  • Ausdrucken

Artikel versenden

Absender

Empfänger

Nutzungsbedingungen*

Ich verpflichte mich zur wahrheitsgemäßen Angabe meiner Daten. Ich weiß sicher, dass der/die Empfänger/in mit dem Empfang der E-Mail einverstanden ist. Ich übernehme die Verantwortung, wenn dies nicht der Fall ist. Zur Entlastung des Websitebetreibers gestatte ich, dass Datum, Uhrzeit, beide E-Mail-Adressen und meine IP-Adresse gespeichert werden. Nicht gespeichert wird die Nachricht an den Empfänger.

Schließen
Artikel aus der Ausgabe Oktober 2012
Prager Frühling Oktober 2012

Kommentar abgeben

Stadion, Serien, Sozialismus

Welche Serien sehen Linke, und warum? Warum gehört Beckenbauer aus dem DFB geschmissen und was machen Feine Sahne Fischfilet in Paris? Was haben Soccer und Sozialismus miteinander zu tun und welche Musik würde der klassische Pianist Igor Levit gern bei einer Demo hören? Diese Fragen beantwortet die neue Ausgabe des Magazins für Freiheit und Sozialismus.

Verteidigung des Unabgegoltenen

Die Gegenwart ist reich an Mythen: Die Linke interessiere sich nicht mehr für die Arbeiterklasse und der globale Aufbruch von `68 sei ein Aufstand der ohnehin Privilegierten. Dieser grassierenden Geschichtslosigkeit entgegen rekonstruieren wir das Unabgegoltene des Aufstands im Mai `68 und fragen nach den Folgen der Niederschlagung des Prager Frühling für die Linke in Ost- und Westeuropa ...

Klasse mit Gedöns!

Die politische Linke habe sich die letzten Jahrzehnte zu viel mit Gedöns und zu wenig mit Klassenpolitik beschäftigt, so ist im politischen Feuilleton derzeit häufiger zu lesen. Nur: Stimmt das überhaupt? Und was hieße Klassenpolitik auf der Höhe der Zeit?

Tod der alten Dame?

Ob PASOK in Griechenland oder die Parti Socialiste in Frankreich, in vielen Ländern sind die Sozialdemokraten zu Kleinstparteien geworden. Auch hierzulande geht’s der SPD alles andere als gut. Was bedeutet die Schwäche der SPD für die Linke? Was für eine sozialistische Europapolitik? Eine Ausgabe über Glanz und Elend der realexistierenden Sozialdemokratie.

Versteckte Gemeinsamkeit

Sie hassen und sie brauchen sich. Die völkische Rechte nutzt islamistischen Terror und neo-salafistische Ideologie zur Selbstermächtigung und zur geistigen Aufrüstung beim Kampf um die Straße. Unsere Autor*innen gehen der Frage nach, woher sich diese „autoritären Revolten” speisen, wie ihnen zu begegnen ist und welche Rolle eine emanzipatorische Linke dabei spielen sollte.

Bevor die nächste Blase platzt

In EU und Euroraum erleben wir wie der neoliberale, finanzgetriebene Kapitalismus einfach so weitermacht wie bisher. Was eine linke Antwort ist, kann als umstritten gelten: Rückzug in den nationalstaatlich organisierten Kapitalismus oder eine solidarische und demokratisierte Wirtschaftsordnung in Europa?

Wer ist das Volk?

Populismus als Kommunikationsform und Strategie

Wer ist das Volk in „Wir sind das Volk“? — Wir haben uns in Europa und den Amerikas auf die Suche nach dem Volk der rechten Wutbürger und dem Volk des Linkspopulismus begeben. Gefunden haben unsere AutorInnen populistische Elemente in der repräsentativen Demokratie und einen radikaldemokratische Impetus des Linkspopulismus. In den Beiträgen werden Fragen nach der (Un)Möglichkeit des Pluralismus innerhalb linkspopulistischer Strategien und nach der Realpolitik des Populismus an der Macht gestellt.

Angst essen Seele auf

Terror, Gewalt, Kriminalität — SicherheitspolitikerInnen behaupten darauf eine Antwort zu haben. Aber was war eigentlich noch mal die Frage? Unsere AutorInnen haben versucht herauszufinden, was das eigentlich ist: Sicherheit. Sie haben sich an Antworten darauf versucht, ob es eine linke und emanzipatorische Sicherheitspolitik geben kann und worin diese eigentlich bestehen sollte.

This is a movement

Die Neuaushandlung von Bewegungsfreiheit und Grenzregimen

Niemand hat die Absicht eine Mauer zu bauen. … oder höchstens eine ganz kleine vielleicht oder einen Zaun aus Natodraht. Die selektive Abschottung des „Raums der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts“ nach außen ist in seiner bisherigen Form gescheitert. Unsere AutorInnen intervenieren in diese Neuaushandlung zentraler Fragen von Nationalstaatlichkeit, globalen Rechten und Demokratie ...

Krieg und Frieden

Weltinnenpolitik und die Zukunft ziviler Konfliktbearbeitung

Putinversteherin und Faschistenfreund – in Diskussionen über den Umgang mit bewaffneten Konflikten, wird schnell auch rhetorisch scharf geschossen. In seiner neuen Ausgabe fragt prager frühling wie eigentlich linke Weltinnenpolitik geht und wie eine Neuerfindung des politischen Pazifismus ins Werk zu setzen wäre.

So nicht!

Demokratie als Praxis

Griechenland hat die Austeritätspolitik abgewählt - durchgesetzt hat dies eine linke soziale Bewegung auf den Straßen und Plätzen. Ohne die enge Verzahnung mit Syriza als parlamentarischer Verlängerung wäre dies nicht möglich gewesen. In Dresden hingegen marschiert mit Pegida eine neue APO von rechts und mit der AfD rückt eine neue Rechtspartei in die Parlamente ein. Genügend Gründe also sich mit den Formatierungen parlamentarischer Demokratie zu beschäftigen. Spielräume für emanzipatorische Kämpfe zu ergründen und Beschränkungen einer Politik im Zählverein zu analysieren.

No Future?!

Not this Future!

Elendig lange scheint es her, dass Francis Fukuyama en passant mit dem Ende der Geschichte auch das Ende des Zukunftsdenkens ausgerufen hat. Elendig ist das gegenwärtige Zukunftsdenken auch nach dem Ende dieses „Endes der Geschichte“. In Politik, Wissenschaft und Literatur ist der Bedeutungshorizont von Zukunft auf die Begrifflichkeiten der Versicherungsmathematik zusammengeschrumpft. Der Versuch einer Rettung

Common Sense?!

Von Sinn und Eigensinn der Commons

Emanzipatorische Alternative jenseits von Markt und Staat oder nur Lückenbüßer für vormals staatlich organisierte Aufgaben? Unsere Autor*innen haben sich auf die Suche nach heutigen Commons gemacht. Im ersten Teil der Ausgabe haben sie die Kontaktzonen zum Markt, Staat und Care-Ökonomien besichtigt und theoretisch vermessen. Im zweiten Teil der Ausgabe haben sie Gemeinschaftsgärten durchstreift sowie an „Energietischen“ gesessen, um Kämpfe um Commons zu dokumentieren.

Feiern, wie sie fallen?!?

Über das Verhältnis von Opponieren, Regieren und Protestieren

Die heilige Dreifaltigkeit der Linken ist die Trinität aus Protestieren, Opponieren, Mitregieren. Bei der Frage, in welcher Beziehung die drei stehen, gerät die Gemeinde oft ins Stammeln und die politischen Theologen antworten mit dürren Dogmen. Unsere AutorInnen haben zunächst gefragt, wo er ist, der ominöse Ort der Macht und sind ihm dann mit steilen Thesen auf den Leib gerückt.

Wo Strom ist, ist Widerstand

Digitaler Protest und elektronische Demokratie

Unsere AutorInnen fragen sich, ob die Schwarmintelligenz den Cybersexismus überwinden kann und wo genau die Grenzen des digitalen Medienbaukastens verlaufen. Kai van Eikels analysiert die Ideologie des „Nerds“ und Mathias Schindler erklärt, wie es mit Wikipedia weitergeht. In den Feminismen gibt Dr. Lady Bitch Ray dem Feminismus der ersten Welle einen fetten Zungenkuss, während Stefan Gerbing in der ersten Hurenzeitung der Weimarer Republik geblättert hat.

Burn-out den Verhältnissen

… oder die Revolution kommt immer zu spät

Nein, ihr habt’s wieder falsch verstanden! Entschleunigung heißt nicht Breitbandrossel, liebe Telekom. Und Du, Frankfurter Polizei: Die Entdeckung der Langsamkeit meint nicht, zehn Stunden Zwangsentschleunigung im Kessel. In der Stress-Ausgabe prager frühling geht’s, darum wie man es richtig macht.

Essen und gegessen werden

Erst so ein Fressen und dann auch noch Moral!

Der Realsozialismus ist auch auf der Speisekarte gescheitert: Als Diktatur des schlechten Geschmacks. Die Verhältnisse an kapitalistischen Tafel sind nicht weniger ungenießbar. Tausch von ökonomischem und sozialem Kapital geht vor. Wenn Renate Künast eine Flasche fairen Bio-Orangensaft kauft, geht locker das Tagesbudget eines Hartz-IV beziehenden Kindes über die Theke ...

Battlen statt Betteln.

prager frühling entwickelt die neue soziale Idee!

Die neue Ausgabe des prager frühling erscheint am 26.10.2012 und kann hier bestellt werden.Im Schwerpunkt geht es diesmal um die „Neue soziale Idee“ und damit die Frage nach emanzipatorischen Potentialen, aber auch den Grenzen einer linken Sozialpolitik.

Autoritäres Krisenregime

Deutsche Euros rollen wieder …

Und in Berlin singen die Ultras von der FDP gemeinsam mit den Polithools vom rechten Rand: „Protektorat statt Europarat!“ Wird in Griechenland bald mehr als nur Deutsch gesprochen? Unsere AutorInnen stellen sich dem Einmarsch entgegen. Lucas Oberndorfer analysiert den autoritären Wettbewerbsetatismus als Krisenbearbeitungsstrategie ...

Sex! Sex! Sex!

Über die schönsten Nebenwidersprüche der Welt

Von wegen „schönste Nebensache“ der Welt. Sex ist diesmal der Schwerpunkt unseres Heftes. Während uns die Starsoziologin Eva Illouz über den Zusammenhang von Kapitalismus und Partnerwahl aufklärt, analysiert Kathy Meßmer Intimchirurgie als widersprüchliche Praxis. Außerdem im Schwerpunkt: ...

Affentanz um Nahost

Nichts sehen, nichts hören, laut brüllen — geht die Linke über den Jordan?

Ach diese Linken! Sie wissen genau, wie es Frieden zwischen Ramallah und Tel Aviv geben kann und sie brüllen es heraus – in Düsseldorf und Frankfurt. Während die Einen schreien: „Straßenschlacht in Ramallah, die Panzer sind die Antifa“, brüllen die Anderen: „Intifada bis zum Sieg ...

Reinheitsverbot

Parallel sind immer die Anderen!

prager frühling stößt an: ein Prosit den Parallelgesellschaften! Schon klar, Integration fordert immer die Anderen. Deshalben sagen wir: "Erst wenn Efes sich ins deutsche Biersortiment eingegliedert hat und ein Hefeweizen anbietet, werdet ihr merken, dass man so etwas nicht trinken kann." Wie aber geht sozialistischer Antirassismus? Etienne Balibar, Nichi Vendola und viele andere versuchen sich in Antworten ...

Im Zweifel Dagegen!

Schwerpunktheft Dissidenz und ziviler Ungehorsam

Dissidenz und ziviler Ungehorsam sind die Hefe linker Politik. Kann Sie auch Schmiermittel des Kapitalismus sein? Wo schlägt Subversion in unpolitischen Abweichungsfetisch um? Unsere Autor_innen schauen nach, diskutieren und polemisieren.

com.munismus. komm!

Auf dem Weg zum Wissenskommunismus

Ist geistiges Eigentum Diebstahl? Stellen Raubkopien das Ergebnis von Aneignung oder eine besonders perfide Ausbeutung des Kreativproletariats dar? Darüber diskutieren in unserem Heft u.a. Michael Hardt, Cornelia Koppetsch, Sabine Nuss und Stefan Meretz. Digital Natives diskutieren die Implikationen der Digitalisierung von Demokratie ...

Crossover

Gegenmacht oder gegen Macht?

„Crossover“ ist der Versuch, eine Diskussion über politische Kooperation von sozialistischen, grünen und sozialdemokratischen Positionen in Gang zu setzen, deren Ergebnis hegemoniefähige progressive Reformprojekte werden sollen. So nahe liegend dies angesichts des Niedergangs der neoliberalen Ära ist, so blockiert ist diese Perspektive dennoch ...

Klimawandel und Gesellschaftsveränderung

System change not climate change!

Den politischen Gemütszustand unserer Welt beschreibt nichts besser als der alte Kalauer: „Öko? Logisch.“ Niemand schmunzelt mehr drüber, aber alle nehmen den Schenkelklopfer für sich in Anspruch. Dass alles irgendwie auch „öko“ sein müsse, also die Sache mit der Umwelt halt ein Problem sei, ist – logisch – Allgemeinplatz geworden ...

Die Linke und die Nation.

Hattu Nation, muttu entgrenzen

Die Linke und die Nation ist der Schwerpunkt der fünften Ausgabe des prager frühlings. Außerdem beschäftigen wir uns unter dem Motto "balkan beats" mit der Linken in Post-Jugoslawien. Mit dabei sind Thomas Seibert, Julia Bonk, Klaus Höpcke, Michel Albert, Christin Löchner, Lothar Bisky, Ringo Bischoff, Katja Kipping, Andreas Fischer-Lescano und die Band Ego-Tronic ...

Her mit dem schönen Leben!

Infrastruktursozialismus statt Hartz IV

Original sanktionsfrei: Weg mit Hartz IV! Her mit dem schönen Leben! Neben vielen investigativen und weniger investigativen Beiträgen zum Hartz IV-Regime, wollen wir Euch in dieser Ausgabe auch unseren Vorschlag vorstellen, dem Hartz IV-Regime die Forderung nach einem Infrastruktursozialismus entgegen zu setzen ...

Democracy against the machine

Radikaldemokratie statt FdGO

Februar 2009 erschien die dritte Ausgabe des prager frühling. Das Schwerpunktthema ist "Demokratie und Herrschaft" mit Beiträgen und Artikeln von Chantal Mouffe (University of Westminster, London), Jürgen Peters (IG Metall), Colin Crouch, Franziska Drohsel (Juso-Vorsitzende), die Gruppe Soziale Kämpfe, Sonja Buckel (Universität Frankfurt) und viele andere mehr ...

Auf der Suche nach der Ästhetik des Widerstandes

Alles Politur? Zum Verhältnis von Politik und Kultur

Mitte Oktober 2008 kam die zweite Ausgabe von prager frühling, dem neuem Magazin für Freiheit und Sozialismus. Das nächste Heft widmet sich schwerpunktmäßig dem Verhältnis von Politik und Kultur. Ziel der Redaktion ist es, politisches Engagement und Kultur einander näher zu bringen. Dabei geht es nicht um eine Kolonisierung des einen Bereichs durch den anderen ...

Neue Linke: Alles beim Alten?

NeuBegründung als Bruch nach vorn

Der Schwerpunkt der ersten Ausgabe des Magazins prager frühling heißt "Refound: NeuBegründung". Unsere Autorinnen erklären was der "Bruch nach vorn" ist. Mit dabei Frigga Haug, Thomas Seibert, Hans Jürgen Urban, Daniela Dahn und Michel Friedmann.

Sprungmarken: Zum Seitenanfang, Zur Navigation, Zum Inhalt.